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»Ich habe eine sehr schöne Kindheit gehabt«

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Lore Ihmann feierte kürzlich zusammen mit ihrer Familie ihren 90. Geburtstag. (Foto: Mix)

Traunreut – Ihren 90. Geburtstag feierte vor Kurzem Lore Ihmann im Kreise ihrer Familie und Freunde. Ihr Mann wurde bereits im Juli 90 Jahre alt.


Georg Ihmann, mit dem sie seit 63 Jahren verheiratet ist, hatte den gleichen runden Geburtstag bereits im Juli. Lore Ihmann wurde am 1. September 1927 in den Beskiden in Polen geboren. Sie wuchs mit ihrem Bruder und einer Schwester auf. »Ich habe eine sehr schöne Kindheit gehabt.« Sie erinnert sich an viele Ausflüge in die Berge mit den Geschwistern. Genau an ihrem zwölften Geburtstag begann dann aber der Zweite Weltkrieg, sie konnte das Wummern der Kanonen von der nahen Grenze her hören. 1944 wurde Lore Ihmann von der Oberschulklasse weggeholt und zum Arbeitsdienst gesteckt. Aufgrund ihrer Schulbildung hatte sie Glück, weil sie vorwiegend Büroarbeiten erledigen musste.

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Nach einer langen Flucht landete sie schließlich nach Kriegsende in Salzburg, wo eine Freundin ihrer Mutter war und sich erst einmal um das junge Mädchen kümmerte. Lore beendete in Österreich die Schule und legte ihre Matura. Inzwischen waren ihre Eltern und Geschwister in Bayern angekommen und Lore absolvierte hier ihre Ausbildung zur Lehrerin. Ein Jahr lang war sie an einer Dorfschule in der Nähe von Bad Aibling tätig und erinnert sich daran, wie schnell die Schüler Zutrauen zu ihr fassten und dass ihr die baierische Sprache der Dorfkinder so gut gefallen hat.

1951 wurde sie von der Regierung nach Traunreut versetzt, wo sie in der ersten Schule der Kommune, einer Baracke an der heutigen Finkensteiner Straße, unterrichtete. In sechs Klassenzimmern fand dort der Unterricht statt. In Traunreut lernte sie dann auch ihren späteren Ehemann Georg kennen. Sie begegneten sich erstmals bei einem Kirchenkonzert. Lore sang damals im Chor und Georg trat bei dem Konzert als Solist auf. Im März 1954 heirateten die beiden. Sie haben einen Sohn und eine Tochter sowie drei Enkel.

Lore Ihmann war bis zum Renteneintritt im Jahr 1987 als Lehrerin an der Grundschule Süd tätig. Besonders geliebt hat sie das Fach Heimatkunde. Sie war mit den Schülern oft zu Fuß unterwegs, um die Gegend kennenzulernen, besuchte mit ihnen die alten Kirchen in der Region und vermittelte ein Gefühl für die Heimat. Das Wandern war auch in der knapp bemessenen Freizeit eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen. Noch heute kommt es immer mal vor, dass sie angesprochen wird, weil jemand in ihr die ehemalige Lehrerin erkennt. Besonders freut sie sich über Bemerkungen von Eltern ihrer ehemaligen Schützlinge, die betonen, wie viel die Kinder bei ihr gelernt hätten und dass sie ihnen den Weg ins Berufs-leben geebnet habe.

Seit rund zwei Jahren wohnen Lore und Georg Ihmann im Pur Vital Seniorenzentrum und fühlen sich dort sehr wohl. Zum runden Geburtstag gratulierte auch Bürgermeister Klaus Ritter im Namen der Stadt und überbrachte der Jubilarin einen Blumenstrauß. mix