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»Ihr seid mir eine Familie geworden«

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Nach gut vier Jahren in der seelsorgerischen Mithilfe verlässt Pater Liviu Romila den Pfarrverband Chieming mit den Pfarreien Chieming, Nußdorf, Hart und Ising. Die Pfarrei St. Laurentius Nußdorf verabschiedete ihn bei einer Feier im Pfarrsaal. (Foto: Volk)

Nußdorf – Mit einem feierlichen Gottesdienst und einem anschließenden Empfang im Pfarrheim verabschiedete sich die Pfarrei St. Laurentius Nußdorf von Pater Liviu Romila.


Nach fast vier Jahren der seelsorgerischen Mithilfe im Pfarrverband wurde der 37-jährige Franziskaner-Pater nach Köln abberufen, wo ihn eine neue, noch nicht näher definierte Aufgabe erwartet.

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Kirchenpfleger Georg Schuster bedauerte die Versetzung des 37-Jährigen. Gerade jetzt, wo Pfarrverbandsleiter Gabriel Budau für voraussichtlich zwei Jahre zusätzlich den großen Pfarrverband Heiliger Franz von Assisi mitbetreuen muss, hinterlasse Pater Liviu eine große Lücke. Nach dem plötzlichen Weggang von Pfarrer Mathias Häusl Anfang 2013 wurde Pater Liviu mit der Seelsorge im Pfarrverband und in den vier Pfarreien beauftragt. »Das war sicher eine große Herausforderung«, wie Schuster feststellte.

Pater Michael, einst einer der Ausbilder von Pater Liviu und zurzeit als Urlaubsvertretung im Pfarrverband tätig, zeigte Verständnis, dass Pater Liviu der Weggang aus dem Chiemgau schwerfalle, nicht nur weil er ein leidenschaftlicher Berggeher ist. Wenn Pater Liviu nun mit einer neuen Aufgabe betraut wird, sei dies ein Vertrauensbeweis und ein Zeichen, dass sich die bisherige Arbeit gelohnt habe. Liviu, der seinem Orden gegenüber Gehorsamkeit gelobt hat, werde am neuen Dienstort und der Aufgabe, das Evangelium zu verkünden, noch mehr wachsen und reifen, zeigte sich Pater Michael überzeugt. Ein herzliches Vergelt‘s Gott sagte auch die große Nußdorfer Ministrantenschar, für die Pater Liviu in vielfältiger Weise, vom Fußballspielen bis zur Mitwirkung bei Zeltlagern, stets da war.

Bürgermeister Hans Gnadl bezeichnete Pater Liviu als »sehr guten Seelsorger und lieben Menschen« und überreichte zur Erinnerung an die Zeit in Nußdorf ein Heimatbuch. Er lud Pater Liviu ein, im Urlaub oder auf der Durchreise von Köln in die rumänische Heimat in Nußdorf Halt zu machen. Heidi Meisinger würdigte den Seelsorger im Namen der Nußdorfer Ortsvereine für die stets angenehme Zusammenarbeit, ebenso Anni Gnadl im Namen der Lektoren und Maria Auer für die Messen in der Sondermoninger Filialkirche.

Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung beschenkten Pater Liviu mit vielen wichtigen Utensilien, die er für den neuen Wirkungskreis in der Diözese Köln brauchen könne, unter anderem Schokolade und Honig, um sich Glückshormone zu gönnen, Nußdorfer Bier, einem »Starter-Set« für den Kölner Karneval und einem Fotoalbum mit Erinnerungen aus den vergangenen Jahren in Nußdorf.

Wehmütig stellte Pater Liviu fest: »Ihr seid mir eine Familie geworden, ich habe mich aufgenommen gefühlt und gespürt, geliebt zu sein.« Auch sei er korrigiert und kritisiert worden, wenn etwas nicht passte. Das jedoch sei unter guten Freunden und in einer Familie richtig und wichtig, hob Liviu hervor. Es sei für ihn nicht einfach, die Abordnung nach Köln und weg aus dem Chiemgau zu akzeptieren. Als Ordensmitglied dürfe er jedoch nicht auf sein Ego schauen, müsse flexibel bleiben und Neues wagen. »Ich kann nicht 'Nein' sagen – meine Bereitschaft ist da sich einer neuen Aufgabe und neuen Herausforderung zu stellen.« Pater Liviu appellierte an die Nußdorfer, weiterhin eine lebendige Kirche Gottes zu bleiben und durch Hilfsbereitschaft und tätige Nächstenliebe Zeugnis für Jesus abzulegen. pv

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