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In der Hundepension traf Elli den Vater ihrer Welpen

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Fast ganz die Mama: Amys Mama Elli ist von edlem Geblüt, ihr Vater stammt vermutlich aus Kroatien oder Slowenien. Er war ein »grau-brauner Mischling mit Knickohren«. (Foto: Hohler)

Chieming – Die Mutter von edelstem Geblüt, der Vater unbekannt – das ist die Herkunft von Amy, einer bezaubernden, kleinen Hundedame, die demnächst in ihr neues Zuhause zieht. Amy ist ein klassischer Unfall, ein Tierkind, das es eigentlich gar nicht geben dürfte.


Begonnen hat Amys Geschichte in einer Hundepension. Weil sie ins Krankenhaus musste, war ihre Besitzerin Gabriele Ullrich gezwungen, ihre drei Hunde – einen neun Jahre alten Dobermann-Deckrüden, die sieben Jahre alte, italienische Windspielhündin Hero und die damals etwa neun Monate alte Chinese Crested Dog-Hündin Elli – kurzfristig irgendwo gut unterzubringen. Da sie als reinrassiger Chinesischer Schopfhund von edlem Geblüt ist, heißt Elli hochoffiziell »In my Eyes von Shinbashi« – deutlich zu lang, um sie zu rufen.

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»Gott sei Dank war ich gerade daheim«

Als Gabriele Ullrich ihre Hunde wieder abholte, fand sie Elli zwar ein bisschen dick, dachte sich aber nichts Böses. Eine Woche später hatte sie die Erklärung: Elli gebar sieben Welpen, vier kleine Hündinnen und drei Rüden. »Ich bin aus allen Wolken gefallen, Gott sei Dank war ich gerade daheim«, sagt Gabriele Ullrich im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.

Drei von Amys Geschwistern sind leider bald gestorben, weil Elli viel zu wenig Milch hatte. »Da waren all diese kleinen haarlosen, gescheckerten Hundebabys, in dem Korb hat's nur so gewuselt. Ich hab gar nicht mitgekriegt, welches wie viel getrunken hat. Und wenn die nicht in den ersten zehn Stunden zur  Milchquelle finden, haben sie  praktisch keine Chance.« Aber zum Glück haben ja Amy, eine Schwester und zwei Brüder überlebt.

Warum Elli tragend zurückkam und wer ihr süßes Geheimnis war, das wüsste Gabriele Ullrich schon gern noch. Ihren Dobermann schließt sie aus, »der ist viel zu groß, da würd' die Hündin gar nicht stehen bleiben. Aber schon zwei Wochen, bevor sie sich wirklich decken lässt, riecht doch eine Hündin für den Rüden schon hoch interessant. Der zeigt das doch an, so was muss man doch merken«, sagt sie. Von Amys Aussehen schließt sie auf »einen Yorkshire-Terrier oder so etwas. Aber das könnte alles Mögliche gewesen sein«.

»Das war ein klassischer Unfall, das kann einfach passieren«, sagt dazu Johannes Böer von der Waginger Hundepension. »Das ist mir in zehn Jahren noch nicht passiert, und es wird mir auch nicht mehr passieren.« In der Regel sind bei ihm zwei, drei Hunde miteinander untergebracht. Zum Spielen dürfen aber schon mal noch zwei, drei weitere Hunde dazu »zur Sozialisierungspflege«, erklärt der Hundefachmann. Hätte er registriert, dass Elli läufig ist, hätte er sie einzeln weggesperrt.

Das einzige, was auffällig war, war der Dobermann, der Elli dauernd zum Spielen aufforderte – »weil ihr das sichtbar lästig war, habe ich ihn dann zu anderen Hunden dazu getan und die beiden Kleinen mit anderen kleinen Hunden laufen lassen, die beiden Gruppen waren dann deutlich harmonischer.« Dass Elli gedeckt wurde, habe er nicht mitbekommen: »Ich bin ja eigentlich ständig bei den Hunden, aber ich muss ja auch mal einkaufen oder andere Dinge erledigen. Rund um die Uhr bin ich natürlich nicht da – aber das wird sicher keiner verlangen können.«

Genaueres kann er zu Amys Vater nicht sagen, denn er war ein Hund aus der Tierhilfe und stammt vermutlich aus Kroatien oder Slowenien. »Für die bin ich manchmal die letzte Rettung, wenn sie nicht wissen, wohin mit den Hunden.« Er versorgt die Tiere mit oft schlimmen Schicksalen dann mit allem, was sie brauchen, baut Vertrauen wieder auf und kümmert sich um die Grunderziehung, damit sie vermittelbar sind. »Die sind normalerweise alle kastriert oder sterilisiert, aber manchmal ist die Operation halt noch nicht passiert.«

Ein grau-brauner Mischling mit Knickohren

Und so war es auch bei dem Rüden, der Elli gedeckt hat. »Es war ein mittelgroßer, grau-brauner Mischling mit Knickohren und mittellangem Fell.« Auch wenn Böer nicht weiß, wo der Rüde letztlich unterkam, »sicher ist, dass er inzwischen einen guten, neuen Platz gefunden hat«.

Glücklicherweise hat Gabriele Ullrich alle vier Welpen gut vermitteln können – gegen Tierarztkosten für Entwurmung und Impfung. So hält sich der materielle Schaden in Grenzen. Und auch, wenn Ellis nächste Welpen vermutlich von einem Rassehund abstammen werden, so gilt für Amy und ihre Geschwister doch der uralte Spruch »Wo die Liebe hinfällt...« coho