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In der Dienstzeit für guten Zweck Golf gespielt

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Waging am See. Während seine Kollegen die Kinder unterrichteten, schwang der derzeitige Rektor der Grundschule Waging am See lieber die Golfschläger. Obwohl der 63-Jährige beteuerte, keine Unterrichtsstunde versäumt zu haben, kommt ihm die Teilnahme an Benefiz-Golfturnieren zugunsten krebskranker Kinder teuer zu stehen: Er muss 2000 Euro Strafe zahlen.


Eine Disziplinarverfügung gegen den Pädagogen ist gestern vor dem Verwaltungsgericht München rechtskräftig geworden, nachdem der 63-Jährige auf Rat der Richterin seine Klage gegen das Bußgeld zurückzog. »Bei allem Respekt vor ihrem sozialen Engagement haben sie ihre Dienstpflichten verletzt«, mahnte die Richterin.

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Der Schulleiter zeigte sich vor Gericht verärgert, sah aber ein, dass ihm nichts anderes übrig bleibt, als zu zahlen. Eines Vergehens sei er sich allerdings nicht wirklich bewusst. Er hatte 2010 und 2011 bei einem jährlich stattfinden Wohltätigkeitsturnier nahe seines früheren Wirkungsortes Tegernsee abgeschlagen und einmal sogar einen Pokal gewonnen – und das vormittags beziehungsweise um die Mittagszeit.

Bekannt wurde der Fall nur, weil es im Waginger Schulhaus eine undichte Stelle gab. So wurde der Schulleiter zur Rechenschaft gezogen. Hätte er die Geldbuße von 2000 Euro gleich akzeptiert, wäre ihm vieles erspart geblieben, vor allem, dass der Fall an die Öffentlichkeit gelangte.

Vor Gericht betonte der Schulleiter, er habe keine seiner 18 Wochenstunden Unterricht versäumt. Die Verwaltungsstunden nehme er vorher wahr, und zwar übertreffe er die Anrechnungszeit »um das Doppelte«. Die Richterin wies ihn auf seine »enorme Vorbildfunktion« hin. »Sie sind nicht irgendein Lehrer aus dem Kollegium«, betonte sie. Es wäre dem Kläger »ein Leichtes gewesen«, das Schulamt um die Erlaubnis für das vorzeitige Verlassen der Schule zu bitten. »Das wäre der richtige Weg«, betonte die Verwaltungsrichterin. Der Rektor bedauerte, dies nicht getan zu haben. Er gab zu, einen Fehler gemacht zu haben.