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Florian Hamm von der ILS Traunstein nahm in Passau Notrufe an.

Integrierte Leitstelle Traunstein war »offline«

Der Betrieb in der Integrierten Leitstelle (ILS) Traunstein war Anfang der Woche nach Angaben des Landratsamts vorübergehend eingestellt. Erstmals seit zwölf Jahren war sie damit »offline«. In die Bresche sprang die ILS Passau. Alles war aber nur eine Übung: Man probte den sogenannten Vertretungsbetrieb. Und so war ein Tross der Leitstelle Traunstein, der aus elf Personen bestand, am Montag und Dienstag in den Räumen der ILS Passau.


Der Vertretungsbetrieb zählt zu den sogenannten Ausfall- und Redundanzkonzepten, die jede Integrierte Leitstelle in Bayern vorweisen muss. Hierzu schließen sich immer zwei Leitstellen zusammen. Beim Vertretungsbetrieb geht man davon aus, dass der Betrieb in einer der beiden Leitstellen nicht mehr vollzogen werden kann, weil das Gebäude verlassen werden muss. Ein mögliches Szenario wäre, dass es zum Beispiel in der ILS Traunstein zu einem Brandereignis kommt und die Räumlichkeiten hierdurch nicht mehr genutzt werden können.

Sämtliche Notrufe werden in einem solchen Fall zur Partnerleitstelle nach Passau umgeleitet. Die Technik in der ILS Passau wird durch ein paar Handgriffe so ertüchtigt, dass die Notrufannahme und Alarmierung der Einsatzkräfte von Passau aus gesteuert werden können, ohne dass es der Bürger beziehungsweise die Einsatzkräfte merken. Natürlich muss die Leitstelle Traunstein in diesem Fall dann umgehend Personal nach Passau entsenden.

In den letzten Wochen war die Technik der beiden Leitstellen in Traunstein und Passau für den Test vorbereitet worden. Gemeinsam wurden zudem die organisatorischen Festlegungen für den Vertretungsbetrieb getroffen. Am Montag trafen die Traunsteiner Leitstellenmitarbeiter um 10 Uhr in der ILS Passau ein. Nach einer gemeinsamen Besprechung und Festlegung des Tagesablaufs wurden die zugeteilten Arbeitsplätze eingerichtet und diverse technische Szenarien durchgespielt. Um an den zugewiesenen Arbeitsplätzen Praxiserfahrung sammeln zu können, nahmen die Traunsteiner ILS-Disponenten am ersten Tag bereits Notrufe aus dem Leitstellenbereich Passau an. Der erste Vertretungstag ging erfolgreich zu Ende.

Am Dienstag stand dann der eigentliche Vertretungsbetrieb auf der Agenda. Um 6.45 Uhr betraten die Traunsteiner die Räumlichkeiten der ILS Passau. Nach einer kurzen Morgenrunde und Briefing aller Kollegen wurden die Arbeitsplätze besetzt. Anschließend startete der Vertretungsbetrieb, der streng nach den Vorgaben eines im Vorfeld gemeinsam erstellten Protokolls abgearbeitet wurde. Die einzelnen Maßnahmen wurden so aufgebaut, dass bei Problemen jederzeit zurückgebaut werden konnte.

Durch die erfolgreiche Einrichtung des Vertretungsbetriebs wird die Ausfallsicherheit der ILS Traunstein auf ein Maximum gesteigert. Sollte die ILS Traunstein ihr Gebäude künftig verlassen müssen, sehen sich die ILS-Mitarbeiter auch für diesen Fall bestens gewappnet.

Ab September wird in der ILS Traunstein turnusmäßig die komplette Hardware und Technik ausgetauscht. Sollte es hierbei zu Systemausfällen kommen, kann der Betrieb jederzeit von Passau aus koordiniert werden.

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