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In Freiburg fing die Liebe an

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Ihre Gnadenhochzeit, also den 70. Hochzeitstag, feierten am Mittwoch im Caritas-Altenheim Alfred und Elfriede Pakusa (im Vordergrund). Zu den Gratulanten gehörten auch Oberbürgermeister Christian Kegel und Pflegedienstleiterin Paula Heiß. (Foto: Hohler)

Traunstein – »So alt sind wir doch noch gar nicht«, sagte Elfriede Pakusa, als Oberbürgermeister Christian Kegel ihr und ihrem Mann Alfred am Mittwoch zum 70. Hochzeitstag, der Gnadenhochzeit, gratulierte. Offenbar war die Zeit für sie sehr schnell verflogen. Das Ehepaar lebt seit 2012 im Caritas-Altenheim und ist nach Auskunft der Stadt Traunstein das am längsten verheiratete Ehepaar in Traunstein.


Alfred Pakusa wurde im Januar 1924 in Freyhan in Schlesien geboren. Sein Vater war Lehrer, »die haben damals im Schulhaus gewohnt«, berichtet die Tochter des Jubelpaares, Sieglinde Santen aus Grabenstätt. Von seinen sieben Geschwistern lebt heute nur noch eine Schwester in Braunschweig. Der 92-Jährige gehört zu der Generation, der eine Berufsausbildung zunächst verwehrt blieb – er wurde früh zum Militär eingezogen und musste in den Zweiten Weltkrieg ziehen. In Freiburg lernte er schließlich seine Frau kennen, die zu dieser Zeit beim Roten Kreuz verwundete Soldaten versorgte.

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Die gebürtige Freiburgerin, die gerade erst ihren 91. Geburtstag feierte, hatte zunächst in der Schneiderei des Vaters mitgearbeitet. Als sie gerade im Pflichtjahr in einem Haushalt am anderen Ende der Stadt arbeitete, wurde Freiburg bombardiert. Sie blieb bei ihrer Arbeitsstelle über Nacht. Die Eltern und die beiden kleineren Brüder starben in dem zerstörten Elternhaus unter den Trümmern.

Bereits bald, nachdem sie sich kennengelernt hatten, heirateten die beiden. 1947 wurde die Tochter geboren. Alfred Pakusa lernte nach dem Krieg Schreiner in Freiburg. Elfriede Pakusa hatte verschiedene Anstellungen, unter anderem in einem Freiburger Stoffgeschäft.

Vor etwa 35 Jahren kam Sieglinde Santen nach Traunreut, wo sie ihren Mann kennenlernte. Nicht lange darauf holte sie ihre Eltern zu sich, die inzwischen bereits im Ruhestand waren. So wohnten die beiden zunächst in Stöttham bei Chieming, später in Winkl in Grabenstätt. »Mein Vater hat zeitlebens immer etwas gebastelt, für die Wohnung oder für den Garten«, erinnert sich Sieglinde Santen. »Und die Mutter hat alles Mögliche genäht, Hemden, Bettwäsche und auch Kleidung.«

Neben den Glückwünschen von Ministerpräsident Horst Seehofer hatte Oberbürgermeister Christian Kegel auch einen Blumengruß der Stadt Traunstein dabei. Blumen und jede Menge gute Wünsche gab es für das Jubelpaar auch vom Personal des Seniorenheims – dazu ein Ständchen und alkoholfreien Sekt, an dem auch die Mitbewohner ihre Freude hatten. coho

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