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»Ich sehe das als zusätzliche Möglichkeit«

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Nicht zum ersten Mal wurde der Vorschlag gemacht, dass im Kulturzentrum der Jugendtreff untergebracht werden könnte. (Foto: Reiter)

Traunstein – Die Stadt hat viele Einrichtungen, in denen in naher Zukunft etwas passieren muss. Das Traunsteiner Rathaus ist zu klein, Schulen müssen umgebaut werden und auch in den Kindergärten herrscht Platznot. Außerdem stellt sich die Frage, wie es mit dem Kulturzentrum im Stadtpark weitergehen soll. Deshalb erarbeitete die Verwaltung ein Gesamtkonzept zur Unterbringung städtischer Einrichtungen, das nun im Hauptausschuss vorgestellt wurde. Die UW-Fraktion schlug vor, dass im Kulturzentrum der Jugendtreff untergebracht werden könnte.


Zum Hintergrund: Der Stadtrat hatte im Sommer den Beschluss gefasst, dass die Fraktionen im Hinblick auf die weitere Nutzung des Kulturzentrums Vorschläge machen sollen. Die einzige Fraktion, die dies getan hat, war die UW. Wichtig wäre den Parteimitgliedern, dass das Kulturzentrum nicht verkauft wird. Die Nutzung als Jugendtreff im Erdgeschoß und im Untergeschoß hätte aus Sicht der UW-Fraktion folgende Vorteile: Keine Mietkosten, Umbau mit vermutlich überschaubarem finanziellen Aufwand und die zentrale Lage. Die Nutzung des Kulturzentrums für die Unterbringung des Jugendtreffs war schon einmal im Stadtrat diskutiert, dann aber verworfen worden.

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»Das sehe ich nicht als Option«, betonte nun auch Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) im Hauptausschuss. Die Lage würde sich nicht eignen, »denn dann sind wir ja wieder in einem Wohngebiet. Da haben wir doch jetzt schon immer Schwierigkeiten«.

Isabelle Thaler (CSU) betonte, dass im Bürgerentscheid eindeutig festgehalten sei, dass der Jugendtreff im Bahnhofsgelände entstehen soll.

»Das Kulturzentrum ist sicher nicht erste Option, aber wir könnten es ja parallel prüfen«, schlug Oberbürgermeister Christian Kegel vor. »Der Bürgerentscheid ist anzustreben, das steht fest. Aber ich sehe das als zusätzliche Möglichkeit.«

Thomas Stadler (Grüne) betonte, dass er insofern der UW-Fraktion zustimme, dass das Kulturzentrum auf keinen Fall verkauft werden sollte. Außerdem wurde darüber gesprochen, dass die Bücherei – auch diese wünscht sich mehr Platz – die Räume der Volkshochschule nutzen könnte. Auf Nachfrage bei der Stadt, wo dann die VHS unterkommen wird, sagte Pressesprecherin Carola Westermeier: »Das ist ein reines Gedankenspiel. Wir sind da noch lange nicht soweit, dass wir sagen, 'das machen wir jetzt so'.« Am morgigen Donnerstag wird sich der Stadtrat mit dem Thema befassen.

Beim Rathaus können aus Sicht der Verwaltung kurzfristig und mit kleineren Umbaumaßnahmen zusätzliche Büroarbeitsplätze geschaffen werden. So könnten beispielsweise im Materiallager im dritten Stock zwei Arbeitsplätze eingerichtet werden. Außerdem könnte die Teeküche im zweiten Stock verkleinert werden, sodass auch dort ein Arbeitsplatz entstehen könnte. Das mittelfristige Ziel »Erweiterung in Richtung ehemaliges Landgericht am Stadtplatz« werde aber weiterverfolgt, hieß es.

Für die Erweiterung der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule und den Anbau an die Musikschule ab nächstem Jahr werden demnächst die Arbeiten vergeben. Die Genehmigung durch die Regierung von Oberbayern und die Aussicht auf Förderung liegen vor, so die Stadt. Der Umbau des Kindergartens Kammer für die Hortbetreuung der Schulkinder ist im Zeitplan. Auch damit soll 2017 begonnen werden. Die Grundschule Haslach wird dann 2018 in Angriff genommen (wir berichteten).

Drei Grundstücke werden derzeit von der Verwaltung in Bezug auf eine mögliche zusätzliche Kindertageseinrichtung geprüft, hieß es. Ein Grundstück an der Jahnstraße, eines an der Windschnur und eines an der Kampenwandstraße. Waltraud Wiesholler-Niederlöhner sprach der Verwaltung ein großes Lob aus. »Das war sehr viel Arbeit, das alles aufzuschlüsseln.« KR