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In Grassau wird es ein Wiesengrab geben

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Grassau – Neben Urnenwänden und Gräbern soll es künftig im Grassauer Friedhof noch eine weitere Ruhestätte geben: ein Wiesengrab. Einhellig stimmte der Marktgemeinderat der Planung zu.


Die Idee für diese alternative Möglichkeit der Bestattung basiert auf einem Antrag des Agenda Arbeitskreises, eingereicht von Angelika Drost. Es gebe Familienangehörige, denen es nicht möglich sei, eine Grabstätte zu pflegen, die aber dennoch nicht auf eine würdige Ruhestätte verzichten wollen würden. Bei einem Wiesengrab werden die Urnen direkt in der Wiese bestattet. An den Grabstellen gibt es weder Blumen noch andere Dekorationen.

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Laut Bürgermeister Rudi Jantke soll das Wiesengrab im Osten des neuen Friedhofs entstehen. Das Rondell soll mit Granitsteinen eingefasst sein, die Wege dorthin sollen mit feinem Staffenkies befestigt werden. Die Urnen sollen in den vier Segmenten des Wiesengrabs bestattet werden, jedoch ohne Namen. Geplant ist, dass in der Mitte des Rondells eine schlichte, viereckige Stele steht, deren Seiten zu den Segmenten zeigen. Die Namen der Bestatteten mit Geburts- und Sterbedatum sind dann auf den vier Stelenseiten zu finden.

Steinmetzmeister Fritz Seibold hat die geplante Stele entworfen. Demnach soll sie 2,60 Meter hoch und an den Seiten jeweils 60 Zentimeter breit sein. Der obere Bereich soll mit einem Ornamentfließband verziert sein. 78 bis 80 Namen würden auf die Stele passen. Als Material schlug Seibold fränkischen Muschelkalk vor, da sich auf diesem die geplante Metallschrift gut befestigt lasse. Von Gravierungen riet der Experte ab, da sie beim Entfernen von Namen herausgeschliffen werden müssten und Einkerbungen bleiben würden.

Herbert Gschöderer (SPD) fragte nach der porösen Oberfläche des Steins und wollte wissen, ob dieser vermoost. Laut Seibold wird sich der Stein sicherlich verändern und auch etwas verwittern. Doch das seien Spuren der Vergänglichkeit, die in seinen Augen auf einem Friedhof auch sein dürften.

Mit 80 Bestattungen, so Jantke, werde man eine gute Zeit auskommen, zumal viele Gräber nach der Ruhefrist von zehn Jahren auch wieder aufgelöst würden. Er bezifferte die Kosten für Stele, Pflasterarbeiten und Wege auf rund 23 000 Euro. Für einen dritten Weg, wie von Alfred Körner angeregt, würden wohl weitere 1000 Euro hinzukommen.

Ohne Widerspruch einigte sich der Marktgemeinderat auf das Wiesengrab und die Stele mit umlaufendem Ornamentfries sowie eine Beschriftung aus Bronzebuchstaben. Auch für einen dritten Weg zum Wiesengrab votierte das Grassauer Gremium. tb

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