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»Ich hätte mir einen größeren Wurf gewünscht«

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Nicht ganz zufrieden waren die Stadträte mit der vorgestellten Neukonzeption des Christkindlmarkts ab dem Jahr 2017, trotzdem stimmten sie dafür. (Foto: Johann Lamminger)

Traunstein – Er sollte attraktiver und familienfreundlicher werden, der Traunsteiner Christkindlmarkt. Mit den Ideen der Arbeitsgruppe waren die Stadträte zwar nicht ganz zufrieden, trotzdem stimmten sie der Neukonzeption ab 2017 zu. Eine Sorge war, dass die Besucher die Veränderungen möglicherweise gar nicht wahrnehmen, die Stadt aber viel Geld dafür in die Hand nimmt.


Professionellere Dekoration, mehr Lichter und ein ansprechenderes Rahmenprogramm sollen ab nächstem Jahr dafür sorgen, dass weihnachtliche Stimmung aufkommt. Außerdem sollen die Stände anders angeordnet werden (wir berichteten). Beim sogenannten neuen Brunnen am Stadtplatz soll ein Kinderbereich mit Eisenbahn entstehen. Außerdem will die Stadt mehr Geld für Werbung ausgeben.

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»Die Verwaltung hat hier gute Arbeit geleistet, um den Markt zu verbessern«, sagte Ernst Haider (UW). Trotzdem habe er Bedenken, dass die Neuerungen beim Besucher nicht gesehen werden. »Neben der identischen Beschickerschaft, haben wir auch denselben Standort.« Er wäre deshalb für eine Verlegung des Marktes, »um einen richtigen Neuanfang zu machen«.

Wilfried Schott (Grüne) gab seinem Stadtratskollegen recht. Mit den Ideen könne man den Markt »a bisserl aufwerten, aber der super Wurf wird das nicht sein.« Er kritisierte, »dass man dafür aber viel Geld in die Hand nehmen muss. Wir wollten doch sparen«, betonte er.

Den Christkindlmarkt in den Stadtpark zu verlegen, sei einfach undenkbar, sagte dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) zu einem möglichen neuen Standort, der in den vergangenen Jahren immer wieder diskutiert wurde. »Das haben wir bei den Rosentagen gesehen. Da waren die Leute mit Gummistiefeln unterwegs. Und die Rosentage sind nur drei Tage, der Christkindlmarkt ist vier Wochen.« Außerdem wäre der Stadtplatz dann verwaist.

Wilfried Schott stellte den Antrag, dass das Defizit des Christkindlmarkts auf 60 000 Euro begrenzt werden sollte. Dieser wurde allerdings abgelehnt. Denn derzeit beträgt das Defizit bereits 60 000 Euro, da fragte Dr. Christian Hümmer (CSU) salopp: »Was sollen wir dann weglassen, den Christbaum vielleicht?« Er sprach bei der Neukonzeption von einer »Minimallösung«. »Ich hätte mir einen größeren Wurf gewünscht.«

Trotz der Kritik stimmte der Stadtrat mit 17:6 Stimmen dafür, dass der Christkindlmarkt ab 2017 neu gestaltet wird. Welche Kosten genau auf die Stadt zukommen, könne derzeit noch nicht gesagt werden, so Pressesprecherin Carola Westermeier auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts. Das hänge vor allem davon ab, was dann auch wirklich umgesetzt werde und von wem. Fest steht bereits, dass die Stadt Veranstalter des Christkindlmarkts bleibt, der Standort am Stadtplatz sein wird, der Markt wie bisher von Freitag vor dem 1. Advent bis Heilig Abend geht und die Standgebühren ab 2017 neu kalkuliert werden. KR