weather-image
15°

In fünf Abenden zum Tänzer

3.8
3.8
Bildtext einblenden
Mitten unter den Tanzenden ist Toni Egger zu finden, der den Teilnehmern zahlreiche Ratschläge zur Umsetzung der wichtigsten Schritte gibt. (Fotos: Bauregger)
Bildtext einblenden
Egal ob Walzer, Polka oder Boarische, die Hirschbrunftmusi spielt zwei Stunden durchgehend für die Teilnehmer auf.

Inzell. Vor zehn Jahren legten die Musikanten der Hirschbrunftmusi zusammen mit Toni Egger den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte von großem kulturellen Wert. Was mit zehn »Tanzschülern« aus den Reihen der Stammtischfreunde der Hirschbrunftmusi begann, hat sich schnell in weitem Umkreis herumgesprochen. Tanzführer und Musikanten machen dies ehrenamtlich. Alle Spenden kommen seit jeher den Nachwuchsgruppen und den Aktiven des Trachtenvereins »D‘Falkastoana« zugute.


Heuer waren es am ersten Tanzabend 75 Tanzfreudige, die sich im Proberaum des Trachtenvereins im Inzeller Rathaus trafen. Die weiteste Anreise hatten dieses Mal Teilnehmer aus München und Landsberg am Lech, die sich vom Toni die bayerischen Grundtänze zeigen ließen. Wie in den Jahren zuvor kam der Großteil der Tänzer aber aus den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land sowie dem benachbarten Österreich.

Anzeige

Meist ist die eigene Hochzeit oder die Einladung zu einer solchen der Anlass dafür, um die Tänze zu üben. Immer öfter nutzen aber auch ältere Paare die fünf Tanzabende mit je zwei Übungsstunden, um die Schritte wieder aufzufrischen.

»Der Walzer ist die schwierigste Übung«

Pünktlich um 8 Uhr beginnt die Hirschbrunftmusi mit Martin Huber und André Maier an der Steirerziach, Stefan Pertl am Kontrabass und Stefan Maier an der Gitarre einen Walzer anzustimmen. »Der Walzer ist für die Paare die schwierigste Übung«, erklärt der 75-jährige Toni Egger. Aber nicht nur er gibt den Tanzenden Ratschläge und blickt mit geübtem Auge durch die Reihen. Ihm zur Seite stehen mehrere tanzfreudige Mädchen aus den Tanzgruppen des Inzeller Trachtenvereins.

Am längsten unter den Helfern ist Anna Hopf mit dabei. Heuer haben sich auch Magdalena Schmuck und ihre Schwester Johanna dazugesellt, die den Übenden die Schritte zeigen und sich als »Bua« oder »Dirndl« zum Übungstanzen anbieten. Für Toni Egger ist aber nicht nur das unermüdliche Üben der Tanzschritte wichtig. Er erklärt den Männern auch, wie sie eine Frau höflich zum Tanz auffordern und sie danach auch wieder zum Tisch zurückbringen.

Zwei Stunden lang geht es durch

Der 75-Jährige hat über mehrere Jahrzehnte den Dirndln und Buam des Trachtenvereins das Tanzen beigebracht und er tut es auch heute noch im Rahmen des Tanzkurses mit großer Freude. Unermüdlich spielen bei allen Tanzabenden die vier Musikanten die kompletten zwei Stunden Walzer, Polka und Boarische.

Unter den Teilnehmern ist heuer auch der Weißbacher Sepp Holzner und seine Verlobte Angela. Sie werden im Oktober heiraten und haben auch gleich ihr Kranzlpaar, Christina Koch und Georg Baumgartner, mitgebracht. Ihre Tanzkünste wieder auffrischen wollen Burgi und Max Lackner aus Inzell. Steffi und Uwe Seifert sind vor vier Jahren aus der Sächsischen Schweiz nach Inzell gezogen. Für beide ist es der Tanzkurs ein guter Ausgleich zur Schichtarbeit. Außerdem haben beide großes Interesse daran, die ortsüblichen Tänze zu erlenen. wb