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Internetkriminalität macht Sorgen

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Polizeipräsident Robert Heimberger (links) übergab gestern an den Stellvertretenden Landrat Josef Konhäuser den Sicherheitsbericht des Landkreises für das Jahr 2012. (Foto: Brenninger)

Die Zahl der Straftaten im Landkreis Traunstein ist gestiegen: 7298 Straftaten wurden im vergangenen Jahr verübt, das waren 438 Delikte mehr als 2011. Das geht aus der Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd hervor.


Trotz des Anstiegs sprach Polizeipräsident Robert Heimberger gestern bei einer Pressekonferenz im Landratsamt »von einer guten Sicherheitslage im Landkreis«. Er begründete dies unter anderem damit, dass knapp zwei Drittel aller Straftaten geklärt werden konnten – genau waren es 4725 Fälle. Die Aufklärungsquote stieg damit um 0,7 Prozent auf 64,7 Prozent. »Das ist ein bemerkenswerter Wert«, betonte Heimberger. Auch der Stellvertretende Landrat Josef Konhäuser zeigte sich überzeugt, dass »wir weiterhin ein sicherer und lebenswerter Landkreis sind«.

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Zu den 4725 geklärten Straftaten ermittelte die Polizei 3790 Tatverdächtige. »Darunter befand sich ein Anteil von 26,4 Prozent nichtdeutscher Personen«, heißt es in der Kriminalstatistik. »Zieht man die Anzahl der spezifischen Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz ab, so beträgt der Ausländeranteil an allen Tatverdächtigen noch 19,9 Prozent.«

Was Heimberger in diesem Bereich großen Sorgen bereitet, ist die Anzahl der jugendlichen Tatverdächtigen. 25,1 Prozent der Verdächtigen waren nämlich jünger als 21 Jahre. »Das ist eine bedenkliche Entwicklung«, sagte Heimberger.

Er ging dann noch auf die einzelnen Deliktsbereiche ein. Er hob dabei vor allem die Internetkriminalität hervor. »Diese ist eine der großen Sorgen für die Zukunft«, betonte er. »Die Taten in diesem Bereich werden immer phantasievoller.« Zudem seien hier die Ermittlungen sehr schwierig, denn die Täter seien sehr häufig im Ausland oder agieren von einem unbekannten Tatort. »Man sollte nicht zu sorglos mit seinen persönlichen Daten im Netz umgehen«, riet er. »Prävention wird in diesem Bereich das Wichtigste sein«, ergänzte Konhäuser. »Die Leute müssen ein anderes Sicherheitsbewusstsein bekommen.«

Im Bereich der Gewaltkriminalität gab es im vergangenen Jahr 198 Fälle – das waren 19 Delikte mehr als 2011. Die Aufklärungsquote sank von 88,8 auf 84,3 Prozent. Klären konnte die Polizei unter anderem den Mord an einer Frau, die im Juli in einem Waldstück in Wimpasing gefunden wurde. Der Täter wurde mittlerweile zu zwölf Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt (wir berichteten).

Zudem gab es im vorigen Jahr auch vier Drogentote. Die vier Männer brachten sich durch den Missbrauch von Schmerzpflastern um, betonte Heimberger. »Das ist eine Entwicklung, die uns durchaus Sorge bereitet«, betonte er. Insgesamt ist die Anzahl der Rauschgiftdelikte spürbar angestiegen – und zwar um 57 Delikte auf 530.

Die Langfinger schlugen im vorigen Jahr ebenfalls häufiger zu. Es gab 1982 Diebstähle und damit um 81 mehr als 2011. Auch bei der Straßenkriminalität verzeichnete die Polizei einen Anstieg: 1298 Fälle gab's in diesem Bereich, das sind 199 Delikte mehr als in der vorherigen Statistik. Die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte stieg laut Statistik auf 1364 Fälle, 2011 waren es noch 138 weniger. Die Zahl der Sexualdelikte ist hingegen deutlich zurückgegangen: Die Polizei registrierte 52 Fälle, das waren 47 Delikte weniger als 2011. SB