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In Bundhosen und auf alten Brettern ging's den Berg hinauf

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Auch viele Frauen fuhren beim Rennen mit. (Fotos: T. Eder)
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Stilecht: Diese Fotografin passte sich an.
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Rasant ging es mit den antiken Brettern den Berg hinunter.

Grassau – In Bundhosen, dicken, handgestrickten Strümpfen, Rucksack und Hut stürzten sich die wackeren Rennfahrer die steile Bergwiesen hinunter. Selten kam ein Rennfahrer ohne Sturz ins Ziel. Etliche erreichten den Zieleinlauf auf nur einem Ski. Aber nichtsdestotrotz war das »NostalSki-Rennen« des Skiclubs Grassau eine Riesengaudi und ein wahrlich gelungener Auftakt für die Festlichkeiten zum Jubiläum »50 Jahre Markterhebung« in Grassau.


Perfekt hatte der Skiclub das Gaudirennen vorbereitet. Die Bergwiese wurde mit viel Aufwand und Hilfe einer Pistenraupe zur idealen Rennstrecke präpariert. Im Ziel sorgte der Club mit warmen Getränken und Speisen sowie mit lauter Musik für Stimmung. Vor den Rennen – zwei Skifahrer traten immer im K.o.-System gegeneinander an – stand der gemeinsame, beschwerliche Aufstieg. Die Frauen fuhren größtenteils in langen Röcken, und auch einige Herren bevorzugten diese wenig vorteilhafte Skibekleidung. Statt mit Helm wedelten die Teilnehmer mit Strickmützen und Hüten die steile Piste hinunter und statt dem Parallelschwung kam der gute alte Schneepflug zum Einsatz. Jeder Zweikampf wurde moderiert, was viele Rennläufer dazu animierte, noch etwas mehr Gas zu geben. Einen Teilnehmer interessierte das aber wenig: Er schnürte mitten im Rennen seinen Rucksack auf, um sich einen Schluck zu genehmigen. Das Publikum amüsierte sich köstlich. Auch der Fünfer-Rat wohnte der Veranstaltung bei, die Mitglieder fuhren teilweise sogar selbst mit oder versorgten die waghalsigen Rennfahrer mit Hochprozentigem.

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Über 50 Rennfahrer hatten sich zum Wettkampf angemeldet. Vorteile hatten jene, die ihre Ski vorher ordentlich »gewachselt« und die Stahlkanten geschärft hatten. Einige jedoch übersahen diese Vorarbeiten völlig, sodass nicht selten an den Toren vorbeigefahren, geschoben und gegangen wurde. Doch letztlich zählte nur durch das Ziel zu kommen – und selbstverständlich der Spaß an der Sache.

Zum Gelingen trug wesentlich das schöne Wetter bei. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ließ es sich gut am Fuß der Bergwiesen aushalten. Das Publikum feierte die Zieleinfahrt eines jeden Rennfahrers mit großem Jubel. tb