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Im November heimische Powerfrüchte ernten

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Die Ernte des Sanddorns ist eine stachelige Angelegenheit, doch die Früchte sind sehr gesund, da sie viel Vitamin C enthalten und damit als Superfood gelten.

Zugegeben, die Ernte von Sanddorn ist eine stachelige Sache. Im Profianbau werden deshalb die fruchtbehangenen Zweige abgeschnitten, schockgefrostet und dann abgeschüttelt. »Das lässt sich auch daheim umsetzen«, betont Kreisfachberater Markus Breier. Die Ernte lohnt sich: Sanddorn ist reich an Vitaminen. Verwendung findet er als fruchtig-herbes Gelee, für Liköre und – seit einiger Zeit beliebt – die getrockneten Beeren als fruchtige Beigabe im Tee. Ein Löffel Honig nimmt hierbei die Säure.


Wer Sanddorn im Garten pflanzen möchte, sollte beachten, dass der Boden durchlässig und durchaus kiesig-trocken sein kann. Wurzelausläufer sind möglich, sie stabilisieren damit sogar Böschungen und Hänge. Weil es männliche und weibliche Pflanzen gibt, müssen für Früchte beide gepflanzt werden.

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Nicht nur schön anzusehen sind die Früchte der Zierquitten. Nach weißen oder rosafarbenen Blüten im Frühjahr bilden die niedrigen, dornigen Sträucher meist allerhand Früchte. Sie lassen sich ausgereift wie Quitten verwenden für Marmelade, Gelee, Quittenbrot und Likör, empfiehlt Breier. Die beste von allen sei die Sorte 'Cido'. Sie habe mehr als doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen und sei daher auch als Nordische Zitrone bekannt.

Schlehen und Mispeln ernten

Nach den ersten richtigen Frösten ist die beste Zeit für die Ernte der Schlehen und Mispeln. Erst das Auftauen nach dem Frost setzt die Enzyme in den Zellen frei, sodass die Früchte weich und aromatisch werden.

Auch im November lassen sich bei offenem Boden neue Obstbäume pflanzen. Doch Achtung, wenn an derselben Stelle schon derselbe Obstbaum stand, wird es schwierig. Bodenmüdigkeit tritt auf, wenn jahrelang nicht gedüngt wurde und das Bodenleben gering ist. Dem lässt sich durch organische Düngung abhelfen. Entscheidender sind aber verbliebene Wurzeln des Altbaums, aus denen beim Zersetzen Stoffe entstehen, die den jungen Baum im Wachstum hemmen. »Das ist die sogenannte Unverträglichkeit«, erklärt Breier. Besonders tritt sie bei Apfel und Birne auf. »Ideal wäre ein neuer, frischer Standort«, sagt der Kreisfachberater. Geht das nicht, dann sollte der Boden großzügig ausgetauscht werden, zumindest aber mit frischer Erde und etwas Kompost die Pflanzstelle für den jungen Baum neu hergerichtet werden.

»Neu gepflanzte Bäume immer angießen, egal wie nass der Boden ist«, gibt Breier als Tipp. So werde die Erde optimal an die Wurzeln gespült.

Neue Obstbäume müssen unbedingt – wie alle Bäume – festgebunden werden, damit bei Wind die neuen Wurzeln nicht abreißen, betont Breier. Das Anbinden erfolgt klassisch mit HolzPfosten (2-3 Stück) und Kokosstricken. Beides halte zwei bis drei Jahre und damit genau so lange, wie die Bäume zum Anwachsen brauchen. Laut Kreisfachberater reicht es übrigens, die Bäume einen halben Meter über dem Boden festzubinden. So stehen die Wurzeln fest und können gut anwachsen, aber die Krone bewegt sich im Wind und der Baum »merkt«, dass er Stamm und Krone stabil ausbilden muss. »Die Erkenntnis ist relativ neu. Meist wird (noch) auf Augenhöhe gebunden.«

Äpfel auf schwachwachsenden Wurzel-Unterlagen brauchen zeitlebens einen Pfahl, sonst fallen sie um. Dafür eignen sich langlebige Hölzer wie Robinie, Eiche oder Edelkastanie. Dagegen sind Birnen auf schwachwachsender Quittenunterlage von sich aus standstabil, genauso alle Kirschen und Pflaumen-Verwandten.

Wer Beerenobst neu pflanzen oder verpflanzen will, kann das im November tun. Ältere Sträucher von Johannisbeeren lassen sich hierbei teilen und kräftig verjüngen. Bei Himund Brombeeren sollte viel alte Erde dran bleiben, dann wachsen sie leichter an. Sehr lange Ruten der Brombeeren müssen aber stark eingekürzt werden und tragen im kommenden Jahr kaum. Auch die Vermehrung mit Steckhölzern ist jetzt möglich. Dazu etwa 20 Zentimeter lange mindestens bleistiftdicke Triebe schneiden, die oben knapp über einem Auge enden.

Dann so tief in die Erde stecken (z.B. am Rande des Gemüsebeets), sodass nur das Auge – knapp ein Zentimeter der Gesamtlänge – herausschaut.

Weitgehend vergessen ist die Rindenpflege bei Obstbäumen. Besonders die abstehenden Rindenschuppen, Flechten und Moose bieten allerhand Kleingetier Versteckmöglichkeiten. »Sollten heuer starke Probleme mit Apfelwickler, Blütenstecher und anderen Schädlingen aufgetreten sein, kann ein Abbürsten von Stamm und Ästen den Befall im kommenden Jahr lindern«, empfiehlt der Fachmann. Andererseits überwintern auch Nützlinge direkt am Baum und Meisen wie andere Singvögel sammeln den Winter über allerhand ab. Es bleibt individuell abzuwägen. In jedem Fall sollten Nester von Blutläusen abgebürstet und entfernt werden. Sie überwintern sonst und werden immer mehr.

Äpfel auf schwachwachsenden Wurzel-Unterlagen brauchen zeitlebens einen Pfahl, sonst fallen sie um. Dafür eignen sich langlebige Hölzer wie Robinie, Eiche oder Edelkastanie. Dagegen sind Birnen auf schwachwachsender Quittenunterlage von sich aus standstabil, genauso alle Kirschen und Pflaumen-Verwandten.

Wer Beerenobst neu pflanzen oder verpflanzen will, kann das im November tun. Ältere Sträucher von Johannisbeeren lassen sich hierbei teilen und kräftig verjüngen. Bei Himund Brombeeren sollte viel alte Erde dran bleiben, dann wachsen sie leichter an. Sehr lange Ruten der Brombeeren müssen aber stark eingekürzt werden und tragen im kommenden Jahr kaum. Auch die Vermehrung mit Steckhölzern ist jetzt möglich. Dazu etwa 20 Zentimeter lange mindestens bleistiftdicke Triebe schneiden, die oben knapp über einem Auge enden.

Dann so tief in die Erde stecken (z.B. am Rande des Gemüsebeets), sodass nur das Auge – knapp ein Zentimeter der Gesamtlänge – herausschaut.

Weitgehend vergessen ist die Rindenpflege bei Obstbäumen. Besonders die abstehenden Rindenschuppen, Flechten und Moose bieten allerhand Kleingetier Versteckmöglichkeiten. »Sollten heuer starke Probleme mit Apfelwickler, Blütenstecher und anderen Schädlingen aufgetreten sein, kann ein Abbürsten von Stamm und Ästen den Befall im kommenden Jahr lindern«, empfiehlt der Fachmann. Andererseits überwintern auch Nützlinge direkt am Baum und Meisen wie andere Singvögel sammeln den Winter über allerhand ab. Es bleibt individuell abzuwägen. In jedem Fall sollten Nester von Blutläusen abgebürstet und entfernt werden. Sie überwintern sonst und werden immer mehr.

Der Weißanstrich von Stamm und dickeren Ästen dient vor allem dem Schutz gegen zu starke Wintersonne. Relevant ist er erst im Januar-Februar, sollte aber bei der nächsten trockenen Wetterperiode angebracht werden, damit er trocknen kann. Hierfür sollte lose Rinde vorab entfernt werden.

Winterschnitt bei Obstbäumen?

Wenn die Bäume sich entkleiden, fallen auf einigen verbliebene, von Monilia verschimmelte Früchte auf. Sie sollten jetzt konsequent entfernt werden, um den Pilz nicht zu stark ins nächste Jahr zu tragen. Allerspätestens beim Frühjahrsschnitt müssen sie laut Breier entfernt werden.

Am besten verkraften Bäume – egal welche – einen Schnitt zwischen April und September. Während dieser Wachstumszeit können die neuen Wunden sofort versorgt werden und Pilze wie

Bakterien haben weniger die Chance zum Einringen. Weil aber im Winter weder Laub noch Früchte auf dem Obstbaum hängen, man einen besseren Überblick im Baum und mehr Zeit hat, etablierte sich der Winterschnitt. »Er eilt aber nicht bei unseren wenigen Bäumen im Garten. Deshalb lassen wir die Bäume jetzt in Ruhe und machen den fachgerechten Obstbaumschnitt im März kurz vor dem Austrieb«, empfiehlt Breier. So habe man immer noch einen guten Überblick im Baum und die Zeit bis zur Wundversorgung ist relativ kurz.

Das Laub der Walnussbäume fällt jetzt in großer Menge an, ist relativ derb und zersetzt sich nur langsam. Deshalb sollte es vom Rasen und aus den Beeten entfernt werden. Beim Zersetzen entstehen außerdem keimhemmende Stoffe, so hält sich der Nussbaum in der Natur unliebsame Nachbarn vom Leib. Die Folge: Unter einem Nussbaum wächst nichts. Deshalb wird meist empfohlen, das Nusslaub auf den Wertstoffhof zu bringen. Kleinere Mengen oder gut gemischt mit anderem Laub sind kein Problem und können im Garten verbleiben oder kompostiert werden. Für Aussaaten eignet sich dieser Kompost aber nicht. Sollte das Laub der Obstgehölze stark von Schorf oder anderen Pilzen befallen sein, wird es entweder entsorgt oder kann abgedeckt kompostiert werden. Je weniger Blätter im Frühjahr noch da sind, umso geringer ist der Krankheitsdruck. vew

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