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»Ich hatte 1000 Schutzengel«

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Nach seinem schweren Unfall in den Bergen geht es dem Extremkletterer Thomas Huber schon wieder ganz gut. (Foto: Buthke)

Traunstein – »Ich hatte 1000 Schutzengel«, sagt der weltbekannte Kletterer Thomas Huber, der sich bei einem Kletterunfall am Brendlberg bei Scheffau schwer verletzte. Er war dort mit einem Filmteam unterwegs und stürzte fast 20 Meter in die Tiefe. Der 49-Jährige erlitt einen Schädelbruch. Mittlerweile ist er im Traunsteiner Krankenhaus auf dem Weg der Besserung.


Der schwere Unfall war bereits am Dienstag, genau an dem Tag, an dem sein Bruder Alexander zu einer Expedition nach Grönland aufbrach (wir berichteten). Die beiden Berchtesgadener sind weltweit bekannt und machten sich als »Die Huberbuam« einen Namen.

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Der tragische Unfall am Brendlberg bei Scheffau von Thomas Huber passierte nach Filmaufnahmen: Weil das Seil nicht lang genug war, wollte der Extrembergsteiger auf einem Band am Einstieg der Route ein weiteres Seil nehmen. Dafür musste er aus der Sicherung heraus. Thomas Huber verlor auf dem rund eineinhalb Meter breiten Absatz das Gleichgewicht und stürzte fast 20 Meter in die Tiefe. Dort schlug er Gott sei Dank auf einem weichen Waldboden auf. »Wia a Katz’«, schildert Thomas Huber seine unsanfte »Landung«.

Dieser Tatsache ist wohl auch der Umstand geschuldet, dass er keine Prellungen davontrug. Auch war Huber nach dem Sturz bei vollem Bewusstsein.

Sein Partner, der ehemalige Bergwachtler Michael Grassl, stellte zunächst nur eine Verrenkung des linken Mittelfingers und einen leichten Schock fest, verständigte aber sofort einen Krankenwagen. Gemeinsam stiegen die beiden noch rund 20 Minuten ab. Mit dem Rettungswagen ging es für Thomas Huber ins Klinikum Traunstein.

Aufgrund der Schwere des Absturzes wurde er in den Schockraum gebracht und von Prof. Dr. Rupert Ketterl erstversorgt. Bei einer Computertomografie wurde festgestellt, dass Thomas Huber neben der Luxation des Mittelfingers einen Schädelbruch erlitten hatte, der vom Chefarzt der Neurochirurgischen Abteilung,  Dr. Mario Carvi y Nievas, operativ behandelt wurde. Außerdem fanden die Ärzte heraus, dass noch einige Dornfortsätze der Wirbelsäule an- beziehungsweise abgebrochen sind. Diese müssen jedoch von selbst wieder anwachsen. Drei Tage nach dem schweren Unfall geht es Thomas Huber schon wieder gut. »Dank der optimalen Versorgung, sowohl im Operationssaal als auch auf der Station«, sagt er, als er auf dem Gang der Station spaziert. Was ihn besonders freut: Es sind keine bleibenden Schäden zu befürchten. Nächste Woche soll er das Klinikum Traunstein bereits wieder verlassen können. Bjr/KR

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