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Im Einsatz im Katastrophengebiet

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Land unter bei der Ankunft der Schnellen Einsatzgruppe der DLRG Traunstein-Siegsdorf in Simbach am Inn. Aus der Luft und zu Wasser retteten sie mehrere Bewohner, die in ihren Häusern von den Fluten eingeschlossen wurden. (Foto: THW Traunstein)

Seit am 1. Juni eine Flutwelle mit Schlamm und Geröll durch Simbach gerollt war, sieben Menschen getötet und Hunderte Gebäude zerstört hatte, sind Hunderte Helfer im Einsatz, um den Menschen in den betroffenen Gebieten zu helfen. Darunter auch heimische Hilfsorganisationen wie die DLRG Traunstein-Siegsdorf, der Malteser Hilfsdienst und das THW Traunstein.


Die Schnelle Einsatzgruppe (SEG) der DLRG Traunstein-Siegsdorf wurde gleich am Tag der Katastrophe alarmiert. Während der Luftretter innerhalb weniger Minuten vom Rettungshubschrauber Christoph 14 aufgenommen und nach Simbach geflogen wurde, rückte eine Mannschaft mit neun Wasserrettern mit zwei Fahrzeugen und zwei Booten aus. Sie evakuierten etliche Bewohner, die in ihren Häusern vom Wasser eingeschlossen waren. Per Seilwinde am Hubschrauber wurden auch Menschen von den Dächern ihrer Häuser geborgen. Nach zwölf Stunden im Einsatz traten die »erschöpften Wasserretter« die Heimreise an, wie Günter Burghammer vom DLRG Ortsverband Traunstein-Siegsdorf berichtete.

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Die Traunsteiner Malteser sind noch bis kommenden Sonntag in Simbach im Einsatz. Dann soll der Katastrophenalarm aufgehoben werden, sagt Pressesprecher Peter Volk.

Bereits am dritten Tag nach der Flutwelle wurde die Betreuungs- und Küchengruppe der Traunsteiner Malteser nach Simbach alarmiert. Elf Helfer machten sich auf den Weg und hatten die Aufgabe, eine Betreuungsstelle einzurichten. Diese wurde im Feuerwehrgerätehaus in Simbach bereitgehalten. Dort kümmerten sich die Malteser um die Einsatzkräfte der vielen Hilfsorganisationen, wie Feuerwehren, Bayerisches Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk und um viele Freiwilligenhelfer, aber auch um zahlreiche Betroffene der Hochwasserkatastrophe. Während des zwölfstündigen Einsatztages kochten die Malteser 2347 Portionen warmes Essen und gaben es an Helfer und Betroffene aus, ebenso wurden 1500 Wurst- und Käsesemmeln hergerichtet und verteilt.

Betreuungsstelle wird rund um die Uhr betrieben

Einige Tage später brachte die Traunsteiner Einheit einen Feldkochherd nach Simbach. Josef Sailer und Hildegard Schürer sind seit vergangenem Donnerstag als Fachberater »Betreuung und Verpflegung« in Simbach tätig. Zusammen mit anderen Hilfsorganisationen und Freiwilligengruppen wird die Betreuungsstelle seither rund um die Uhr betrieben. Einsatzkräfte und Betroffene können sich dort ausruhen, bekommen warme Mahlzeiten und einen Ansprechpartner.

Eineinhalb Wochen lang war auch das Technische Hilfswerk (THW) Traunstein in Simbach im Einsatz. Dabei ging es in erster Linie darum, Straßen freizupumpen und Schlamm zu beseitigen.

Am Donnerstag, 2. Juni, rückte die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen des THW Traunstein erstmals aus, um mit der Pumpe »Hannibal« am Stadtrand von Simbach das Wasser über den Staudamm in Richtung Inn zu pumpen. Bis drei Uhr in der Nacht waren sie an verschiedenen Stellen am Stadtrand im Einsatz, um zu verhindern, dass wieder Wasser nachlief. Geschlafen wurde auf Feldbetten im benachbarten Kirchdorf. Am nächsten Tag pumpten die Helfer im Zentrum beim Bürgerhaus die Tiefgarage leer, anschließend sollten die THWler aus Traunstein den Kollegen aus Rosenheim helfen, die Kläranlage vom Wasser zu befreien. In Traunstein angekommen wurden am Samstag alle Fahrzeuge und Materialien gereinigt und einsatzbereit gemacht; schon am Sonntagabend gab es dann die nächste Alarmierung. Ab Montag war das THW wieder in Simbach – dieses Mal mit der Bergungsgruppe zum Aufräumen und zur Schadensbeseitigung. Weitere fünf Tage wurde Schlamm aus Häusern und von Straßen beseitigt und Wasser aus Kellern gepumpt. Auch beim Regeln des Verkehrs half das THW.

Einsatz war äußerst kräfteraubend

»Für die Helfer des THW Traunstein war der Einsatz in Simbach äußerst anstrengend und kräfteraubend. Jeder war aber froh, helfen zu können und auch mitzuerleben, wie gut die Zusammenarbeit mit den anderen Einsatzkräften und vor allem mit den vielen freiwilligen Helfern funktioniert hat«, schildert Gregor Grichtmaier, Öffentlichkeitsbeauftragter des THW Traunstein die Eindrücke. ka/pv