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In Traunreut mehrfach randaliert

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Mehrmals ließ der Angeklagte seine Fäuste fliegen. Außerdem randalierte er unter anderem in einer Arrestzelle und richtete einen Schaden von rund 1500 Euro an. (Foto: dpa)

Traunstein – Ein psychisch kranker, drogenabhängiger Mann aus Traunreut, der unter Betreuung steht, musste sich am Landgericht Traunstein verantworten, weil er wiederholt in seiner Heimatstadt randaliert und mehrere Menschen körperlich attackiert hatte.


Die Sechste Strafkammer mit Vorsitzendem Richter Dr. Jürgen Zenkel ordnete die Unterbringung des 33-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an und setzte sie gleichzeitig zur Bewährung aus. Der Beschuldigte kommt damit aber nicht auf freien Fuß, sondern wird laut Bewährungsauflage auf unbestimmte Zeit in einer geschlossenen, psychotherapeutischen Einrichtung bleiben müssen.

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»Ich werde dich irgendwann umbringen«

Der erste angeklagte Zwischenfall passierte am 3. November 2013. Der 33-Jährige war nachmittags in einer betreuten Wohngruppe an der Kantstraße zu Besuch und hielt sich im Zimmer einer Frau auf, obwohl er Hausverbot hatte. Dort griff er einen Mitbewohner an. Mehrere Schläge ins Gesicht verursachten diverse Prellungen und eine Schürfwunde an der Hand des Opfers. Als die Frau Schlimmeres verhindern wollte, erhielt sie die Antwort: »Ich werde dich irgendwann einmal umbringen.«

Gegen den Willen eines Mieters betrat der 33-Jährige am 7. Dezember 2013 dessen Wohnung und ließ dabei ein Jagdmesser mitgehen. Gemäß Antragsschrift ging der Beschuldigte am 30. Dezember 2013 gegen 16.30 Uhr in Traunreut auf dem Rathausplatz auf einen Passanten los und versetzte ihm mehrere Schläge mit der flachen Hand.

Vor einer Gaststätte an der Kantstraße trafen Faustschläge am Abend des 12. März einen anderen Geschädigten, der eine Platzwunde am Mund davon trug. Im Pfarrzentrum an der Südtiroler Straße verletzte der 33-Jährige am 4. Mai gegen 16.40 Uhr ein viertes Opfer durch Faustschläge und Abschürfungen im Gesicht.

Als Polizeibeamte den Traunreuter in Sicherheitsgewahrsam nehmen wollten, wehrte dieser sich mit gezielten Tritten gegen die Beine der Polizisten. In der Arrestzelle gab der Beschuldigte keine Ruhe. Er beschädigte das Türschloss mit einem Kugelschreiber und demolierte die Rufklingel. Mit dem zerbrochenen Kugelschreiber schlitzte er zusätzlich noch die Matratze auf. Der Gesamtschaden in der Zelle lag bei rund 1500 Euro.

Einen Tag später, am 5. Mai, gegen 22.30 Uhr, traf ein Faustschlag wieder einen Mann, dieses Mal auf Höhe der Postfiliale an der Kantstraße. Ärzte stellten bei diesem Geschädigten einen Nasenbeinbruch fest. Die Ermittler stießen am nächsten Tag noch auf insgesamt 56 Gramm Cannabis im Besitz des 33-Jährigen. Darüber hinaus lagen dem geständigen Traunreuter diverse Beleidigungen zur Last. Mit Blick auf das Gewicht der Hauptvorwürfe wie mehrfache vorsätzliche Körperverletzung, Bedrohung, Widerstand gegen Vollzugsbeamte, Sachbeschädigung, Diebstahl mit Waffen und Drogenbesitz stellte die Kammer einige der Beleidigungen ein.

»Erhebliche Wiederholungsgefahr«

Der an einer schizoaffektiven Störung, an Abhängigkeit von mehreren Drogen und einer dissozialen Persönlichkeitsstörung leidende Beschuldigte war aufgrund seines Krankheitsbilds zu allen Tatzeiten nicht schuldfähig und konnte deshalb nicht bestraft werden, wie ein psychiatrischer Gutachter attestierte.

Der Sachverständige gelangte zu erheblicher Wiederholungsgefahr und sah die Voraussetzungen für die Unterbringung in der Psychiatrie als erfüllt an. Unter strengen Vorgaben sei die Maßregel jedoch zur Bewährung auszusetzen. Das Gericht schloss sich an und folgte damit den identischen Anträgen von Staatsanwalt Christopher Lang und des Verteidigers Michael Vogel aus Traunstein. kd

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