»Ihre Sorge galt immer dem Wohl der Kinder«

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Er wurde von den Schülern mit vielen guten Wünschen beschenkt: der scheidende Schulleiter Herbert Lay. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – Herbert Lay geht zum Schuljahresende in den Ruhestand. Jetzt wurde der Schulleiter der Ludwig-Thoma-Grundschule in Traunstein im Beisein vieler Kollegen aus umliegenden Traunsteiner Schulen, des Schulträgers Stadt Traunstein sowie vieler Freunde und direkt Beteiligter aus der Schulfamilie verabschiedet. Lay war zwölf Jahre mit der Leitung der Grundschule betraut.


Konrektorin Kerstin Wolfertstetter machte deutlich, dass diese »seine« Festveranstaltung ist. »Alle sind gekommen, um dir die Ehre zu erweisen, die dir gebührt«. Sie lobte seine kollegiale und schüler- und elternfreundliche Haltung: »Deine Tür war immer offen für alle.« Sein Motto sei immer gewesen, dass man »das schon hinkriegt« so die Konrektorin über den Rektor, der neben seiner Leitungsfunktion auch gerne in den Fächern Sport, Kunst und Mathematik unterrichtete.

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Viele freundliche Worte und Beiträge bekam der scheidende Schulleiter von den Schülern zu hören, die ihm in musikalischer Form, mit bayerischen Gstanzln und in einem Theater ihre Wertschätzung ausdrückten. Geschenke, wie beispielsweise ganze Alben von guten Wünschen, sollen ihn nun auch im Ruhestand begleiten.

»Kennen und schätzen gelernt«

Auch die Redner gingen auf das positive Bild ein, das Lay hinterlässt. »Wir haben uns kennen und schätzen gelernt«, betonte Schulamtsdirektor Otto Mayer und schilderte kurz den beruflichen Werdegang des Traunsteiners, der in Mindelheim, Bergen und Grabenstätt unterrichtete und zum Teil leitende Funktionen übernahm, ehe er 2004 die Leitung der Ludwig-Thoma-Grundschule übertragen bekam. Lernte ihn Mayer als Kollege kennen, schätzte er ihn später auch in der Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt: »Stets loyal, verlässlich, korrekt mit einer vorbildlichen Einstellung«, sagte Mayer und überreichte ihm die Urkunde des Bayerischen Kultusministeriums zur offiziellen Verabschiedung in den Ruhestand.

Oberbürgermeister Christian Kegel sagte nach der jahrzehntelangen Lehramtstätigkeit Lays: »Sie haben heute ihr persönliches Klassenziel erreicht.« Das sei ein Grund zur Freude, aber auch zur Traurigkeit: »Wir müssen einen erfahrenen Rektor ziehen lassen.«

Dass Lay der richtige Mann für eine oft nicht einfache Aufgabe im Spannungsfeld zwischen Ministerium, Sachaufwandsträger, Eltern, Schülern und Öffentlichkeit war, daran ließ er keinen Zweifel: »Sie haben eine gute Mischung aus Herz und Verstand gezeigt, die es braucht.« Mit der Stadtverwaltung und dem Schulleiter beziehungsweise der Schule bestehe eine gute Zusammenarbeit. Der Oberbürgermeister ging auf die diversen Bauprojekte ein, die in der Zeit Lays an der Schule gestemmt wurden und werden – wird das Schulhaus an der Nordseite doch derzeit vergrößert.

Das Wohl der Kinder war vorrangig

Elternbeiratsvorsitzender Josef Weber bedankte sich für den Einsatz des Schulleiters. »Ihre Sorge galt immer dem Wohl der Kinder, man hatte stets das Gefühl, dass die bei ihnen gut aufgehoben sind.« Er hatte auch in der Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat stets ein offenes Ohr. »Ein Leben ohne Lachen ist wie Schule ohne Lay«, machte er deutlich, dass der Schulleiter in den vergangenen Jahren die prägende Person an der Ludwig-Thoma-Schule war. Das Lehrerkollegium formulierte die Zusammenarbeit und die guten Wünsche an den scheidenden Schulleiter in einem selbstgedichteten Lied.

Der sichtlich gerührte Schulleiter sagte zum Schluss, er habe »mit Begeisterung unterrichtet und viel Kraft und Zeit aufgewandt.« Wichtig seien ihm dabei immer die Begegnungen mit Menschen und hier insbesondere mit den Kindern gewesen. »Die werden mir fehlen«. Er würdigte die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten in der Schulfamilie und sprach die eindrückliche Bitte aus: »Ich hoffe, dass alle, die an der Schule beteiligt sind, gemeinsam an einem Strang ziehen.« Und mehr in die Richtung des Schulumfelds gewandt sagte er: »Helfen sie mit, damit Kinder und Lehrer angenehm arbeiten können.« Für ihn sei die Zeit an der Ludwig-Thoma-Grundschule wie ein Traum gewesen.

Gemeinsam stimmten die Gäste dann noch ein Lied an, das die Wertschätzung und die guten Wünsche für und an den scheidenden Schulleiter ausdrückte: »Mia wünschn dir Glück.« Musikalisch sorgten ein Duo aus der Traunsteiner Bläserfamilie Schillinger und Silke Aichhorn an der Harfe für den richtigen Ton. Sein Nachfolger als Schulleiter ist ab September Clemens Gruber, derzeit noch Rektor an der Grundschule in Tittmoning. awi

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