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Im Urlaub in Ruhpolding fing alles an

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Seit 50 Jahren verheiratet sind Gerhard und Marita Wala aus Bergisch-Gladbach. Weil ihre Liebe in Ruhpolding begann, feierten sie auch hier ihre Goldene Hochzeit.

Ruhpolding. Ihre Goldene Hochzeit feierten gestern in Ruhpolding Gerhard und Marita Wala. Denn auch, wenn die beiden mit ihrer Familie in Bergisch-Gladbach wohnen, hat diese Familie ihren Ursprung in Ruhpolding, wie Tochter Angelika Hohn dem Traunsteiner Tagblatt berichtet. »Und ich fand die Idee sehr schön, dass sie da feiern, wo alles angefangen hat. Das wollten sie ihren Enkelkindern einfach gerne zeigen.«


Marita Böse war das Größere von zwei Kindern und wurde 1941 in Bergisch-Gladbach als Tochter eines Sanitäters geboren. Ihre Mutter betrieb einen Gemischtwarenladen. Nach der Ausbildung bei einer Versicherung arbeitete Marita in einer Rechtsanwalts-Kanzlei – so konnte sie auch später, als sie selbst Kinder hatte, von zu Hause aus durch Schreibarbeiten nach Diktat zum Familieneinkommen beitragen.

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Gerhard Wala wurde 1939 im Sudetenland geboren. Bereits als Kind wurde er mit seiner Familie – den Eltern und dem jüngeren Bruder – aus der Heimat vertrieben und landete in Ruhpolding. Dort war die Flüchtlingsfamilie zunächst in verschiedenen Unterkünften untergebracht, ehe sie in Schwaig eine eigene Wohnung fand.

Gerhard Wala absolvierte die Ausbildung zum Verwaltungsangestellten und arbeitete bei der Gemeinde Ruhpolding, als er seine Frau kennenlernte. Die machte gerade Urlaub mit einer Freundin, genau in dem Haus, in dem auch er wohnte. »Wie das genau war, weiß ich gar nicht«, sagt Angelika Hohn und lacht. »Aber es muss wohl für beide die erste richtig große Liebe gewesen sein. Meine Mutter war erst 18. Und es hat nicht lang gedauert, bis mein Vater in Ruhpolding alles aufgegeben hat und nach Bergisch-Gladbach gezogen ist. Das war schon sehr mutig, denn die waren ja beide noch sehr jung.«

Zunächst wohnte er bei älteren Damen zur Untermiete. »Damals durfte man ja noch nicht einfach so zusammenleben, wenn man nicht verheiratet war«, sagt Angelika Hohn. Am 30. Mai 1963 heirateten sie schließlich.

Bis heute wandern die beiden sehr gerne und reisen auch, waren schon ein paar Mal in Rom, in der Toskana oder in Andalusien. Besonders jetzt, da beide im Ruhestand sind, genießen sie auch ihren großen Garten, »vor allem mein Vater liebt den sehr«, so Angelika Hohn. Er kocht auch sehr gerne, zur Freude seiner beiden Töchter Angelika und Claudia, der Schwiegersöhne sowie der vier Enkel – drei Buben und ein Mädchen. »Sie sind für ihre Enkelkinder immer da und genießen die vier richtig.« So ist es auch nicht verwunderlich, dass zu dem großen Festtag doch eine muntere Schar Verwandtschaft kam, zwei Töchter mit Partnern und je zwei Kindern (mit der Freundin des ältesten Enkels) sowie Gerhard Walas Bruder Hermann mit Frau Erna und einer der beiden Töchter nebst Freund, die in Ruhpolding leben. coho