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Inzell bereitet sich auf Asylbewerber vor

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Nach abgeschlossener Sanierung, in der das ehemalige Hotel Berghof unter anderem eine Außen-Fluchttreppe bekam, steht die Inzeller Immobilie für neue Bewohner bereit. (Foto: Mergenthal)

Inzell. Die Asylbewerber-Unterkunft im ehemaligen Hotel Berghof an der Bundesstraße 304 soll wieder in Betrieb genommen werden; noch bis Jahresende werden die ersten Asyl suchenden Menschen dort untergebracht. Diese Nachricht hatte Bürgermeister Martin Hobmaier im Gemeinderat aufgrund eines Schreibens der Regierung von Oberbayern. Bereits von 1990 bis 2007 hatten dort etwa 70 Asylbewerber gelebt. Nun wurde die Immobilie vom Eigentümer renoviert und kann wieder für eine Gemeinschaftsunterkunft genutzt werden.


Woher die Asylbewerber kommen, ist laut Hobmaier noch offen, ebenso, wie viele Kinder und Jugendliche darunter sind. Die Regierung bietet der Gemeinde an, sie neben dem Staatlichen Schulamt hier in den Informationsfluss mit einzubinden.

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Fachkundige Betreuung durch hauptamtliche Kraft

Laut Schreiben der Regierung kommen derzeit viele Asylbewerber aus dem Nahen Osten an, vorrangig aus Syrien oder Afghanistan. Ziel sei wie bei den 26 anderen oberbayerischen Gemeinschaftsunterkünften, eine gemischte Belegung von Familien und Alleinstehenden und auch eine Mischung im Hinblick auf Alter, Ethnie, Nationalität und Religion. »Diese Zusammensetzung der Unterkunftsverbände hat sich seit mehreren Jahren im Regierungsbezirk Oberbayern bewährt«, erläuterte Oberregierungsrat Martin Scheiter.

Die Inzeller Asylbewerber sollen von einer hauptamtlichen Kraft fachkundig betreut werden, die die der Bezirk beim Sozialministerium beantragt hat. Der Bürgermeister berichtete, beim »Maria Ecker Gespräch« sei ihm zugesagt worden, dass dafür eine halbe Stelle geschaffen wird und dass das Diakonische Werk Traunstein diesen Hauptamtlichen stellt. In Maria Eck sei der evangelische Pfarrer Thomas Seitz dabei gewesen. Auch der katholische Pfarrer Quirin Strobl bringe sich bei dem Thema mit ein. »Es ist ein Termin mit allen sozialen Netzwerken geplant, damit wir geschickt sind, wenn sie kommen«, erklärte Hobmaier. In der künftigen Inzeller Unterkunft sind sowohl für den hauptamtlichen Betreuer als auch für bürgerschaftliches Engagement sogenannte Sozialräume vorgesehen.

Insgesamt sollen bis zu 68 Unterkunftsplätze in Inzell entstehen. Im Landkreis Traunstein wohnen derzeit 302 Asylbewerber. Bis Jahresende sollen es etwa 350 sein und in einem Jahr 700 bis 800. Damit wären fast zehn Prozent aller Asylbewerber in Inzell untergebracht, betonte Hobmaier. Dies sei eine gute Quote, um als Gemeinde hier seinen Beitrag zu leisten. Beim Bürgermeister-Dienstgespräch in Maria Eck habe er auch bei allen seinen Kollegen die Bereitschaft gespürt, für diese Menschen etwas zu unternehmen. Dezentrale Unterkünfte mit mehreren Betten würden derzeit im Landkreis noch gesucht.

Annelie Gromoll (Offene Bürgerliste Inzell-Chiemgau) regte eine Besichtigung des sanierten ehemaligen Hotels zusammen mit der Diakonie und dem Gemeinderat vor dem Einzug der Asylbewerber an. Wichtig sei es zu wissen, wer die Ansprechpartner sind, betonte Rudolf Heitauer (Forum aktiv). Für die Regierung ist dies dem Informationsschreiben zufolge Thomas Kaukal.

Peter Fegg (CSU) erkundigte sich, wie die schulpflichtigen Kinder unter den ausländischen Gästen auf Zeit eingebunden werden. Wie Hobmaier betonte, wird besonderer Wert auf den Deutschunterricht gelegt. »Unserer Klassen sind so bestückt, dass überall noch Platz ist«, ergänzte er. Man rechne ja nicht damit, dass gleich zehn Kinder derselben Jahrgangsstufe kommen. Auch im Kindergarten bringe man trotz guter Belegung noch einzelne Kinder unter. vm

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