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In der »Nacht der Nächte« macht keiner ein Auge zu

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Während  die  Braut  draußen  bleibt,  geben sich Hubert Hummel (Christian Fellner, von links), Bräutigam Florian Michel (Stefan Kreiler), Alois Seidenspinner (Bernhard Hennes) und Egon Michel (Robert Weidacher) für einen »guten Zweck« dem Alkohol hin. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Mit dem amüsanten Lustspiel »Die Nacht der Nächte oder: Leih dir einen Mann« von Regina Rösch begeisterte die Theatergruppe des Burschenvereins Erlstätt unter der Spielleitung von Franz Schuhbeck bereits dreimal ihr bestens unterhaltenes Publikum.


»Ob jung, ob alt, wir sind zur Stelle, wir ham' den Mann für alle Fälle!«, so heißt die Erfolgsstrategie der Agentur-Managerin Lioba Michel und ihrer Teilhaberin Anni Seidenspinner. Sie werden von Helmi Lutzenberger und ihrer Schwester Ingrid Lutzenberger grandios dargestellt. Während sie ihre eigenen, bereits etwas in die Jahre gekommenen Ehemänner Egon Michel (Robert Weidacher) und Alois Seidenspinner (Bernhard Hennes) zum Vorzugspreis als Huhn oder Wiener Würstchen »vermieten«, setzen die geschäftstüchtigen Damen am liebsten auf ihr gewinnbringendes Aushängeschild Christian Fellner alias Hubert Hummel – ein wahrer Frauenschwarm ob mit oder ohne Johannes-Heesters-Outfit.

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Viele Freiheiten genießen die bemitleidenswerten Werbefiguren Egon und Alois nicht, denn seitdem sie vor einigen Jahren in München kräftig über die Stränge geschlagen haben, werden sie von ihren Frauen an der kurzen Leine gehalten. Nur ihr Kumpel Hubert, der damals ebenfalls mit am Start war, hat als Junggeselle keine Spionageattacken zu befürchten und genießt dies in vollen Zügen. Einzig auf die Avancen des Ösi-Ruhrpott-Monteurs Detlef Renner (Edi Malleier) würde er liebend gerne verzichten, auch wenn dieser die grandiose Geschäftsidee hatte, auch die nicht mehr ganz taufrischen Agentur-Chefinnen zu vermieten.

Zu all den Problemen, die der »stressige« Agentur-Alltag mit sich bringt, gesellen sich die Streitereien um die Hochzeit von Lioba Michels Sohn Florian (Stefan Kreiler) mit der Tochter von Nachbarin Gretel Fischer (Claudia Wiesholler), einer dorfbekannten »Wahrsagerin«. Sogar bei der strittigen Wahl zwischen der Hochzeitsleberknödel- und der Hochzeitsbratnockerlsuppe zieht Gretel ihre Karten zu Rate. Nur die Frage nach dem leiblichen Vater ihrer Tochter Marita (Christina Strohmayer) bleibt unbeantwortet.

Als Lioba Michel wieder einmal die Sorge um die unbekannten »Gene« ihrer zukünftigen Schwiegertochter umtreibt, liest Gretel etwas in ihren Karten, was alle in Aufruhr versetzt. Maritas leiblicher Vater soll nämlich genau zwölf Stunden nach der Vermählung seiner Tochter das Zeitliche segnen. Während die Frauen dies nur für gerecht halten, keimt vor allem in Hubert der Verdacht auf, Marita könnte das »Produkt« jener feucht-fröhlichen Partynacht vor gut 30 Jahren in München sein.

Als die Hochzeitsnacht anbricht, rinnt die Zeit für ihn gnadenlos runter. Egon und Alois tun alles, um ihren bereits von Todesängsten und Bauchkrämpfen geplagten Freund zu retten und die »Hochzeitsnacht« zu verhindern. Das führt sogar zu einer Überbelegung des Brautgemachs, als sich auf einmal ein Großteil der männlichen Hochzeitsgesellschaft im Ehebett wiederfindet. Nur Monteur Renner teilte das Schicksal der Braut und blieb am anderen Ufer, besser gesagt draußen. »Sie könne sich ja gerne einen Stuhl holen«, schallte es der entnervten Braut vom Bett aus entgegen. Nein, so hatte sich Marita ihre Hochzeitsnacht in ihren schlimmsten Albträumen nicht vorgestellt. Am Ende nimmt die »Nacht der Nächte« mit einer gesanglichen Hommage an Udo Jürgens eine unerwartete Wendung, die hier nicht verraten werden soll.

Karten für die beiden letzten Vorstellungen am morgigen Freitag und am Samstag jeweils um 20 Uhr im Gasthof Fliegl in Erlstätt gibt es beim Getränkemarkt Schwarz in Erlstätt oder unter Telefon 0861/166 60 63. Restkarten sind auch an der Abendkasse erhältlich. mmü