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Ideengeber und Initiator des »Tags der Ausbildung«

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Der Gewerbeverband Traunstein und Umgebung zeichnete im Rahmen eines Festabends Schulamtsdirektor Otto Mayer mit dem Herbert-Koch-Preis aus, der alle zwei Jahre auf der Truna vergeben wird. Unser Bild zeigt den stellvertretenden Vorsitzenden des Gewerbeverbands, Dr. Florian Binder (von links), Moderator Hermann Steinmaßl, Laudator Thomas Miller, Preisträger Otto Mayer, stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser und stellvertretenden Gewerbeverbandsvorsitzenden Robert Aigner.

Traunstein – Im Rahmen eines Festabends in Halle 9 wurde der Herbert-Koch-Preis an Schulamtsdirektor Otto Mayer verliehen. Mit diesem Preis werden alle zwei Jahre vom Gewerbeverband Traunstein und Umgebung Persönlichkeiten geehrt, die sich in außergewöhnlicher Weise für die heimische Wirtschaft engagieren.


Otto Mayer gilt als der Ideengeber für den inzwischen fest etablierten »Tag der Ausbildung«. Er hat sich bereits um eine enge Vernetzung von Schule und Wirtschaft bemüht, als noch niemand ahnte, dass es einmal schwierig werden könnte, Auszubildende im erforderlichen Maß für die Betriebe zu bekommen.

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Preisverleihung als Höhepunkt der Truna

Der Vorsitzende des Gewerbevereins Traunstein und Umgebung, Thomas Eberl, betonte, es freue ihn besonders, dass diesmal die Auszeichnung an Otto Mayer geht. Er bezeichnete die Verleihung ebenso wie Landrat-Stellvertreter Sepp Konhäuser als einen Höhepunkt der Truna. Konhäuser betonte, wer mit diesem Preis geehrt wird, habe einen besonderen Beitrag zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung der Region erbracht und sich über seine Pflichten hinaus für unsere Heimat eingesetzt. Auch Altlandrat Hermann Steinmaßl, der als Moderator durch den Abend führte, sprach davon, dass diese Preisverleihung »immer etwas Besonderes ist«. Mit Otto Mayer habe der Gewerbeverband »einen würdigen Herbert-Koch-Preisträger gefunden«, so Steinmaßl.

Die Laudatio hielt Thomas Miller, der 2013 mit dem Herbert-Koch-Preis ausgezeichnet worden war. Er erinnerte daran, dass Mayer bereits 2003 – damals war er Rektor an der Kohlbrenner-Hauptschule – an den Gewerbeverband mit dem Vorschlag herangetreten war, einen Ausbildungstag an der Schule zu organisieren. »Damals waren die Verhältnisse völlig anders als jetzt; viele Absolventen der damaligen Hauptschulen hatten Probleme, eine Lehrstelle zu bekommen, die Betriebe hatten keinerlei Schwierigkeiten, Auszubildende zu finden und konnten unter zahlreichen Bewerbern wählen. Die ersten gemeinsamen Bemühungen scheiterten deshalb am mangelnden Interesse der Betriebe und der indifferenten Haltung mancher Verbände«, so Miller.

Doch steter Tropfen höhlt den Stein: Mayer erneuerte seine Bemühungen und unternahm zusammen mit dem Gewerbeverband auch in den Jahren 2004, 2006 und 2008 weitere Anläufe zur Umsetzung seines Vorhabens. Nach seinem Wechsel ins Schulamt kam dann der Durchbruch. Mit großem Engagement von Hubert Schmid, dem Nachfolger von Mayer als Rektor der Hauptschule und Jürgen Pieperhoff von der Geschäftsstelle des Gewerbeverbandes »konnte 2009 der erste gemeinsame Ausbildungstag an der Kohlbrennerschule organisiert werden«, erinnerte Miller. Es nahmen 30 Firmen und 300 Schüler teil, im Vordergrund standen damals noch die Beratung und die Vorstellung von Berufsbildern.

Der Wunsch der Traunsteiner Schulleiter, den Ausbildungstag auch für die Schüler der anderen Schulen zu öffnen und das steigende Interesse der Betriebe führten zu einer »Umsiedlung« des Ausbildungstages in das Schulzentrum an der Wasserburger Straße. »Inzwischen hat sich der Ausbildungsmarkt vollständig vom Angebots- zum Nachfragemarkt gewandelt. Nicht zuletzt deshalb stieg die Zahl auf zuletzt 90 Firmen mit Angeboten in mehr als 100 Berufen. Die Besucherzahlen stiegen auf zuletzt über 1000. »Für den siebten Tag der Ausbildung 2015 sind bereits über 120 Aussteller mit mehr als 130 Berufsbildern angekündigt«, erklärte Miller.

Vom Beratungstag zur Berufsmesse

Der Charakter des Ausbildungstages habe sich inzwischen vom Beratungstag zur Berufsmesse entwickelt mit Angeboten für die künftigen Absolventen jedes Schultyps in der Region. Entsprechend sei natürlich das Einholen von Informationen für die Schüler zur »Holschuld« geworden. »Mit Ideen und Empfehlungen zur gezielten Vorbereitung in den Schulen hat Mayer auch hier Pionierarbeit geleistet, sodass bei den Besuchern nicht das Einsammeln von Werbematerial, sondern die gezielte Einholung von Informationen in den gewünschten Berufen im Vordergrund steht«, betonte der Zeitungsverleger.

Eine Erfolgsgeschichte wie der Ausbildungstag sei immer ein Teamspiel. Nichtsdestoweniger sei ein Ideengeber, Initiator, Motivator und ein »Überwinder von Widerständen« nötig, um das Team letztlich zum Erfolg zu bringen, so Miller, der abschließend betonte: »Dies war und ist Otto Mayer in hohem Maß. Deshalb verleiht der Gewerbeverband Traunstein und Umgebung ihm den Herbert-Koch-Preis 2015 für seinen Einsatz für die Schüler der Region und die heimische Wirtschaft, verbunden mit dem Dank für die geleistete Arbeit und der Ermunterung für ein weiterhin erfolgreiches Wirken!«

Mayer freute sich, dass ihn dieser Preis einreiht »in eine honorige und ehrwürdige Gruppe von lokalen Persönlichkeiten und Würdenträgern, was mich natürlich sehr stolz macht, zugleich aber auch ein wenig verlegen«. Er nehme die Auszeichnung aber auch stellvertretend für »alle äußerst engagierten Kollegen draußen an unseren Grund und Mittelschulen des Landkreises entgegen«.

Vernetzung aller Beteiligten unabdingbar

Der Schulamtsdirektor betonte, dass der Unterricht von heute andere Anforderungen an die »Institution Schule« stelle als früher. Neue Unterrichtsmethoden, wechselnde Lehrpläne kennzeichnen heutzutage den Unterrichtsbetrieb. Ohne frühzeitige Öffnung der Schulen nach außen sei eine umfassende Bildung heutzutage nicht mehr denkbar. »Eine Vernetzung aller an der Bildung Beteiligter ist mittlerweile unabdingbar«, so Mayer. So seien die Lehrkräfte gefordert, sich laufend fortzubilden, andererseits aber auch die Betriebe angehalten, in den Schulen möglichst zeitig vorstellig zu werden bzw. zu bleiben. »Eine frühzeitige Annäherung zwischen Schule und Beruf ist in der heutigen Zeit ein Gebot der Stunde und hat nichts mit simplem Zuliefertum zu tun«, betonte Mayer.

Er hob auch hervor, dass eine Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft nicht von einer Seite aus gelingen kann. In diesem Zusammenhang würdigte er Dr. Florian Binder: »Wenn er damals nicht auch von dieser Zusammenarbeit überzeugt gewesen wäre und nicht ebenso engagiert mitgezogen hätte, stünde ich heute nicht hier!« Auf noch kleiner Flamme habe man gemeinsam die Zusammenarbeit ins Rollen gebracht »und dabei auch weitere Kooperationsprojekte zwischen Schule und Betrieb ins Leben gerufen«. m