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Inzell nimmt am Probebetrieb Digitalfunk (BOS) teil

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Inzell. Die Gemeinde Inzell wird sich im Gegensatz zu Schneizlreuth am Probebetrieb Digitalfunk (BOS) beteiligen. Dafür gab der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig sein Einverständnis.


Bund und Länder wollen ein einheitliches Sprech- und Datenfunksystem für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben einführen. Der bisher genutzte Analogfunk soll dann vom Digitalfunk abgelöst werden. Die bayernweite Standortgewinnung für den Netzaufbau sei weitgehend abgeschlossen, hieß es. Gesicherte Standorte würden bereits baulich erschlossen und mit der entsprechenden Systemtechnik ausgerüstet.

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Der Netzaufbau in Oberbayern soll bis 2015 in großen Teilen vollendet sein. Danach beginnt Schritt für Schritt die Inbetriebnahme des neuen digitalen Einsatzfunks der Sicherheitskräfte. Hinsichtlich des Zeitplanes für die Einführung des BOS-Digitalfunks im Netzabschnitt Oberbayern Süd und damit im Bereich der ILS Traunstein ist inzwischen von der Projektgruppe DigiNet ein vorläufiger, sogenannter Migrationsplan (Umstellungsplan) erstellt worden. Demnach ist mit der Vorbereitung auf die Umstellung bereits im November begonnen worden, mit der Umstellung selbst soll im Juli 2014 begonnen werden. Daran schließt sich im Oktober 2015 ein sechsmonatiger erweiterter Probebetrieb an. Erst danach, voraussichtlich zum zweiten Quartal 2016, erfolgt der echte Wirkbetrieb. Zeitliche Änderungen sind jedoch noch denkbar.

Um bereits am erweiterten Probebetrieb nach dem vorangehenden Zeitplan teilnehmen zu können, muss die Gemeinde eine Erklärung zur Erstteilnahme abgeben. Vorteil dieser Erstteilnahme ist neben Beratung, Unterstützung und Betreuung von der Projektgruppe DigiNet auch die Möglichkeit, eigene Erfahrungen in das Projekt einfließen zu lassen und Verbesserungen anfordern zu können. Eine zeitgleiche Einführung des Digitalfunks für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf, zumindest aber für alle, die über die ILS-Traunstein alarmiert werden (Feuerwehr, Rettungs- und Sanitätsdienst, THW, Katastrophenschutz) wurde in einer Projektgruppensitzung Digitalfunk als notwendig erachtet.

Feuerwehr-Kommandant Albert Stadler informierte den Gemeinderat ausführlich und beantwortete Fragen zum Thema. Wenige Hersteller hätten die Zulassung für solche Geräte, die angebotenen gelte es zu testen. Besonders in einer hügeligen Gebirgslandschaft könnten Funklöcher gefunden und Defizite aufgedeckt werden. Nach derzeitigem Planungsstand sei in Inzell kein Masten vorgesehen. Die Gemeinde werde die Digitalfunkmasten am Wolfsberg/Siegsdorf, am Unternberg, Eschlmoos/Ruhpolding und am Maisenberg/Weißbach nutzen. Sollten dann noch Probleme auftreten, sei es durchaus möglich, dass in Inzell ein zusätzlicher Standort gefunden werden muss.

Der ehemalige Bereitschaftsleiter der Inzeller Bergwacht, Peter Spannring, gab bekannt, dass sich die Bergwacht vorerst nicht am Digitalfunk beteiligen und ihr eigenes Netz weiterhin verwenden werde. Über Kosten, die auf die Gemeinde zukommen, konnten keine Angaben gemacht werden. Abschließend stimmte der Gemeinderat einstimmig für die Einführung des Digitalfunks als Erstteilnehmer.

Geschäftsführer Walter Neudecker gab bekannt, dass ab 1. Mai 2015 für die Betreuung der Asylbewerber eine halbe Stelle sichergestellt werde, die die Diakonie übernehmen werde. Annelie Gromoll (OBIC) informierte, dass es noch Probleme bei der Aufnahme der Asylbewerberkinder in der Schule gebe, da die entsprechenden Gesundheits- und Impfzeugnisse noch nicht vorlägen. Weil die Impfnachweise fehlten, könnten die Kinder wegen der eventuellen Ansteckungsgefahr auch noch nicht eingeschult werden.

Peter Spannring fragte noch, ob die Veranstaltung vom Wirt am Eisstadion während des Eisspeedwayfinales genehmigt war. Hintergrund ist, dass das Fest des DEC Inzell in der Turnhalle mit den Hurricanes schon seit langem geplant war und draußen im Zelt eine eigene Veranstaltung mit einer zusätzlichen Liveband abgehalten wurde. Bürgermeister Martin Hobmaier entgegnete, dass diese Zusatzveranstaltung ganz normal angemeldet wurde und deshalb auch kein Einschreiten notwendig war. hw