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Ikonostase der orthodoxen Gemeinde Traunreut

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Pfarrer Constantin Reinhold Bartok mit seinen beiden Töchtern Patricia und Franziska vor der neuen Ikonostase in der evangelischen Kirche. (Foto: Pia Mix)

Traunreut. Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde Traunreuts hat eine neue Ikonostase, eine mit Ikonen geschmückte Wand mit Türen, erhalten. Der Erzbischof und Metropolit »Serafim« aus Nürnberg wird die Ikonostase, die immer bei orthodoxen Gottesdiensten in der evangelischen Kirche aufgestellt wird, beim Patroziniumsfest am 27. Januar einweihen.


Eine Ikonostase ist in vielen orthodoxen Kirchenbauten Bestandteil des architektonischen Gesamten, sie gehört aber nicht zwingend zur Grundausstattung. Die mit Ikonen und Symbolen geschmückte Wand steht zwischen dem inneren Kirchenschiff und dem erhöhten Altarraum. Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde Traunreuts, die ihre Gottesdienste mangels eigener Kirche in der evangelischen Kirche abhält, hat sich nun einen sehnlichen Wunsch erfüllt und so eine Ikonostase angeschafft.

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Finanziert wurde sie durch Spenden der Kirchenmitglieder. Die Ikonostase wird immer zu den orthodoxen Gottesdiensten aufgestellt und danach wieder weggeräumt. Zwei rumänische Ikonen schmücken die Ikonostase, die von einem Schreiner aus der Region gefertigt wurde. Durch die Tür darf nur eine geweihte Person treten, sprich ein Priester, oder laut Überlieferung der Kaiser. Zweimal durchschreitet der Pfarrer während der orthodoxen Liturgie die kleine Tür, das erste Mal beim sogenannten Kleinen Einzug mit dem Evangeliar zur Verlesung des Evangeliums und dann beim Großen Einzug mit Brot und Kelch.

Pfarrer Constantin Reinhold Bartok betont: »Wir freuen uns, dass nun auch bei uns diese schöne Ikonostase von der rumänisch-orthodoxen Kirche allen orthodoxen Gläubigen für die Liturgie zur Verfügung steht.« Sein Dank gilt allen Spendern und dem Hausherrn, der evangelischen Kirchengemeinde, die den Orthodoxen Platz bietet und die Möglichkeit gibt, ihre Religion so zu leben, wie es ihre Tradition verlangt. Nach der Schätzung von Pfarrer Bartok leben in seinem Einzugsgebiet in Traunreut und Umgebung rund 2000 orthodoxe Gläubige – rumänisch-orthodoxe, serbische, griechische, bulgarische und auch deutsche. Für all diese Gläubigen soll die Kirche eine Heimat sein, ein Ort, wo sie sich wohlfühlen. Dazu soll diese neue Ikonostase beitragen. Der rumänisch-orthodoxe Pfarrer wünscht sich für die Zukunft noch für seine Gemeinde eine eigene Kirche, um nicht auf Dauer Gast in der evangelischen Kirche bleiben zu müssen. Bisher mangelt es am geeigneten Grundstück zum Bau einer Kirche.

Der Pfarrer meint: »Jede Minderheit ist eine Bereicherung für die Stadt, unsere Gemeinde trägt auch caritativ viel zum Leben in Traunreut bei. Aber es gehörte eben auch eine eigene Kirche dazu.« Sollte die orthodoxe Gemeinde einmal eine eigene Kirche mit ausreichend Platz haben, könnte die Ikonostase jederzeit nach beiden Seiten erweitert werden mit zusätzlichen Ikonen und Türen und sie müsste dann auch nicht mehr nach dem Gottesdienst weggeräumt werden. mix