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In Waging stehen inzwischen vier Wohnungen bereit

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Waging am See – Auch Waging bereitet sich intensiv auf eine steigende Zahl von Asylsuchenden vor. Um die syrische Familie, die seit etwa 14 Tagen in Fisching untergebracht ist, kümmert sich bereits eine Gruppe von Damen. Für drei weitere Wohnungen, die in nächster Zeit belegt werden sollen, sind jeweils Betreuergruppen gebildet worden, auch Sprachkurse sind in Vorbereitung. Das sind Ergebnisse eines Treffens im Pfarrsaal, an dem fast alle 60 Personen, die sich bei der Auftaktversammlung gemeldet hatten, teilnahmen.


Gemeindereferent Martin Riedl und Dritte Bürgermeisterin Hedwig Witzleben berichteten zunächst über die Wohnungssituation. Demnach gibt es in Fisching bereits eine zweite Wohnung für sechs Asylsuchende, die schon in diesen Tagen bezogen werden könnte. Weitere sechs Plätze bietet eine Wohnung in der Waginger Ortsmitte, und schließlich gibt es in Gastag eine vierte Wohnung für etwa 15 Personen. Mit einer Belegung der letzten beiden Wohnungen rechnet man aber erst im neuen Jahr.

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Gabi Caduri, Lydia Frey und Ilona Bauer haben sich kurzfristig der syrischen Familie angenommen, die am Abend der Auftaktversammlung angekommen war: Vater, Mutter und zwei Kinder im Grundschulalter. Aufgaben gab und gibt es in Hülle und Fülle – von der Beschaffung und Reparatur von Fahrrädern mit Vermittlung der wichtigsten Verkehrsregeln über den Schulbesuch bis zu Problemen mit der Heizung, mit der Ausstattung an Geschirr und manchem mehr.

Missverständnisse wegen Verständigungsproblemen

Dabei schilderte Ilona Bauer ihr Gefühl, dass für sie neben den kulturellen Unterschieden die Verständigung die größte, auch menschliche Barriere darstelle. Das bestätigte Lydia Frey: Die Sprache zu lernen, sei das Allerwichtigste. Denn durch Verständigungsprobleme gebe es Missverständnisse, die sehr unangenehm sein könnten.

Andererseits strahlten die Mitglieder der Familie große Dankbarkeit aus und Freude darüber, dass ihnen so geholfen wird. So werde jede der betreuenden Damen bei jedem Besuch zu einem Glas Tee eingeladen. Gabi Caduri wünschte sich, dass sich, wenn alles Grundlegende geregelt ist, auch Leute finden, die der Familie einmal den Ort zeigen, einen Spaziergang zum See machen oder sich mit den Kindern beschäftigen.

Was in diesem Fall allmählich vertraute Formen annimmt, ist für die weiteren Wohnungen jeweils noch eine große Herausforderung. Die Gruppen, die sich dafür gebildet haben, werden sich in engem Kontakt mit den Wohnungsbesitzern bald darum kümmern, dass überall Grundausstattungen vorhanden sind, damit bei der Belegung der Wohnung alles bereit steht.

Dabei wies Gabi Caduri mit Nachdruck darauf hin, dass es nicht Sinn von Hilfeleistungen sein könne, den Betreuern Kisten mit Kleidung oder Geschirr einfach vor die Haustüren zu stelle. Wenn etwas benötigt wird, werde es über die Helferkreise angefragt. Über diese Listen könne auch personelle Hilfe angefordert werden.

Dritte Bürgermeisterin Hedwig Witzleben sagte, die bisherigen Helferkreise hätten gezeigt, wie wichtig die Aufgabe ist, die »Asylsuchenden an der Hand zu nehmen, sie zu begleiten und zu unterstützen«. Es sei auch zu begrüßen, dass sich jetzt doch etliche Wohnungsbesitzer bereit erklärt haben, Asylsuchenden eine Unterkunft zu bieten. Es seien noch weitere Immobilien im Gespräch, die aber noch nicht spruchreif seien. »Ohne Sie geht gar nichts«, bekundete Witzleben den Dank der Gemeinde, die allein die Aufgabe nicht schultern könne, aber Unterstützung zugesagt habe, wo es möglich ist.

Für Anschaffungen gibt es auch Geld vom Pfarrverband

Martin Riedl stellte dazu fest, dass es sowohl vom Ordinariat wie auch vom Pfarrverband Geld gebe, wenn notwendige Anschaffungen anstünden; seitens der Gemeinde sollte dies noch abgeklärt werden. Riedl hatte zu dem Abend gleich drei der jungen, afghanischen Männer mitgebracht, die seit einigen Tagen im Ottinger Pfarrhof untergebracht sind. Die sehr aufgeschlossenen und höflichen Burschen machten sich gleich nützlich, stellten im Pfarrsaal die Stühle auf und räumten sie danach auch wieder auf. he

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