weather-image

Im Dienst für das »helle, wärmende Licht Jesu«

4.8
4.8
Bildtext einblenden
Mario Dieter Haberl hat sich schon gut im Rupertiwinkel eingelebt und freut sich auf die Kaplanszeit in Teisendorf. (Foto: L. Spann)

Teisendorf – Sein Weg war ihm nicht in die Wiege gelegt. Mario Dieter Haberl wird zum 1. September der neue Kaplan in Teisendorf.


Seinen Zugang zum Glauben fand der 27-Jährige aus München nicht nur in seiner Herkunftsfamilie, sondern auch in der Glaubensfamilie in seiner Heimatpfarrei St. Benno in München. Bis Ende Mai war er Diakon im Pfarrverband Teisendorf. Nach seiner Priesterweihe am 1. Juli in Freising als Jüngster von sieben Weihekandidaten fängt er in Teisendorf am 1. September als Kaplan an, als Nachfolger für Korbinian Wirzberger.

Anzeige

Als echtes Münchner Kindl wuchs Mario Dieter Haberl in den Münchner Stadtteilen Maxvorstadt und Neuhausen mit zwei jüngeren Brüdern auf. Von seinen Eltern, einer evangelischen Mutter und einem katholischen Vater, fühlt er sich in seiner Entscheidung für den Priesterdienst nicht beeinflusst, weder im positiven noch im negativen Sinn. Sie respektierten seine freie Entscheidung. In Haberls Elternhaus wurden christliche Bräuche und Symbole wie Adventskranz oder Krippe gelebt. Auch die Offenheit für das pfarrliche Leben bestimmte seine familiäre Heimat.

Seine frühe Kindheit prägten die Kinderbibeltage, Kinder- und Familiengottesdienste sowie das Feiern des Kirchenjahrs im Pfarrei-Kindergarten. Nach der Erstkommunion wurde er Ministrant. »Heute kann ich im Rückblick sagen, dass ich damals stellvertretend für die ganze Pfarrei Dienst tun durfte. Damals war es für mich einfach unglaublich spannend, ganz vorne dabei zu sein.« Später leitete er eine Ministranten-Gruppe. »Mir hat es Spaß gemacht, den Glauben an Kleine weiter zu geben – beim Üben für den liturgischen Dienst, aber auch beim gemeinsamen Basteln, bei Ausflügen, Wochenenden oder einem Zeltlager am Chiemsee«, erzählt Haberl.

Er wuchs weiter in die Glaubensgemeinschaft der Kirche hinein, indem er eine Periode im Pfarrgemeinderat war und sich im Pfarrleben engagierte. Als Jugendlicher fand er in der Pfarrei und in einem guten Bekannten Gesprächspartner in Fragen, die ihn damals umtrieben: über Gut und Böse, die Gerechtigkeit, den Ursprung von Katastrophen und Leiden und das Wirken Gottes in der heutigen Welt. »Ich habe auch Bücher zu den Themen gelesen und für mich verstärkt das Gebetsleben entdeckt.«

Ein spezielles Berufungserlebnis kann er nicht festmachen. »Es war eine Entscheidung, die gewachsen ist.« Priesterliche Vorbilder waren ein Ruhestandsgeistlicher und seine Heimatpfarrer. Der 27-Jährige pflegte zudem für kurze Auszeiten Kontakt zu einem Benediktinerkloster und erachtet den Rhythmus von Arbeit und Gebet als wichtig auch für den Dienst in der Pfarrei.

Nach dem Abitur 2009 an einem Wirtschaftsgymnasium in München absolvierte er in Passau das so genannte »Propädeutikum«, ein auf das Studium vorbereitendes Jahr mit sozialen Diensten bei der Caritas, Bibellesen, 4,5 Wochen Bibelschule in Israel und Grundwissen in den erforderlichen Sprachen. In München und Rom studierte er Theologie. Er ist dankbar dafür, dass seine beiden Rom-Semester ausgerechnet in das spannende Jahr mit den zwei Päpsten Benedikt XVI. und Franziskus fielen und dass er bei der Papstwahl im März 2013 hautnah Weltkirche miterlebte und mit eigenen Augen den »weißen Rauch« sah.

Im Pastoralkurs nach dem Studium kam er im September 2015 zuerst nach Mühldorf am Inn und am 1. Dezember 2016 nach Teisendorf. Seit der Diakonweihe an Pfingsten 2016 hielt er verstärkt Taufen und Hochzeiten. Das Spenden der Krankenkommunion, Hausbesuche, die Leitung einer Firmgruppe und Religionsunterricht gehörten ebenfalls zu seinen Aufgaben. Als Kaplan kommen regelmäßige Eucharistiefeiern dazu. Die erste in Teisendorf hält er bei der Nachprimiz am 16. Juli mit anschließendem Stehempfang im Gasthof Alte Post.

»Lux in tenebris lucet – Das Licht leuchtet in der Finsternis« – diesen Satz aus dem Johannes-Evangelium (Joh. 1:5) hat er zum Primizspruch für seine Primiz gewählt. »Weil ich als Priester in der heutigen Zeit, wo es auch viel Schlechtes und Böses gibt, für das Gute und für das helle, wärmende Licht Jesu Christi und seiner Botschaft eintreten möchte.« Jesus, der auf dieser Welt mit den Menschen gelebt, gefeiert und gelitten hat, möchte er »zeichenhaft und greifbar in den Sakramenten zu den Menschen bringen«.

Die Kraft der Sakramente den Menschen nahe zu bringen, das »immer Neue« daran mit »Bezug zur Lebensrealität jedes einzelnen Menschen«, liegt ihm besonders am Herzen. Kraft für diese große Herausforderung holt er sich im Gebet, in der Stille und in der Feier des Gottesdienstes. In seiner Freizeit widmet er sich gern dem Laufen, Lesen und Musikhören sowie dem Motorradfahren an Sommertagen. vm

Mehr aus der Stadt Traunstein
Einstellungen