weather-image
22°

»Ihr wart eine wunderbare Abituria«

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Die besten  Abiturienten  des Staatlichen Landschulheims in   Marquartstein   sind in diesem Jahr (von links) Simon Ramoser, Christin Falarowski, Vanessa Lund, Simone Loy sowie ihr Bruder Stefan Loy. (Foto: Giesen)

Marquartstein – 82 Abiturienten am Staatlichen Landschulheim haben die Reifeprüfung bestanden. Bei einer fröhlichen Feier erhielten sie ihre Abiturzeugnisse im Festsaal der Schule.


Die Traumnote 1,0 erzielten Christin Falarowski aus Grassau und Simon Ramoser aus Siegsdorf. Einen sehr guten Notendurchschnitt von 1,3 erreichten auch Vanessa Lund aus Übersee und die Geschwister Simone und Stefan Loy aus Bernau sowie mit 1,5 Sonja Böltl, Annika Nöldeke, Sonja Prasch, alle aus Marquartstein, Hana Hodciz, Grassau, und Luna Duric aus München.

Anzeige

Mit dem Abiturzeugnis erhielt Simon Ramoser auch einen Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker, und Stefan Loy sowie Michael Scheck eine Auszeichnung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Elisabeth Hobelsberger hat gleichzeitig mit dem Abitur auch ihre Schreinerlehre abgeschlossen, nachdem sie sich fünf Jahre lang neben dem regulären Schulunterricht in einem großen Teil ihrer Freizeit in der schuleigenen Schreinerei ausbilden ließ. Traditionsgemäß gab es für die besten Absolventen auch einen Büchergutschein von der Schule.

»Gönnt euch den Luxus der Stille!«

»Ihr wart eine wunderbare Abituria, sehr, sehr nett und es hat unheimlich viel Spaß mit euch gemacht«, sagte der stellvertretende Schulleiter Martin Bauhofer in seiner Ansprache. Er empfahl den scheidenden Schülern, sich in der heutigen schnelllebigen Zeit immer mal wieder den »Luxus der Stille« zu gönnen. Inzwischen würden zwei Milliarden Menschen über Facebook und Co. zu Konsumenten erzogen. Es sei aber auch möglich, mal 14 Tage lang ganz auf Internet, Fernsehen und Nachrichten zu verzichten. Kritisch äußerte er sich zu den »sozialen Medien«, die viele Menschen ständig in Atem halten. Als Schulleiter habe man auch häufig genug mit Mobbing im Internet zu tun, so dass man da eher von »asozialen Medien« sprechen könne. Trotz aller Unruhen und unerfüllter Wünsche aber sei das Leben schön und es sei Aufgabe der scheidenden Schüler, diese Schönheit zu erhalten, gab Bauhofer ihnen mit allen guten Wünschen für die Zukunft mit auf den Weg.

21 Heimschüler verabschiedet – sogar aus Hongkong

So viele Heimschüler wie noch nie zuvor in einem Jahrgang, nämlich 21, verabschiedete Internatsleiter Gerd Geigenmüller. Die meisten davon hatten 2009 hier angefangen, darunter Alex Croney aus Hongkong, der am Landschulheim neben perfektem Deutsch auch Radfahren und Skifahren gelernt hat. Der Internatsleiter dankte in dem Zusammenhang auch Karen Koch, selbst Altmarquartsteinerin, die bei Croney liebevoll die Elternstelle übernommen hatte, wenn das Internat geschlossen war und er nicht schnell nach Hongkong fliegen konnte. Als Anerkennung für seine besonderen Leistungen überreichte Geigenmüller Alex Croney die nur selten verliehene Ehrennadel des Landschulheims. Diese Auszeichnung erhielt auch Leo Faltin, der zwei Jahre Internatssprecher war und sich außerordentlich für die Gemeinschaft engagiert hatte.

Schwungvoll wurde der Festakt durch musikalische Einlagen der Schulband mit Musiklehrer Michael Hiemke umrahmt. Eine gelungene Soloeinlage gab außerdem Anna Baumgartner, die mit warmer Mezzosopranstimme einen englischen Song zum Besten gab und sich selbst am Klavier begleitete.

Das Motto des Abiturjahrgangs »Let´s make Abi great again« griff Eva Mühlbacher vom Elternbeirat in ihrer Rede auf. Wenn es auch eigentlich als Persiflage auf den US-Wahlkampf gemeint gewesen sei, so fange das Motto schon viel von unserer neuen Zeit ein. Bildung groß zu machen und zu schätzen sei klasse, so Mühlbacher. Neben vielen anderen guten Wünschen riet sie den Abiturienten, mit Besonnenheit und Wachsamkeit durchs Leben zu gehen, ihre erworbene Bildung zu nutzen und auch kritische Fragen zu stellen. »Habt Erfolg, aber nicht auf Kosten anderer, seid zielstrebig, aber nicht rücksichtslos, bleibt neugierig und wenn ihr einmal stolpert, dann steht einfach wieder auf und traut euch etwas zu!«

In einer humorvollen Ansprache, mit ironischen Anmerkungen gespickt, sprachen erst Leo Faltin sodann Anna Baumgartner und Thomas Bittmann für die Abiturienten. Sie ließen ihre Schulzeit »der letzten 12, 13 oder 14 Jahre« Revue passieren und sprachen ihren großen Dank an viele Lehrer, aber auch Eltern, Großeltern, Familie und Freunde aus, die sie unterstützt hatten. Blumen gab es für Schulleiter Martin Bauhofer und die beiden Oberstufenkoordinatoren Ulrich Jansen und Helmut Liebl für ihre Unterstützung.

Die besten Seminararbeiten ausgezeichnet

Der Vorsitzende des Bundes der Altmarquartsteiner (BAM), Dr. Dr. Klaus Ständer, hieß die Abiturienten im Bund der ehemaligen Schüler und Lehrer am Staatlichen Landschulheim willkommen und forderte sie auf, sich registrieren zu lassen. Der BAM erhebt keine Beiträge. Er organisiert nicht nur große Ehemaligentreffen, sondern unterstützt die Schule vielfältig zum Beispiel bei Ausflügen oder Schüleraustausch. Ständer wies bereits auf das nächste Ehemaligentreffen im Herbst 2018 hin. Anschließend überreichte er den Autoren der besten Seminararbeiten ein kleines Geldgeschenk, so im Fach Geschichte an Sonja Böltl (»Luftangriffe auf Traunstein«) und Teresa Wiedemann (»Neubeginn nach 1945 am Beispiel der Stadt Augsburg«), im Fach Deutsch an Simon Ramoser (»Vergleich zweier bekannter Kommissare der schwedischen Krimiliteratur«) und Lucca Duile in Sozialkunde (»Wehrerziehung in der DDR«).

Anschließend an die Festreden erhielten die Abiturienten unter viel Applaus und Jubelrufen ihre Zeugnisse aus den Händen von Martin Bauhofer. Dazu erklangen bei jedem einzelnen ein paar Takte eines Songs, den er sich selbst ausgesucht hatte. Krönender Abschluss war dann abends der traditionelle Abiturball im Festsaal in Aschau mit feucht-fröhlichem Ausklang im danebenliegenden Eiskeller. gi