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In Afrika die Lebensbedingungen verbessern

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Zahnarzt Dr. Roman Francis am neuen Behandlungsplatz im Kibosho Hospital.

Traunstein. Der Aktionskreis Ostafrika (AKO) bleibt unter bewährter Führung: Bei der Jahreshauptversammlung wurden die vier Vorstandsmitglieder Klaus Böhme, Johann Dillinger, Hans Siemer und Ulrike Wehner erneut für drei Jahre gewählt.


Hans Siemer berichtete mit vielen Bildern über die zahlreichen Projekte, die der Traunsteiner Verein mit dem Einsatz von wieder über 500 000 Euro im vergangenen Jahr in Tansania durchgeführt hat. Als besonderen Erfolg nannte er die Fertigstellung eines neuen, barrierefreien, dreistöckigen Krankenhausgebäudes im Kibosho Hospital. Erweitert werden dadurch die Fachabteilungen für Augen-, Zahn- und HNO-Behandlung.

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Zahnklinik vergrößert

Die laufend steigende Zahl der Patienten erforderte die Vergrößerung der Zahnklinik. Zwischenzeitlich werden auf den beiden neuen Behandlungsplätzen erfolgreich auch Kieferoperationen bewältigt. Für die Behandlung der vielen schweren Brandverletzungen, meist bei Kindern, sei eine Physiotherapie-Praxis vorgesehen. Mit intensiven Übungen könne nach Operationen die Gefahr verringert werden, dass Patienten verkrüppeln. Dies erfordert auch entsprechende Ausbildung des Fachpersonals.

Der AKO übernahm hierfür die Ausbildungskosten von mehr als 30 000 Euro, damit eine gute Grundversorgung der in 2013 behandelten, über 80 000 Patienten gewährleistet wird. Dringend bat die Krankenhausleitung den AKO um einen Erweiterungsbau für eine moderne Notaufnahme. Viele Verletzungen führen oft mangels schneller, qualifizierter Hilfe zu schlimmen Dauerschäden, manchmal auch zum Tod. Nur wenn entsprechend viele Spenden eingehen, kann der AKO diese Hilfe leisten. Er hofft deshalb auf Unterstützung (Spendenkonto 576 7099 bei der Kreissparkasse Traunstein).

Etwa 20 000 Menschen profitieren laut Siemer heute von dem seit fünf Jahren erfolgreich laufenden, kommunalen AKO-Trinkwasserprojekt in Mandaka. Am Ende der 25 Kilometer langen Versorgungsleitung reiche die Wassermenge jedoch nicht mehr für die schnell wachsende Siedlung Njia Panda an der Nationalstraße. Nachdem die Bundesregierung die Erstattung von 75 Prozent der Baukosten von 430 000 Euro zugesagt hatte, begann AKO im Januar mit dem Bau eines weiteren Wasserversorgungsprojekts für diese Siedlung mit prognostiziert mehr als 16 000 Menschen. Ziel ist es, den Menschen in diesem Gebiet bessere Lebensbedingungen und Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen, um der Abwanderung in die Slums der großen Städte und auch der Flucht nach Europa entgegenzuwirken.

Unruhe an den Schulen

Wenig erfreulich verlaufe derzeit die Zusammenarbeit mit den beiden unterstützten Berufsschulen, wobei die Ursachen oft schwer aufzuspüren seien, so Siemer weiter. Ständiger Wechsel der Schulleitungen, Unruhe bei den Schülern, Neid auf die vom AKO geschaffene Infrastruktur durch umliegende Gemeinden könnten hierfür Gründe sein. Zur Stabilisierung habe der AKO den Schulträgern Vorschläge gemacht. Erfreulich entwickeln sich dagegen die vielen Kindergärten. Die persönliche Betreuung durch einzelne AKO-Mitglieder und die Montessori-Ausbildung von Lehrerinnen führen in diesem Vorschulbereich zu einer selbstbewussten Team- und Lernarbeit der Kinder.

Schatzmeisterin Ulrike Wehner berichtete über den Jahresabschluss 2013. Einnahmen von 525 480 Euro standen Ausgaben von 570 573 gegenüber, ein schmerzlicher Rückgang des Mittelbestands, der zu 93 Prozent projektgebunden ist. Der AKO bräuchte dringend Spenden für die Weiterführung seiner so notwendigen Hilfsprojekte. Die Verwaltungs- und Werbeausgaben betrugen nur 3,9 Prozent.

Vorstand Klaus Böhme sprach über Aufgaben im Vorstand und die Sorgen, dass sich kaum jemand zur Übernahme solcher ehrenamtlichen Führungsaufgaben bereit erkläre und damit der Erhalt der über viele Jahre aufgebauten, recht professionellen Organisation stark gefährdet sei.