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Individueller Jahrgang »voller Überraschungen«

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Viele Wünsche und Hoffnungen begleiten die Abiturienten auf ihrem weiteren Weg. Symbolisch ließen die Absolventen bei ihrer Abifeier im Innenhof des Annette-Kolb-Gymnasiums bunte Luftballone in die Luft steigen. (Foto: Effner)

Traunstein – »Ihr seid ein besonderer, ein facettenreicher Jahrgang, der immer wieder für Überraschungen gut war«, bilanzierte Schulleiter Bernd Amschler bei der Abiturfeier des Annette-Kolb-Gymnasiums.


106 Absolventen haben die Prüfungen bestanden und erhielten ihr Reifezeugnis. Zwölf Abiturienten schlossen mit außergewöhnlichen Leistungen von 1,5 und besser ab, zwei sogar mit der Traumnote 1,0.

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Amschler erinnerte daran, dass der Jahrgang mit dem außergewöhnlichen Q12-Konzert neue Massstäbe gesetzt habe. Ebenso errang ein P-Seminar zum Thema Nachhaltigkeit im Fach Biologie erstmals den Oberbayernpreis des Staatsministeriums und der bayerischen Wirtschaft für das AKG. Der Schulleiter zitierte bei seiner Rede den Schriftsteller Thomas Mann, der das Abitur vor 100 Jahren als »tagelange Schraubmarter« bezeichnet hatte. Sah sich der Literat als Abiturient noch selbst als »faul, verstockt und voll liederlichen Hohns über das Ganze«, so war er doch bereits mit 18 Jahren Mitherausgeber des Kulturmagazins »Frühlingssturm« und brachte es als deutsche Literaturgröße 1929 sogar zum Nobelpreis. Amschler gab den Abiturienten mit auf den Weg, dass der Erwerb von Wissen in unserer heutigen Wissensgesellschaft das eine sei, Bildung aber aus der Persönlichkeit und aktivem Tun erwachse.

Markus Oswald skizzierte als Elternbeiratsvorsitzender pointenreich den mitunter etwas steinigen und überraschungsreichen Weg vom ABC-Schützen zum Abiturienten für Eltern, Schüler und Lehrer. »Habe Mut zur Veränderung, misch' dich ein und trau' dir etwas zu, handle fair und erinnere dich an deine Werte«, gab er den frisch gebackenen Abiturienten mit auf den Weg. Diese sorgten mit humorvoller Moderation und facettenreichen Musikeinlagen immer wieder für kurzweilige Atempausen im Programm.

Als grund auf verschieden und trotzdem als Gemeinschaft einig bezeichneten die beiden Abiturientensprecher Elisabeth Spiegelsberger und Joseph Mörtl den diesjährigen Abiturjahrgang. Die Altersspanne sei ebenso wie die Unterschiede der Interessen groß gewesen. Viel Wissen sei ihnen vermittelt worden, aber auch der Geist der Demokratie und die Pflicht, sich einzumischen. »Europa ist nicht nur ein Programm, sondern unsere Zukunft, die es zu verteidigen gilt«, unterstrich Mörtl. Beide dankten den Lehrkräften auch für Charakterbildung und die Vermittlung der »kleinen Dinge des Lebens«.

Eine »ausgeprägte Gelassenheit« bescheinigte Oberstufenkoordinator Thomas Dietersberger den scheidenden Abiturienten. Erstmals hätten sie es in diesem Jahr geschafft, den Spannungsbogen am Tag der Notenbekanntgabe vor Pfingsten komplett umzukehren. Statt eine ganze Reihe nervöser Schüler noch vor dem Gespräch psychologisch zu unterstützen, habe er heuer beinahe selbst entsprechende Unterstützung gebraucht, gestand Dietersberger augenzwinkernd, als sich erst um Punkt zwölf Uhr ein Schwall von Abiturienten in die beinahe leere Aula ergoss, um zeitnah ihre Ergebnisse zu erfahren.

Begleitet von persönlichen Bildern und Motto-Musik erhielten die Absolventen ihre Abschlusszeugnisse von Schulleiter Amschler überreicht. Die zwölf besten Abiturienten wurden überdies mit Buchpreisen geehrt. Vier sind für besondere Förderprogramme vorgeschlagen. Fünf erhielten eine Mitgliedschaft in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft bzw. der Deutschen Mathematiker-Vereinigung. Amschler stellte besonders heraus, dass der renommierte Max-Fürst-Preis des Landrats heuer zweimal an Schüler bzw. ein Seminar des AKG verliehen wurde. Eine Schülerin erhielt überdies die Goldene Ehrennadel des Bayerischen Altphilologenverbands für ihre Latein-Leistungen.

Die besten Schüler des AKG waren: Sigrun Häusl und Laura Kraller (beide 1,0), Julian Kloiber und Joseph Mörtl (1,1), Julia Heidenthaler und Sabine Stampfl (1,2), Christoph Stern (1,3), David Bachmayer (1,4) sowie Julia Achatz, Selina Hagleitner, Julia Lockowandt und Ramona Pfaffinger (alle 1,5).

Mit einem originell gestalteten Gottesdienst in der Ruhpoldinger Kirche St. Georg und einem mitreißenden Programm im dortigen Kurhaus klang der Festtag aus. eff