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Im Zeichen der Inklusion

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Traunreut. MdL Klaus Steiner, Mitglied der überfraktionellen Inklusionskommission im Landtag, diskutierte am Montag mit Vertretern der Jugendsiedlung über das Thema »Förderschulen im Zeichen der Inklusion«. Für Klaus Steiner steht fest, dass Inklusion nur in kleinen Schritten passieren kann und zunächst einmal ins Bewusstsein der Menschen gelangen muss.


Der Abgeordnete gab einen kleinen Rückblick auf die Entstehung der UN-Konvention, die eine Inklusion fordert, das heißt vollkommene Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft und vor allem gleiche Entwicklungschancen sowie freie Wahl der Bildungsmöglichkeit für alle.

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Der Leiter der Berufsschule der Jugendsiedlung, Ulrich Genghammer, betonte: »Inklusion kann nur in manchen Bereichen gelingen, aber nicht überall. Es wird lange Zeit Parallelsysteme geben müssen.« Für den Geschäftsführer der Jugendsiedlung, Alois Mühlhuber, steht fest, dass Inklusion von Anfang an gefragt sei und erst wachsen müsse.

Die Leiterin für die Bereiche berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen und überbetriebliche Ausbildung Astrid Stocker-Reichl erklärte, dass die Integration der jungen Menschen in den ersten Arbeitsmarkt in der Jugendsiedlung inzwischen zur Hauptaufgabe geworden sei. Im Laufe der Jahre hätten sich auch die Jugendlichen in der Jugendsiedlung geändert. Nicht mehr nur junge Menschen mit Lernschwächen kämen zu ihnen, sondern immer mehr Jugendliche mit persönlichen, sozialen Problemen, die fit gemacht werden müssten fürs Leben und nicht nur für den Beruf.

Thomas Lobendank, der für das Wohnheim der Jugendsiedlung verantwortlich ist, erläuterte, dass aufgrund schwieriger familiärer Situationen das Leben im Heim für viele Jugendliche die bessere Lösung sei; egal ob in einer Vollzeitwohngruppe oder nur vorübergehend. Karl Kaditzky, Vorsitzender der CSU-Kreistagsfraktion und früherer Schulamtsleiter, meinte: »Jede Schule, die Kindern mit besonderem Förderbedarf die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht, ist bereits eine Inklusionsschule.« Für ihn ist Inklusion außerdem eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft.

Vorsitzender Georg Mehler und Schulleiter Ulrich Genghammer informierten Steiner darüber, dass die Jugendsiedlung mit einem hohen jährlichen Defizit zu kämpfen habe, weil viele Ausgaben nicht rückfinanziert würden. Laut Genghammer ist die Förderberufsschule gegenüber staatlichen Berufsschulen in mancherlei Hinsicht benachteiligt. Die gewährten Pauschalen reichten in der Förderberufsschule bei Weitem nicht aus, um die Kosten zu decken. mix