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Im Höllentempo durch Ruhpolding

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Mit viel PS durch Ruhpolding (von links): Benno Gehmacher, Hans-Georg Hallweger, »Kühlerfigur« Ludwig Böddecker – in Originalkluft seines Opas, dem Sulznerbauern – Julian Seenoner, Balthasar Haßlberger und Franz Kötzinger. (Foto: Schick)

Ruhpolding. Die unermüdlichen Wetzstoana sorgten wie schon so oft am Faschingssonntag, dass die Maschkerazeit in der Fremdenverkehrsgemeinde nicht ganz ausstirbt.


Leider kam aufgrund des notorischen Schneemangels das Oldtimer-Skijöring im Speedwaystadion nicht zustande. So beschränkte sich das motorsportliche Moment auf das Geschehen in der Ortsmitte. Mit einem Höllentempo von mindestens 6 km/h setzte sich der Oldtimer-Bulldogkorso durch den Ort in Bewegung. Trotz kühler Temperaturen konnten die Wetzstoana immerhin elf Teilnehmer aus Inzell und Ruhpolding animieren, ihre landwirtschaftlichen Boliden aus den Unterständen zu holen, um sie der überschaubaren Menge im Zentrum der »Achse des Süßen« auf dem Parkplatz vor dem Café Chiemgau und am Straßenrand zu präsentieren.

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Angeführt wurde das dieselrußgeschwärzte Spektakel von einer wahren Rarität, dem 1929 gebauten Aero, der immerhin 10 PS aus seinem 500 Kubikmeter-Hubraum generiert.

Wie es sich standesgemäß für einen echten Präsidenten gebührt, ließ sich Wetzstoana-Chef Ludwig Schuhbeck vom Besitzer Werner Kastner am Steuer des tschechischen Fabrikats chauffieren und grüßte fast schon monarchisch seine Untertanen aus dem engen Zweisitzer. Die stellten durchwegs ihren großen Einfallsreichtum unter Beweis, denn von ötziähnlichen Gestalten, französischen Gockerln, feschen Skihaserln über Musketiere, die sich sogar einen Bären aufbinden ließen, bis hin zu unkenntlichen Wilderern, war die ganze Palette an Verkleidungen vertreten. Nach der kurzen Rundfahrt hatten die Zuschauer, sofern es der intensive Barbetrieb noch zuließ, die Gelegenheit, die nostalgischen Gefährte aus einer längst vergangenen, bäuerlichen Zeit zu bewundern.

Zu ihnen gehörte auch ein alter Eicher aus dem Baujahr 1951, mit dem anno dazumal der alte Sulzner-Bauer, ein Einödbauer vom letzten Eck im Brandertal den weiten Weg nach Traunstein tuckerte, um mit Vorliebe seine Amtsgeschäfte in der Kreisstadt zu erledigen.

Alle Oldtimerfreunde erhielten zum Dank für ihre Schau ein kleines Bierpräsent überreicht.

Am ruaßigen Freitag hatten die »Absoluten« bereits beim Wetzstoakranzl im Postkeller des Hotels zur Post den 200 Maschkerafreunden kräftig eingeheizt. ls