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Im südlichen Oberbayern lässt es sich sicher leben

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Im vergangenen Jahr wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd 195 604 Gramm Marihuana sichergestellt.

Rosenheim (vew) – Alle drei Minuten ist im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ein Polizeieinsatz. Dennoch sei die Kriminalstatistik 2017 eine sehr vorzeigbare Bilanz. »Das südliche Oberbayern zählt nach wie vor zu den sichersten Regionen Deutschlands«, darin sind sich Polizeipräsident Robert Kopp und sein Stellvertreter Harald Pickert bei der Pressekonferenz am Dienstag einig. Insgesamt 61 853 Straftaten wurden im vergangenen Jahr registriert – das sind 151 501 Straftaten weniger als im Jahr 2016 (213 354). Ein Rückgang um 71 Prozent.


Kopp und Pickert führen diesen Rückgang auf die effektive und professionelle Polizeiarbeit zurück; verschwiegen wird aber nicht, dass dieses deutliche Minus auch auf den Rückgang der illegalen Einreisen – 2016 ein weitaus signifikanteres Thema – zurückzuführen ist. Waren es 2016 noch 160 808 Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht, so wurden im vergangenen Jahr nur noch 11 947 Straftaten in diesem Bereich verzeichnet.

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Die Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz 2017 herausgerechnet, wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd 49 906 Straftaten begangen (2016: 52 546), was immer noch einen Rückgang von fünf Prozent bedeutet. »Dies ist der zweitniedrigste Stand seit zehn Jahren«, wie Kopp betonte.

Zudem stieg die Aufklärungsquote von 55,5 Prozent auf 73,3 Prozent. Niemand, der hier eine Straftat begeht, könne sich sicher fühlen, unterstrich der Polizeichef diese Entwicklung.

Dieser positive Gesamttrend ist auch in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land erkennbar. So sank die Zahl der Straftaten im Traunsteiner Bereich um 5,3 Prozent auf 6605 Delikte bei einer Aufklärungsquote von 67,5 Prozent (+ 1,9); im Berchtesgadener Land gab es einen Rückgang um 89,9 Prozent auf 10 962 Delikte bei einer Aufklärungsquote von 87,3 Prozent (+43,8).

Erfreulich ist es aus Sicht des Polizeipräsidenten auch, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche und deren Versuche das dritte Jahr in Folge rückläufig ist. Sie lag im vergangenen Jahr bei 499 Fällen. Davon blieb es 230-mal jedoch beim Einbruchsversuch. In 17,6 Prozent der Fälle hatten die Ermittler bei der Aufklärung Erfolg.

Stark angestiegen ist die Zahl der Sexualdelikte von 565 auf 681 Straftaten im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Dies ist allerdings in erster Linie auf eine Änderung im Sexualstrafrecht zurückzuführen, wie Kopp erläuterte. Taten, die bisher lediglich den Tatbestand der Beleidigung erfüllten, fallen nun als neu geschaffene Tatbestände unter das Sexualstrafrecht. Neben diesen Änderungen wurden weitere Tatbestände geschaffen, um bisher straflose Handlungen zu sanktionieren (»Nein heißt Nein«). Die Aufklärungsquote lag 2016 bei 84,8 Prozent und konnte im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozentpunkte gesteigert werden (2015: 80,2 Prozent).

Der Anteil der tatverdächtigen Personen aus dem Kreis der Zuwanderer lag im vergangenen Jahr unter allen Tatverdächtigen bei 12,6 Prozent (ohne ausländerrechtliche Verstöße). Diese sind für 4242 Straftaten verantwortlich (2016: 4663). Es ist somit ein Rückgang von neun Prozent zu verzeichnen. Dennoch sind laut Statistik in einzelnen Bereichen mehr tatverdächtige Zuwanderer festzustellen. Dies betrifft Rauschgiftdelikte (+108 Fälle), besonders schwere Fälle von Diebstahl (+32 Fälle) und Gewaltkriminalität (+76 Fälle). Der größte Anteil tatverdächtiger Zuwanderer entfällt mit 1446 Straftaten (2016: 1396) auf den Bereich der Rohheitsdelikte. Dabei handle es sich nach Auskunft des Polizeipräsidenten in vielen Fällen um gewalttätige Auseinandersetzungen unter Migranten in Asylunterkünften.

Einen Höchststand mit 4744 (2916: 4242) Fällen verzeichnete die Polizei bei Rauschgiftdelikten im zehn Jahres Vergleich (2008: 3337). Dabei wurden im vergangenen Jahr 195 604 Gramm Marihuana, 76 271 Gramm Kokain, 15 509 Gramm Haschisch und 12 345 Gramm Amphetamine sowie 4466 Ecstasy-Tabletten gefunden. Kopp wies allerdings darauf hin, dass es sich bei Rauschgiftkriminalität um eine Kontrollkriminalität handle: »Wer viel kontrolliert, findet viel.« Gestiegen ist auch die Zahl der Drogentoten auf 30 (2016: 27) im Präsidiumsbereich.

Die Masche gewechselt hätten Trickbetrüger, um gerade älteren Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen: Statt des »Enkeltricks« setzen die Betrüger nun auf »falsche Polizisten und Staatsanwälte«. Über 300 Taten bzw. deren Versuche wurde im vergangenen Jahr angezeigt. Die Polizei geht allerdings davon aus, dass dies nur ein Bruchteil der Taten ist, die tatsächlich begangen wurden.

Als besorgniserregend hoch bezeichnet Polizeivizepräsident Pickert die Dunkelziffer bei Cybercrime und Internetkriminalität. In 1018 Fällen (2016: 921) von Internetkriminalität ermittelten Beamte im Zuständigkeitsbereich.