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In Seeon muss sich wieder mehr rühren

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Seeon-Seebruck – Das Bürgermeisteramt sei eine »ganz neue Welt«. Die Themen, die ein Bürgermeister während eines Jahres zu bearbeiten habe, seien breit gefächert, interessant und abwechslungsreich. Es sei eine anstrengende Aufgabe, aber es mache sehr viel Spaß. Das war das Resümee von Bürgermeister Bernd Ruth nach einem Jahr Amtszeit, das er bei einem Informationsabend zog, den die drei freien Wählergruppierungen der Gemeinde Seeon-Seebruck im Gasthaus Alter Wirt in Seeon veranstalteten.


Kurz ließ Bernd Ruth das vergangene Jahr Revue passieren und informierte über aktuelle Entwicklungen. Die Planungen für das neue Rathaus in Seebruck liefen, der Umzug der Verwaltung nach Roitham in die Räume der »Gruber Alm« sei für den Spätherbst geplant. Der Baubeginn in Seebruck ist für Frühjahr 2016 vorgesehen. Im Bezug auf die Ansiedlung der Firma BrauKon in Seeon ist laut Ruth in den nächsten Wochen mit einer Baugenehmigung zu rechnen.

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Weiters informierte Bürgermeister Ruth darüber, dass seit kurzem neun afghanische Asylbewerber in Pavolding untergebracht sind. Die Gemeinde ist aber dringend aufgerufen, noch mehr Asylbewerber aufzunehmen, laut Verteilungsschlüssel müsste Seeon-Seebruck aktuell mindestens 36 Bewerber aufnehmen. Gemeinderat Hans Huber ermutigte die Bürger, den Asylbewerbern positiv gegenüberzutreten.

Ein weiteres Hauptthema des Informationsabends war die Verbesserung der Nahversorgung in Seeon. Zu diesem Thema liegt ein Antrag der freien Wählergruppe Seeon vor. Ein unabhängiges Fachbüro soll ein Nahversorgungskonzept, möglichst für den gesamten Gemeindebereich, erstellen. Gemeinderat Martin Bartlweber erklärte ausführlich, was er sich von solch einem Konzept erhoffe.

Für ihn sei Nahversorgung nicht nur die Versorgung der Bürger mit Lebensmitteln, sondern auch medizinische Versorgung, Behörden, öffentliche Verkehrsmittel und dergleichen mehr. Eine objektive Datenerhebung über Bevölkerungsstruktur, Kaufkraft und Kaufverhalten könne wichtige Hinweise geben, wie man das Angebot in Seeon erweitern könne, ohne bestehenden Geschäften zu schaden. Ziel müsse es sein, dass sich in Seeon »wieder mehr rührt«.

In der anschließenden Diskussion zu diesem Thema kam immer wieder zum Ausdruck, dass alle Konzepte nichts nützen, wenn die Leute zum Einkaufen lieber in die großen Zentren fahren, anstatt vor Ort einzukaufen. Hier müsse sich jeder an die eigene Nase fassen.

Wichtig sei auch ein gesundes Bevölkerungswachstum, hierzu müsse die Gemeinde nicht nur Baugrund für junge Familien zur Verfügung stellen, sondern auch Gewerbegebiete, damit Arbeitsplätze vor Ort entstehen können, so die Einschätzung von Gemeinderat Sepp Daxenberger. fb