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In Vachendorf gibt es keine »Kellerkinder«

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Vachendorf. »In Vachendorf gibt es keine 'Kellerkinder’ in der Kindertagesstätte, denn sie rollieren durch.« Diese Feststellung traf Bürgermeister Rainer Schroll in der Bürgerversammlung im Gasthaus zur Post auf Anfrage von Michael Gutsjahr (»Kommen die Kinder auch mal aufa?«) Anlass war der Hinweis in seinem Rechenschaftsbericht, dass wegen der vermehrten Anmeldungen 2013/2014 in der »Katholischen Integrationskindertagesstätte Maria Himmelfahrt Vachendorf« ein Kellerraum ausgebaut worden sei, um die Ausnahmesituation zu meistern.


Ferner wollte Gutsjahr wissen, wie es mit der Zahl der Kinder weitergeht. Der Bürgermeister erläuterte dazu, dass die Gemeinde an alle Eltern ein Schreiben verschickt habe, um den Platzbedarf für die Kindertagesstätte zu ermitteln. »Der Rücklauf ist aber eher mau. Ich würde mir mehr Rückmeldung von den Eltern wünschen«, stellte Schroll fest. Die Betriebserlaubnis des Kindergartens sei vorübergehend auf 71 Plätze erhöht worden.

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Eine weitere Anfrage richtete sich auf den Erlass einer gemeindlichen Verordnung über die »Reinhaltung der öffentlichen Straßen und die Sicherung der Gehbahnen im Winter«. Danach ist es verboten, insbesondere Gehwege, Plätze, Fahrbahnen und Grünstreifen durch Tiere verunreinigen zu lassen. Verstöße können mit einer Geldbuße bis zu 500 Euro belegt werden. Festgestellt wurde, dass nicht der Hundekot das Thema sei, sondern eher der Pferdekot. Schroll stellte klar, dass in der Verordnung von Tieren die Rede sei und sie deshalb keinen Unterschied machen. Ein Bürger merkte jedoch an, dass Pferdekot im Gegensatz zu Hundekot rein pflanzlich und daher hygienisch weniger bedenklich sei.

Wie es um die Planungen beim Hochwasserschutz am Türlberg steht, wollte Klaus Weidmann wissen. Der Bürgermeister erklärte dazu, dass man wegen der Auswirkungen eines Ausbaus zum Beispiel auf die Mühlener Gruppe oder Untermühlen verschiedene Varianten habe untersuchen lassen. Die dritte Variante sei nun der Ablauf über den Dorf-Kanal. Dafür laufe die Berechnung hinsichtlich der Durchlässigkeit.

Zum Thema »Hochwasser« allgemein hob Schroll den hervorragenden Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Vachendorf beim Hochwasser Anfang Juni hervor. In 16 Keller sei Wasser gelaufen. Zusätzlich habe die Feuerwehr wegen Überflutungen Straßensperrungen in Stocka und Hasperting errichten sowie das Verkehrschaos bewältigen müssen, das durch die Ausleitung des Verkehrs von der überfluteten Autobahn im Ort verursacht worden sei.

Mit den Stadtwerken Rosenheim sei ein neuer Stromlieferungsvertrag für die gemeindlichen Einrichtungen abgeschlossen worden, der eine jährliche Einsparung von 3750 Euro bringe, berichtete Schroll weiter. Mit einem Kostenaufwand von 1700 Euro seien elf Straßenlampen auf LED-Technik umgerüstet worden. Wegen des Baus der Gasleitung nach Siegsdorf sei der Ausbau des Geh- und Radwegs nach Stocka auf das Frühjahr 2014 verschoben worden. Vachendorf bekomme aber einen Gasanschluss, der die Energie für die nächsten Jahrzehnte liefere. Im Schwimmbad sei eine Chlordosierungsanlage mit Mess- und Regeltechnik eingebaut worden. Die Kosten dafür bezifferte er mit rund 13 000 Euro. Beim Abwasser sei die Anschaffung einer Pumpe mit Steuerung für über 152 000 Euro notwendig gewesen. Die Investition habe die Gemeinde auf die Gebühren umlegen müssen und die Abwassergebühren entsprechend erhöht.

In seinen weiteren Ausführungen ging der Bürgermeister unter anderem auf statistische Zahlen aus dem Einwohnermeldeamt, den Gemeindehaushalt, den Beitritt zur lokalen Aktionsgruppe »Chiemgauer Alpen« des »ELER-Leader-Porgramms«, die Entwicklung der Grundschule mit der Amtseinführung der neuen Schulleiterin Irmgard Asenkerschbaumer und den Mittelschulverbund »Chiemgau-Süd« ein. Bjr

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