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Konstanze von Reiwimmsting und Marinus von Egerdach trauen sich – Hochzeitsladen startet am 7. Januar

In Wonneberg gibt es wieder eine Faschingshochzeit

Wonneberg – Zum dritten Mal wird in St. Leonhard nach 1993 und 2004 im kommenden Jahr wieder eine lustige Faschingshochzeit gefeiert. »Damit die Tradition nicht ausstirbt«, erklärten die Initiatoren und »Dorffleißigsten« Manfred Huber und Richard Siglreitmaier bei der Vorstellung des Brautpaars im Gasthaus St. Leonhard. Sie übernehmen als Progoder auch gemeinsam die Aufgabe des Hochzeitsladers, um sich die Last zu teilen, weil zwei Lebern bekanntlich mehr vertragen und aushalten als eine.

Im Gasthaus St. Leonhard stellten die Progoder Richard Siglreitmaier (links) und Manfred Huber (rechts) das Brautpaar mit Konstanze von Reiwimmsting (Zweite von rechts) und Marinus Roglmoier (Zweiter von links) vor. Der Dorfheilige Canale Grande (Andi Abstreiter, Mitte) gab seinen vorläufigen Segen dazu. (Foto: Buthke)

Weil die Brautleute zunächst etwas schüchtern waren, berichteten die Progoder, wie sich die nicht mehr ganz taufrischen Brautleute Konstanze von Reiwimmsting (Konrad Ufertinger) und Marinus Roglmoier von Egerdach (Marion Mühlthaler) kennengelernt haben. Natürlich war es ein Unglückstag, ein Freitag, der 13., der dem Roglmoier die Freiheit gekostet hat. Auf dem beschwerlichen Heimweg vom Lauterer Wirt nach Egerdach nahm er eine Abkürzung über den Reichwimmer Pass. Was für den bergsteigerisch erfahrenen Senner normalerweise keine Schwierigkeit bedeutet hätte, wäre ihm das Schicksal nicht in Form eines Sturms über den Weg gelaufen.

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Eine »stingerte« Fuchsspur führte ihn schließlich unter das Kammerfenster der Konstanze, wo eine bereits seit Jahren fest montierte Leiter auf ihn wartete. Er kletterte die schwankende Konstruktion hoch und wurde von der durch Griebenschmalz muskulär gestählten Konstanze gleich ins Zimmer gerissen. »Und sieben Wochen später sind wir da, wo wir heute sind«, stellten die Progoder lapidar fest.

Bis der Marinus jedoch um die Hand der Konstanze anhalten konnte, dauerte es noch ein bisschen, denn schließlich kann nicht jeder einfach so hergehen und heiraten. »Das muss schon triftige Gründe haben«, meinten zumindest die Hochzeitslader. Marinus musste daraufhin seine Gründe nennen und nach jedem stimmte das Publikum über die »Triftigkeit« seiner Argumente ab. Die Gründe wie »Damit es in St. Leonhard wieder was zum Feiern gibt«, »Die Konstanze wirft im Sommer einen riesigen Schatten« oder »Der Heimweg vom Wirt ist viel kürzer« wurden vom Saal frenetisch bejubelt.

Dem Brautwerben des Marinus stand danach nichts mehr im Weg und die Konstanze fesselte ihn gleich mit Samthandschellen an sich, noch eher er sich aus der Kniestellung erhoben hatte und abwehrbereit war. Der Dorfheilige Canale Grande (Andi Abstreiter) gab seinen vorläufigen Segen dazu. Seinen endgültigen Segen wird der Pfarrer am 31. Januar bei der Faschingshochzeit in St. Leonhard erteilen. Gefeiert wird anschließend im Wirt in Weibhausen.

Die beiden Progoder werden am 7. Januar mit dem Hochzeitsladen beginnen. Zu wem die Progoder kommen sollen, der kann sich bei Manfred Huber unter der Telefonnummer 0171/706 40 24 oder bei Richard Siglreitmaier unter der Tele-fonnummer 0176/28 70 28 49 anmelden. Beide erklärten, dass sämtliche Einnahmen wieder einem sozialen Zweck innerhalb St. Leonhard zugutekommen werden. Bjr