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Imker geben die Hoffnung nicht auf

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Vorstand Wolfgang Lewald (von rechts) ehrte Christine Eisenbichler und Franz Mayer für ihre Treue zum Verein. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Trotz schwieriger Bedingungen und schweren Einbußen bei der Honigernte in den beiden vergangenen Jahren lassen sich die Siegsdorfer Imker nicht entmutigen und blicken hoffnungsvoll in die Zukunft.


Vorstand Wolfgang Lewald musste in seinem ersten Jahresrückblick auf eines der schwierigsten Bienenjahre der vergangenen Zeit zurückblicken. Durch ganz persönliche Beobachtungen und Wetteraufzeichnungen verdeutlichte er, von wie vielen Faktoren ein erfolgreiches Arbeiten mit den Bienen abhängig ist.

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Die Siegsdorfer Imker waren im vergangenen Jahr auch im Ortsleben sehr aktiv. Mehrere Veranstaltungen von Nachbarvereinen und auf Kreisebene wurden besucht, im Siegsdorfer Alten-Pflegeheim stellten die Mitglieder einen Schau-Bienenkasten auf. Am Jubiläumsfest der Trachtler beteiligte sich eine ansehnliche Schar Imker und auch beim Jubiläum des Sägervereins Heutau waren die Imker dabei.

Sehr gut angenommen wurden das Sommerfest auf der Männeralm und der Frauen-Kaffeetreff. Ein besonderes Erlebnis war auch heuer die »Ambrosius-Messe« im Advent. Die gute Zusammenarbeit mit dem Gartenbauverein Siegsdorf erfuhr mit der Umgestaltung des Kreisverkehrs an der Reichenhaller Straße zur Blumenwiese einen für alle Bürger sichtbaren Höhepunkt.

Der im vorigen Jahr gegründete »Arbeitskreis Varroa« traf sich mehrmals in der Männeralm und konnte bereits erste Impulse zum gemeinsamen Kampf gegen die Varroamilbe setzen. Oberstes Ziel des Arbeitskreises bleibt weiterhin, die wichtigsten Maßnahmen zur Milbenbekämpfung termingerecht unter die Mitglieder zu bringen und Erfahrungen weiterzugeben. Gemeinsam mit Imkern der Nachbarvereine traf man sich auch zur Königinnenzucht und zum Auskochen der Rahmen.

Der Verein hat zurzeit 75 Mitglieder. Die 50 aktiven Imker betreuen derzeit nur noch rund 315 Völker; auch in Siegsdorf waren erhebliche Ausfälle zu verzeichnen. Mit der Hoffnung auf Besserung und einer kurzen Schilderung der Situation der Bienenvölker in der Region schloss Lewald seinen Bericht und freute sich über die Verstärkung durch einige Neu- und Jungimker.

Schriftführer Dietmar Spitzer, der seit den Wahlen im vergangenen Jahr kommissarisch tätig war, konnte mit Josef Bauer einen Nachfolger vorstellen, den die Versammlung einstimmig bestätigte. Auch der Kassenbericht von Katja Kittl fand die uneingeschränkte Zustimmung der Versammlung.

Für 15-jährige Mitgliedschaft bei den Siegsdorfer Imkern wurden Christine Eisenbichler, Franz Mayer und der gesundheitlich verhinderte Wolfgang Frenzel von Vorstand Lewald und dem Kreisvorsitzenden Peter Bichler geehrt.

Bichler zitierte aus einem Pressebericht, wonach im vergangenen Jahr nahezu 40 Prozent der Völker eingegangen seien und nur mit einem »Kraftakt« aller Beteiligten wieder aufgebaut werden können. Dazu gehöre auch die Unterstützung der Politik – nicht nur mit schönen Worten, so Bichler. »Kämpft gegen das Freihandelsabkommen TTIP«, forderte der Kreisvorsitzende auf.

Zum Abschluss hielt Imker Erich Gimpl einen Vortrag über seine Erfahrungen mit der Imkerei in Ostafrika. Im Rahmen eines Arbeitseinsatzes der Ostafrika-Hilfe war er im Auftrag des Landkreises und der Landesanstalt für Bienenzucht in Tansania gewesen, um dort die Arbeit der Imker zu erleichtern. FK