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Inzell muss Kindergarten-Defizit ausgleichen

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Das Defizit im Inzeller Kindergarten/ -krippe ist höher als erwartet und muss von der Gemeinde Inzell zu 100 Prozent ausgeglichen werden. (Foto: Wegscheider)

Inzell. Einstimmig beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, 46 000 statt der angesetzten 35 000 Euro Defizit für das Kindergartenjahr 2012/13 zu übernehmen. Die Gemeinde hat mit dem Katholischen Pfarramt einen Defizitvertrag unterschrieben, derzeit seien keine Zuschüsse vom Ordinariat zu bekommen, hieß es. Den Anteil der Kinder aus Weißbach übernimmt die Gemeinde Schneizlreuth.


Für das aktuelle Kindergartenjahr 2013/14 sieht es noch schlimmer aus. Wegen fehlender Belegung beläuft sich das kalkulierte Defizit auf 115 000 Euro. Derzeit hat der Kindergarten vier Regelgruppen und eine Krippe, in der nur fünf anstatt der kalkulierten 15 bis 16 Kleinkinder unter drei Jahren betreut werden. Offenbar haben sich wieder mehr Eltern dafür entschieden, ihre Kinder selbst zu Hause zu erziehen. Sollten im Laufe des Jahres doch noch Eltern einen Krippenplatz in Anspruch nehmen, würde sich das Defizit für die Gemeinde reduzieren. Fünf bis sechs Stunden pro Tag auf 195 Euro im Monat, für einen normalen Kindergartenplatz auf 105 Euro.

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Diskutiert wurden in der Sitzung auch die Beiträge der Eltern für das Kindergartenjahr 2014/15. Ins Auge gefasst wurde ein sozial gerechtes Modell, wobei sich der monatliche Betrag nach dem Einkommen der Familie richtet. Dies wurde vorab mit der Kirchenverwaltung besprochen und man kam zu dem Entschluss, dass der Aufwand nicht im Verhältnis zum Ertrag stehen würde.

Bernhard Jung (CSU) sah den Aufwand keineswegs so hoch. Er fand das Modell eine gute Möglichkeit, finanzschwache Familien zu entlasten. Rudi Heitauer (Forum Aktiv) entgegnete, dass rund 80 Anpassungsanträge bearbeitet werden müssten. Im Laufe des Jahres werde sich die Zahl auf 100 bis 120 erhöhen, was einen solch hohen Verwaltungsaufwand nicht rechtfertigen würde. Deshalb wurde eine Gebührenstaffelung für das Jahr 2014/15 verworfen.

Allerdings gibt es dann das Angebot mit gestaffelten Buchungszeiten (angelehnt an die Spielgruppe), die Kinder auch nur zwei oder drei Tage in den Kindergarten zu bringen. Amelie Gromoll (OBIC) wollte noch wissen, wie hoch das Defizit für dieses Jahr dann angesetzt wird, worauf Bürgermeister Martin Hobmaier entgegnete, dass man von steigenden Kinderzahlen ausgehe und sich der Betrag somit vermindern werde.

Weiter behandelt wurde der Antrag, an der Adlgasser Straße eine Garage abzureißen und eine 80 Quadratmeter große neue Doppelgarage mit Abstellraum zu bauen. Die Nachbarn hatten keine Einwände, auch die Erschließung ist gesichert. Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben ausnahmslos zu, ebenso dem Antrag eines Bauwerbers aus Reith, der den Vorbescheid für den Bau eines Milchviehstalls für 30 Kühe verlängern wollte. Baurechtlich ist dieser Stall bereits genehmigt. hw