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In Reit im Winkl wird kräftig investiert

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Für mehr als 50 neue Zimmer plant Oskar Stumbeck einen Erweiterungsbau für sein Hotel »Unterwirt«. Die »Hausbergresidenz«, so der geplante Name dafür, soll auf dem Gelände der Unterwirtsalm (im Vordergrund) entstehen, die dafür abgerissen wird. Mit dem Haupthaus (rechts hinten) soll der Neubau durch einen unterirdischen Weg verbunden werden. (Foto: Ostermaier)

Reit im Winkl. Die Reaktionen der Gemeinderäte auf zwei Anträge in der jüngsten Sitzung waren im Wortlaut fast deckungsgleich: »Genau so etwas brauchen wir, darauf haben wir gewartet« oder »es ist einfach nur begrüßenswert, wenn einheimische Unternehmer in dieser Weise investieren.« Die Räte bewerteten dabei zwei Bauvorhaben: Das eines örtlichen Hoteliers und ein weiteres eines Sportartikel- und Modehändlers, beide wollen ihre Betriebe erweitern. Diese verbale Unterstützung der Gemeinderäte drückte sich jeweils auch im Abstimmungsergebnis aus: Alle Räte votierten ohne Einwände für das jeweilige Bauvorhaben.


Das Hotel »Unterwirt« direkt neben der Pfarrkirche im Ortszentrum zählt zu den größten Betrieben und Arbeitgebern in der Gemeinde und mit der Zertifizierung »Vier Sterne superior« gehört es zu den höchstklassigen Übernachtungsbetrieben im Bergort. In seinem Anschreiben an die Verwaltung teilte der Hotelbesitzer Oskar Stumbeck mit, dass er zu bestimmten Zeiten wegen zu hoher Nachfrage kaum Zimmer insbesondere für Familien anbieten könne. Deshalb plane er östlich zu seinem Hotel einen Anbau.

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In diesem Zug soll die zum Betrieb gehörende und am Fuße des Hausbergs gelegene Unterwirtsalm weggerissen werden und stattdessen die »Hausbergresidenz« entstehen. Mehr als 50 Zimmer sollen durch den Erweiterungsbau gewonnen werden, wobei dessen Längsseite mit 32 Metern angegeben wird, die Breite mit gut 16 Metern. Die seitliche Wandhöhe wird laut Planungen 8,90 Meter betragen, die so zwar über die Normhöhe hinausragt, »dies würde sich aber gut in benachbarte, höhere Gebäude einfügen«, wie dies von mehreren Räten betont wurde.

Durch den Bau müsse ein Wanderweg, der von der Grundschule in den Kurpark führt, um einige Meter verlegt werden, was allerdings kaum eine Beeinträchtigung darstelle, so Bürgermeister Josef Heigenhauser in seinen Erläuterungen. Wesentlich war es dem Antragsteller, Oskar Stumbeck, zu betonen, dass durch diese »Hausbergresidenz« weder der Skibetrieb am Hausberg im Winter, noch der Freibadbetrieb im Sommer beeinträchtigt werden. Der ebenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft liegende Friedhof bleibe vom Hotelbetrieb ebenso unberührt. Nach kurzer Aussprache und einhelliger Zustimmung votierten die Räte zugunsten dieser Bauanfrage.

Einen konkreten Bauantrag legte im Vorfeld der Sitzung die Firma Franz Trattler GmbH vor. Auch dies ist ein alteingesessener Familienbetrieb, der in den vergangenen Jahren an verschiedenen Standorten im Dorf immer wieder erweitert wurde. Nun soll das Schuhgeschäft an der Weitseestraße um etwa 100 Quadratmeter Verkaufsfläche vergrößert werden. Man möchte so dem Kunden das »perfekte Einkaufserlebnis bieten« wie dies Vater und Sohn, Franz und Gerhard Trattler, in ihrem gemeinsamen Anschreiben an die Verwaltung zum Ausdruck brachten.

Dieser Anbau soll in nördlicher Richtung erfolgen und sich an das bestehende Gebäude halbkreisförmig angliedern. Auch hier muss im Zuge der Baumaßnahmen ein Weg verlegt werden, wobei der Gemeinderat darauf bestand, dass die jetzige Breite dieses »Wimmerkreuzweges« von 3,5 Metern als Mindestmaß beibehalten werden müsse.

Im Zuge des Anbaus wird gleichzeitig von der Familie Trattler ein neues Wohnhaus in unmittelbarer Nachbarschaft gebaut. Diesem ergänzenden Antrag hatte der Bauausschuss unmittelbar vor der Gemeinderatssitzung ebenso zugestimmt. Dabei wird ein derzeit bestehendes, älteres Wohnhaus am Wimmerkreuzweg abgerissen und ein Neubau in etwas verkleinerter Form erstellt.

Durch die Baumaßnahme, die im kommenden Frühjahr realisiert werde, soll die Zugangssituation zu einem weiteren Nachbargebäude, dem Heimatmuseum »Hausnhäusl« deutlich großzügiger gestaltet werden. Auch die bislang unübersichtliche Ausfahrt auf die Bundesstraße werde verbessert. Auch dieser Antrag fand lobende Zustimmung seitens der Räte und wurde ohne Gegenstimme befürwortet. ost