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»Ich fühle mich unter Druck gesetzt«

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Der Jugendtreff soll in der umgebauten Güterhalle (rechts im Bild) unterkommen. Das steht fest. Nun diskutierte der Hautausschuss darüber, welche weitere städtische Einrichtung dort Platz finden könnte und ob die Entscheidung wirklich schon jetzt getroffen werden muss. (Foto: Reiter)

Traunstein – Die Güterhalle soll umgebaut und saniert werden (wir berichteten mehrmals). Fest steht bereits, dass dort der Traunsteiner Jugendtreff eine neue Heimat findet. Nun hat die Verwaltung prüfen lassen, welche städtischen Einrichtungen dort zusätzlich noch unterkommen könnten. Im Gespräch sind die Musikschule und die Bücherei.


»Die Kostenschätzung für den Umbau liegt bei 3,8 Millionen Euro«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel im Hauptausschuss. »Aber die ganz genauen Kosten können wir erst benennen, wenn wir wissen, was reinkommt.« Er sprach sich für die Bücherei aus, »da die Musikschule stark eingedampft werden müsste.« Derzeit hat die Musikschule Räume mit einer Fläche von 900 Quadratmeter zur Verfügung, in der Güterhalle wären es nur rund 400. Außerdem gehe durch die notwendige Parzellierung der Hallencharakter verloren, was wiederum Voraussetzung für die umfangreiche Förderung sei.

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Ernst Haider (UW)) sagte, er würde gerne noch keine endgültige Entscheidung treffen und zunächst abwarten, wie es mit der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule weitergehe. »Wir sollten uns jetzt nicht auf den Umzug der Bücherei festlegen«, betonte der Fraktionsvorsitzende. Zum Hintergrund: Die Schule ist zu klein und die Verwaltung prüft derzeit, welche Möglichkeiten es für einen Umbau oder Anbau gibt. In diese Überlegungen wird auch die Musikschule mit einbezogen, die direkt an die Mittelschule angrenzt. Im Stadtrat wurde unter anderem darüber diskutiert, »die Räume der Schule zuzuschlagen«, wie es hieß. Dann müsste die Musikschule allerdings umziehen.

Oberbürgermeister Christian Kegel betonte im Hauptausschuss, dass es für den Musikschulleiter undenkbar sei, seine Schüler in der Güterhalle unterzubringen. »Die Büchereileitung ist dagegen hoch angetan von den Räumen.«

»Ich fühle mich enorm unter Druck gesetzt«

Thomas Stadler (Grüne) fragte, ob es nicht möglich sei, die Planungen für den Jugendtreff weiter zu verfolgen und in der anderen Sache noch keine Entscheidung zu treffen. »Ich fühle mich enorm unter Druck gesetzt«, ergänzte er.

»Der Jugendtreff wird nicht gebaut, wenn wir jetzt nichts entscheiden«, betonte Oberbürgermeister Christian Kegel. »Alle sagen, dass die Bücherei dort gut untergebracht wäre. Wir diskutieren jetzt seit fünfeinhalb Jahren. Der Bau verzögert sich wieder und wieder. Irgendwann sollten wir mal zu Potte kommen. Denn die Jugendlichen haben bereits jetzt das Vertrauen in uns verloren.«

Klaus Rieder (UW) bezweifelte, dass es nicht möglich sein soll, »das Jugendzentrum fertig zu machen und das andere dann mit einem entsprechenden Gesamtkonzept zu entscheiden«. Denn dieses fehle ihm. Außerdem sprach er an, dass nicht geklärt sei, was mit dem Kulturzentrum passiere, wenn die Bücherei in die Güterhalle zieht. »Was haben wir da für Folgekosten?«, fragte er in die Runde.

Mit 6:3 Stimmen lehnte der Hauptausschuss den Beschlussvorschlag der Verwaltung ab, dass die Restfläche der Güterhalle von der städtischen Bücherei genutzt wird. Nun wird sich der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag mit dem Thema befassen. KR

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