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Isinger Schultheater begeisterte

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Hunderte Besucher sahen die Aufführungen von Ovids »Metamorphosen« am Landschulheim Schloss Ising: Pythagoras (Nina Benekam, links) und Ovidius (Polina Terenteva). (Foto: Müller)

Chieming – Drei glanzvolle Vorstellungen der »Metamorphosen« des antiken Dichters Ovid gab die Theatergruppe des Gymnasiums Landschulheims Schloss Ising vor großem Publikum im Theaterraum der Schule. Insgesamt waren rund 50 Schüler, darunter Darsteller, Musikanten, Techniker und weitere Helfer, an der großartigen Inszenierung beteiligt. Für Lehrerin Dr. Karin Biller, die das 2000 Jahre alte Epos in ein kurzweiliges Bühnenstück umgeschrieben hatte, war es ein Jubiläum, denn sie führte beim Isinger Schultheater zum 20. Mal Regie.


Ovid hätte es wohl selbst nicht geglaubt: Sein großes Werk begann auf dem Dachboden des alten Isinger Schlossturms, wo sich die drei Schülerinnen Eva Kollmann, Hannah Lanzinger und Anna-Maria Müller versteckten, um den ungeliebten Hausaufgaben zu entgehen. Als erfolgreiche Schatzsucher sahen sich in ihrer Fantasie bereits auf der Titelseite der »Bild-Zeitung«, als sie plötzlich in einer Truhe auf ein altes, geheimnisvolles Buch stießen – Ovids »Metamorphosen«.

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Auf einmal spielten die Zeiger der Standuhr verrückt und der Meister höchstpersönlich, großartig gespielt von Polina Terenteva, entstieg der Uhr. Den Schülern erklärte er anhand spektakulärer Verwandlungen von Lebewesen die Entstehung und Entwicklung der Welt. Klangvoll untermalt von der bestens aufgelegten Big Band der Schule tauchten die vielen Besucher im Theaterraum fortan in eine einzigartige, griechisch-römische Sagenwelt ein.

Die von den Fünft- und Sechstklässlern gemalte Weltentstehung wurde per Video projiziert, es gab ein grandioses Schattenspiel und dann folgten die mit Spannung erwarteten Verwandlungen von Göttern, Helden und Menschen in Tiere und Pflanzen und umgekehrt. Gekonnt zusammengehalten wurden die losen Szenenfolgen von der Rahmengeschichte und dem »Alles verändert sich, nichts stirbt…«-Motto des Pythagoras, famos dargestellt von Nina Benekam, die auch als Sängerin überzeugte.

Während sich ihre Schützlinge bereits im verdienten Applaus sonnten und die lauten Bravo-Rufe genossen, beglückwünschte Theaterchefin Dr. Biller ihr Ensemble und bedankte sich bei allen, die ihren Teil zum Gelingen der Inszenierung beigetragen hatten.

»Wir haben versucht, den Text verständlich zu machen, ohne den altertümlichen Duktus zu verlieren, und das Ganze mit Bühnen- und Theatermitteln für jeden anschaulich zu machen«, verriet Biller, die auch diese umjubelte Inszenierung in bewährter Weise mit ihren Kollegen Frank Schöftenhuber und Johannes Kneisel auf die Beine gestellt hatte. Zur Seite stand ihr bei den zeit- und arbeitsintensiven Proben auch ihre theatererprobte Tochter Felicitas Biller. mmü