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Imkerschule mit Schaubienenstand

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Foto: dpa/Stefan Thomas

Kirchanschöring – Nach langer Diskussion stimmte der Gemeinderat mehrheitlich dem Bau einer »Imkerschule mit Schaubienenstand« und einer ökologischen Aufwertung des Grundstücks zu.


Das Areal liegt in der Dorfmitte an der Götzinger Ache, deren Ufer künftig auch der Freizeitnutzung dienen soll. Dazu soll ein Fußweg aufgekiest werden. Da in dem Holzhaus unter anderem ein Schleuderraum geplant ist, braucht man auch Strom und Wasser. Dazu muss die Gemeinde aber erst Leitungen verlegen.

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Weil Bienen und andere Insekten wegen der Bestäubungsleistung unverzichtbar sind, rief der Landkreis Traunstein im vergangenen Jahr das »Jahr der Biene« aus. Der Imkerverein Kirchanschöring bringe das Thema mit vielen Aktionen in den Fokus der Gesellschaft, so Bürgermeister Hans-Jörg Birner. Der Verein bilde Jungimker und Anfänger aus, wofür er als Aus-und Fortbildungsstätte einer Imkerschule mit Schaubienenstand brauche.

Honigschleuderraum für die Anfänger

Da die meisten Jungimker anfangs nur zwei bis drei Völker betreuen und noch keine Geräte zur Honigernte hätten, werde auch ein gemeinsamer Honigschleuderraum benötigt, heißt es im Antrag zur Leader-Förderung, den Bürgermeister Hans-Jörg Birner vorstellte.

Einen Schaubienenstand mit Schleuderraum hatte der Imkerverein schon in einer früheren Gemeinderatssitzung beantragt. Schon damals waren sich alle Mandatsträger einig, diesen Bienenstand auf einem gemeindlichen Grundstück an der Götzinger Ache errichten zu lassen, falls das Projekt entsprechend gefördert wird. Voraussetzung war auch, dass der Imkerverein selbst bereit ist, die laufenden Kosten zu übernehmen. Das Gremium beauftragte damals die Verwaltung, einen entsprechenden Vertrag auszuarbeiten. Zudem wollte die Gemeinde den Verkauf des Areals bis auf Weiteres zurückstellen.

Erst in der jetzigen Sitzung flammte eine Debatte auf: Dr. Michael Hüller hielt den Standort für nicht ideal. Der Dorfanger im Zentrum mit Streuobstbäumen wäre optimal, auch weil er näher an Schule und Kindergarten liege und stark frequentiert sei. Auf der Gemeindewiese würde man auch viel Geld einsparen. Birner hielt dagegen, dieser Standort werde wohl am Widerstand der Eltern scheitern. Gernot Straßer meinte, mit den Bienen steige die Gefahr für die Kinder. Denn die Bienen flögen auch auf die Blumen der Kindergartenwiese oder im Achenpark.

Ludwig Schauer bedauerte, das Baugrundstück zu verlieren. Franz Niedermayer blies ins selbe Horn: Mit dem Auflösen des Grundstücks verliere die Gemeinde viel Geld. Birner rief ins Gedächtnis, man habe die Fläche einst zum Baugrundstückspreis gekauft weil sie die Gemeinde für den Hochwasserschutz gebraucht habe. »Man hat lange versucht das Grundstück zu verkaufen; aufgrund des Zuschnitts, der sich nicht für ein Wohnhaus eignet, winkten die Interessenten aber alle ab«, sagte zweiter Bürgermeister Franz Portenkirchner.

Georg Jäger war für den Standort, »weil er meiner Meinung nach als normaler Baugrund völlig ungeeignet ist«. Er liege zu nahe am Überschwemmungsgebiet. Auch könne man auf dem Grundstück ebenso eine Streuobstwiese anlegen, wie am Dorfanger. Hüller schlug eine öffentliche Veranstaltung vor, um die Eltern zu informieren und sie zu überzeugen, dass die Stelle in der Nähe von Schule und Kindergarten besser eigne.

Verband rät von Schul- und Kindergartennähe ab

Guido Hillebrand erinnerte, »dass man schon ewig auf der Suche nach einem geeigneten Areal war«. Dass die Imker Strom brauchen, sei immer klar gewesen. Der Imkerverein brauche auch den Kanalanschluss, weil er zum Beispiel Geräte waschen müsse, ergänzte Birner. Imkervorstand Helmut Hofmeister sagte: »Ich habe mich beim Verband erkundigt, der hat aber von Schul- und Kindergartennähe abgeraten.«

Nach langem Hin und Her verständigte sich das Gremium dann doch darauf, die Imkerschule mit dem Schaubienenstand an der Götzinger Achen zu realisieren. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 70 000 Euro. Die voraussichtliche Leader-Förderung macht circa 28 500 Euro aus und die örtlichen Bienenzüchter steuern nochmals 5500 Euro hinzu. Die von der Gemeinde zu tragende Differenz beträgt also rund 36 000 Euro. ca