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Initialzündung für eine neue Kulturinitiative

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Kirchanschöring – Den Verlust von Veranstaltungen in Kirchanschöring wie etwa das »Zeltln« oder die »Nacht der Musik« beklagte Georg Jäger im Gemeinderat. Besonders bedauerlich sei, dass der Christkindlmarkt nicht mehr in gewohnter Form stattfindet.


In Fridolfing organisiert der Gewerbeverband seit 1995 einen Christkindlmarkt. Vor einigen Jahren schloss man sich mit Kirchanschöring zusammen und veranstaltete seit 2008 jedes Jahr am ersten Adventswochenende abwechselnd den Markt. Turnusmäßig war 2016 zwar wieder Fridolfing an der Reihe, aber der dortige Gewerbeverband hat die Organisation des Markts an die Gemeinde abgegeben. Wie es nun hieß, wolle die den Christkindlmarkt ohne entsprechende Absprache mit der Nachbargemeinde künftig jedes Jahr in ihrem Ort ausrichten.

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Florian Tahedl, der auch als Schriftführer der örtlichen Geschäftswelt fungiert, betonte in der Sitzung, dass es in Kirchanschöring aktuell zu wenig geeignete Standbetreiber für einen eigenen Christkindlmarkt gebe. Daher müsse man sich etwas überlegen. Der Weihnachtsmarkt in Kirchanschöring sei sehr beliebt gewesen und habe viele Besucher angezogen. »Er war ein Treffpunkt von nicht zu unterschätzender gesellschaftlicher Bedeutung«, ergänzte Jäger.

Die Idee, das sogenannte »Zeltln« und eine »Nacht der Musik« in der Region sowie einen kollektiven Ausflug unter dem Motto »Eine Gemeinde geht auf Reisen« im Ort auf die Beine zu stellen, sei in Kirchanschöring geboren und anfangs auch nur dort ausgerichtet worden. Der Gemeinderat hat nach anfänglichem Rückhalt später dem »Zeltln« jedoch teilweise die notwendige Unterstützung entzogen, obwohl der Veranstalter bemüht war, es in Kirchanschöring weiterzuführen. So mussten sich die Befürworter im Gremium der Mehrheit beugen, dass die Veranstaltung finanziell nicht mehr unterstützt wird.

Jetzt könne man aber sehen, wie die Veranstaltungen in anderen Gemeinden erfolgreich laufen. »Wir verlieren immer mehr, was wir bei uns hier ins Leben gerufen haben und wo wir die Vorreiter waren«, resümierte Jäger, der nun auch das Aus für den »lebendigen Adventskalender« befürchtet. Man müsse bald etwas unternehmen, damit wieder mehr Leben ins Dorf kommt. »Damit es etwas Sinnvolles wird, sollten wir vielleicht einen Arbeitskreis oder ein Gremium schaffen, die sich darum kümmern.«

Es soll ein Kreis sein, der beispielsweise am Entwickeln eines dörflichen Kulturprogramms mitwirkt, Ideen und Vorschläge aus den unterschiedlichsten Bereichen von Bürgern sammelt und selber entwickelt, damit der Ort schön und lebenswert bleibt und fit gemacht wird für die Zukunft. Das Gremium sollte außerdem Netzwerke knüpfen und Verbündete suchen. »Man kann nämlich viel unternehmen, was das Gemeinschaftsleben stärkt, und darf sich nicht auf den Lorbeeren der Dorferneuerung ausruhen.« Jeder sei eingeladen, sich um die weitere Entwicklung des Dorfs Gedanken zu machen.

»Wenn wir wissen, dass Leute da sind, die sich um all diese Dinge kümmern, werden wir sie gerne unterstützen«, versprach Bürgermeister Hans-Jörg Birner abschließend – mit dem großen Aber, die Verwaltung sei personell nicht dazu in der Lage. Die Ideen sowie deren Umsetzung sollten auch aus der Bürgerschaft kommen und von dieser getragen werden.

Auf Nachfrage bei Bürgermeister Birner nach der Sitzung hieß es: »Was in meinen Augen sinnvoll wäre, ist ein Arbeitskreis aus Gemeinderäten und interessierten Bürgern im Rahmen des Projekts 'Leben und Wirtschaften in Kirchanschöring', der sich dieser Sache annimmt und Überlegungen anstellt, wie die Situation verbessert werden kann.« Er könne sich auch gut die Gründung eines Vereins vorstellen.« ca