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Immer weniger Bienenvölker in Grassau und Umgebung

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Grassau. Obwohl die Zahl der Imker steigt, nimmt die Zahl der Bienenvölker in Grassau in den vergangenen Jahren stetig ab, bedauerte Vorsitzender Alfons Baumgartner in der Jahreshauptversammlung des Imkervereins Grassau im Gasthof Sperrer.


Dies sei für ihn keine gesunde Entwicklung. Der Verein hat 35 Imker, um zehn mehr als noch vor drei Jahren. Die Zahl der Bienenvölker dagegen sei erneut um 20 auf 280 geschrumpft. 2007 seien sogar noch 400 Völker gezählt worden. Wie wichtig die Bienen für das Ökosystem sind, stellte Baumgartner heraus. Er informierte, dass in China Frauen die Obstbäume mit Wattestäbchen bestäuben müssen. Baumgartner forderte eine Wende, damit die Lebensbedingungen für die Biene wieder besser werden. Durch intensive Bewirtschaftung gebe es immer weniger Nahrung.

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Baumgartner berichtete über die Blühflächen in Schleching, die vom Ökomodell installiert werden und eine ideale Nahrungsgrundlage bilden. Mit ausgewählten Aktionen versuche der Verein, die Kinder schon früh an das Thema Bienen heranzuführen. So habe man sich am Kinderferienprogramm beteiligt, wobei Otto Göls mit den Kindern Insektenhotels gebaut habe. Derartige Hotels wurden in mehreren Ortsteilen aufgestellt. Baumgartner lobte Sepp Fellner und dessen Familie, die den Imkerstand am Weihnachtsmarkt »immer wunderschön gestalten«.

Schriftführer Matthias Rappl informierte über die Förderung von Jungimkern, die zwei Jahre lang betreut werden und auch ein Bienenvolk erhalten. Interessant waren seine Ausführungen zum Bienenjahr aus Sicht der Stockwaage. Mit Hilfe der Waage könne das Trachtende erfasst werden und schnell mit der Varroa-Behandlung begonnen werden. Wenn alle Imker zur gleichen Zeit die Behandlung vornehmen, gebe es kein Reinvasionsproblem. Bürgermeister Rudi Jantke informierte, dass das Ökomodell Blühwiesen in allen Mitgliedsgemeinden anlegen werde. Golfplatz und Imkerei könnten einander ergänzen, fügte der Rathauschef an und erklärte, dass von dem 80 Hektar großen Golfplatz nur ein Drittel bespielt werde, zwei Drittel extensive Flächen und Biotope seien.

Über den »bienenfreundlichen Garten« gab Erziehungswissenschaftlerin Ulrike Windsperger, selbst Imkerin und Gartenplanerin, Auskunft. Wichtig sei, dass vom Frühjahr bis zum Winter im Garten etwas blühe. Auch riet sie, Wildkräuter stehen zu lassen oder in den heimischen Garten einzubinden. Bei den Pflanzen sollte man auf alte Sorten zurückgreifen und möglichst Blumen mit offenen Blüten wählen.

Hecken zum Schutz für Tiere waren das Thema von Carsten Voigt vom Landschaftspflegeverband. Er informierte, dass das Anlegen von Hecken zu hundert Prozent gefördert werden, vorausgesetzt, diese werden dreireihig auf einem mindestens zehn Meter breiten Streifen gepflanzt. Gefördert werden auch Pflegemaßnahmen an alten Obstbäumen. Bei der Anlage neuer Streuobstwiesen berät ebenfalls der Verband. tb