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Interesse an Agenda-Arbeitskreisen ist sehr gering

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Auf der rechten Seite ist die Bushaltestelle Brandstätt wenig einladend. Zum Abstellen von Fahrrädern bleibt nur der Schildermast, wartende Fahrgäste stehen fast auf der Straße. Auf der linken Seite ist die Bushaltestelle Brandstätt für die entgegengesetzte Richtung. Hier gibt es ein Buswartehäuschen. (Foto: T. Eder)

Grassau – Als sich die Agenda-21-Arbeitskreise formierten, galt es, ein Angebot für aktive Bürgerbeteiligung zu bieten; doch das Interesse ging stark zurück.


In den vergangenen Jahren ist das Interesse an den Arbeitskreisen allerdings stark zurückgegangen und aus den Kreisen wurden Einzelkämpfer oder kleine Grüppchen. Im Agenda-Forum wurde nun über den Fortbestand der Arbeitskreise und des Forums diskutiert.

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Rita Laxganger, die neben dem Arbeitskreis »Familie und Senioren« auch das Forum leitet, suchte zudem einen Nachfolger. Die Führung des Agenda-Forums wird nun von Margarete Kastner übernommen. Rita Laxganger leitet weiterhin den Arbeitskreis »Familie und Senioren«.

Etwas bedrückend war die Stimmung im Agenda-Forum. In früheren Jahren wurden im Forum Anträge aus den Arbeitskreisen diskutiert und entschieden, ob die Vorschläge an den Marktgemeinderat zur Beschlussfassung und Genehmigung weitergereicht werden. Nun aber stand zunächst der Fortbestand des Forums als übergeordnetes Organ auf dem Prüfstand. Auch über die weitere Arbeit der Arbeitskreise wurde diskutiert. Erich Kamm, Leiter des Arbeitskreises »Ortsleitbild«, plädierte für die Auflösung dieses Kreises, da in den vergangenen zehn Jahren kein einziger Bürger Interesse gezeigt habe.

Auch Richard Bämayr vom Arbeitskreis »Erneuerbare Energie« erklärte, dass die Resonanz gleich Null sei. Bürgermeister Rudi Jantke betonte, dass Bürgerbeteiligung nicht nur in den Agenda-Arbeitskreisen möglich sei und in Grassau sehr viel Engagement in den Vereinen geleistet werde. Dem stimmte auch Marktgemeinderat Josef Grießenböck zu, der hinzufügte, dass sich sehr viele auch außerhalb von Vereinen engagieren würden, wie beispielsweise in der Spielegruppe.

In den Agenda-Arbeitskreisen würden sich eher die Bürger im »gesetzteren Alter« beteiligen, resümierte Michael Strehhuber. Er würde aber die Gruppen nicht auflösen, damit diese, sollte es ein konkretes Projekt geben, wieder aktiviert werden könnten. Man einigte sich darauf, dass es einmal im Jahr eine gemeinsame Sitzung aller Kreise geben soll, als Alternative zum Agenda-Forum und als Bindeglied zwischen Arbeitskreisen und der Gemeinde.

Roland Amstädter, Sprecher des Arbeitskreises »Ortsgestaltung und Verkehr«, interessierte, ob es Ergebnisse zum Projekt Verlegung der Bushaltestelle Brandstätt in Richtung Unterführung gebe. Das Problem sei, so Jantke, dass die Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) auf den Namen »Haltestelle Brandstätt« bestehe und somit einer Verlegung nicht zustimme. Außerdem beharre das Unternehmen darauf, dass die Bushaltestellen auf beiden Straßenseiten den gleichen Namen »Brandstätt« trage. Die Haltestellen würden dann nicht mehr auf gleicher Höhe liegen, sondern etwas über 50 Meter auseinander. Somit bleibe vorerst die bestehende Haltestelle ohne Wartebereich für die Passagiere bestehen.

Zur Diskussion stand erneut der Projektantrag des Arbeitskreises »Erneuerbare Energien« zur Realisierung eines Kleinstwasserkraftwerks am Klaushäusl. Die alte Aufschlagwasserleitung, die einst dem Betrieb der Reichenbach'schen Solepumpe diente, soll neu verlegt werden. Mittels einer Druckleitung soll eine Turbine mit Generator betrieben werden und der erzeugte Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden. Ein Teil des abfließenden Wassers könnte ein funktionstüchtiges Modell einer Reichenbach'schen Pumpe antreiben. Dieses Modell wäre dann eine zusätzliche Attraktion für das bestehende Museum.

Richard Bämayr informierte weiter, dass dieser Antrag schon einmal 2015 gestellt worden sei und der Marktgemeinderat damals einer Machbarkeitsstudie zugestimmt habe. Allerdings, so fügte Jantke hinzu, sei das Projekt von den Bayrischen Staatsforsten kategorisch abgelehnt worden. Im jetzigen Antrag sei die Wegstrecke wesentlich verkürzt. Laut Bämayr reiche ein Höhenunterschied von 70 bis 90 Höhenmeter. Rund 20 Haushalte könnten mit dem Strom versorgt werden. Bämayr beantragte erneut eine Machbarkeitsstudie, wobei auch die ökologische Seite betrachtet werden müsse, denn dem Bach dürfe nicht zu viel Wasser entzogen werden. Einstimmig votierte das Gremium für den Antrag. Nun wird sich der Gemeinderat erneut mit diesem Vorschlag beschäftigen. tb

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