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Inzell bekam Kaufangebot für Hotel zur Post angeboten

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Die Gemeinde Inzell lotet derzeit die Möglichkeiten aus, um durch einen Kauf des Hotels zur Post diesen trostlosen Anblick zu beseitigen. (Foto: Mergenthal)

Inzell. Zwei interessante Neuigkeiten hatte Bürgermeister Martin Hobmaier am Montagabend im Gemeinderat: Die Gemeinde Inzell habe ein Kaufangebot für das Hotel zur Post unterbreitet bekommen. Das Asylbewerberheim im ehemaligen Hotel Berghof werde wieder eröffnet.


Beim im Mai 2007 abgebrannten Hotel zur Post in der Inzeller Ortsmitte plant die Gemeinde, einen staatlichen Zuschuss zu beantragen. »Wir müssen die Zuschussfähigkeit überprüfen und bei der Kommunalaufsicht die Finanzierbarkeit prüfen«, erläuterte Hobmaier. Da im Gemeindehaushalt kein Spielraum für so große Investitionen ist, sondern lediglich der Betrieb aufrechterhalten werden kann, rechnet der Bürgermeister damit, dass man einen eventuellen Kauf durch zusätzliche Kreditaufnahme finanzieren muss.

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»Das wird schwierig sein«, so das Fazit des Inzeller Rathauschefs. Aber nachdem sich in den fünf Jahren nach dem Brand trotz immer neuer, aussichtsreicher Gespräche noch kein Investor gefunden habe, sei die Gemeinde entschlossen, »diesen steinigen Weg weiterzugehen«. Sobald nähere Einzelheiten geklärt sind und sich eine Möglichkeit abzeichnet, will er die Öffentlichkeit informieren.

Vom Hausbesitzer des ehemaligen Hotels Berghof zwischen Schwarzberg und Inzell an der Bundesstraße 304 hatte Hobmaier erfahren, dass in dieses Haus wieder Asylbewerber kommen. Die Regierung von Oberbayern habe dies auf Anfrage bestätigt. Bereits von November 1990 bis Juli 2007 waren bis zu 60 Asylsuchende in dem früheren Hotel untergebracht gewesen. Es habe sich für diesen Zweck bewährt, meinte der Rathauschef. Das Gebäude, das eine Zeit lang leer und zum Verkauf stand, wird laut Hobmaier derzeit überprüft. Er rechnet damit, dass bis zu 40 oder 50 Asylsuchende kommen. Wenn die Rahmenbedingungen passten, habe man da als Gemeinde nichts dagegen. »Im Prinzip brauchen die, die daheim verfolgt werden, auch eine Heimat.«

Rudolf Heitauer (Forum aktiv) regte an, Pfarrer Quirin Strobl frühzeitig zu informieren. Die frühzeitige Einbindung der Kirche habe sich auch bei Pfarrer Hans Krämmer bewährt. Josef Rieder, Fraktionssprecher von SPD/Bürger für Inzell, fragte nach, ob auch Familien mit Kindern dabei sind. Dies zu klären ist seiner Ansicht nach wichtig, um die gemeindliche Infrastruktur, die zum Teil an die Grenzen ihrer Kapazität stößt – wie derzeit der Kindergarten –, anzupassen. vm