weather-image

Hunderte Chiemgauer jubelten dem Heiligen Vater zu

4.5
4.5
Bildtext einblenden

Just in dem Moment, als Papst Benedikt XVI. am Mittwoch bei seiner letzten Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom die deutschen Pilger begrüßen wollte, da gab der Waginger Reiseleiter Hans Wembacher dem musikalischen Leiter der Traunsteiner Stadtmusik, Augustin Spiel, das Zeichen: Sie spielte die Bayernhymne – und die ganze Welt hörte zu. Der Papst war sichtlich gerührt, er sagte am Ende seiner deutschen Rede: »Ich danke der Traunsteiner Blaskapelle, die uns die Bayernhymne so schön gespielt hat.«


Für die Traunsteiner Stadtmusik wird dieser Tag aber nicht nur aus diesem Grund ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Sie saß am Mittwoch nämlich auch noch in der ersten Reihe, direkt vor dem Petersdom in unmittelbarer Nähe zu den Kardinälen und Staatsbesuchern. Auch der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer kam vor der Generalaudienz zu den Traunsteinern und sicherte ihnen spontan einen Zuschuss von 2000 Euro zu. Augustin Spiel freute sich sehr, dass so viele seiner Musiker mitfahren konnten. »Schließlich kam die Einladung sehr kurzfristig«, sagte er im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. »Es ist ein tolles Erlebnis, hier an diesem Platz zu stehen.« Lob gab es für die Musikkapelle vom Landrat: »Das war eine ganz tolle Werbung für uns«, freute er sich.

Anzeige

Die Leserreise-Gruppe des Traunsteiner Tagblatts war ebenfalls ganz nah dabei. Sie marschierte hinter der Musik und den Gebirgsschützen Richtung Petersplatz – am Straßenrand jubelten ihr die Italiener zu, die sichtlich traurig waren, dass »Papa Benedetto« nun in den Ruhestand geht. Die Gruppe verteilte sich dann schließlich auf dem Petersplatz. Vor der Generalaudienz wurden die Gruppen begrüßt – auch die Gruppe des Tagblatts wurde dabei namentlich erwähnt, auch das Studienseminar St. Michael kam in den Begrüßungsworten vor.

Klaus Kiesl, Oberstudiendirektor des Traunsteiner Chiemgau-Gymnasiums, fand »es einen bewegenden Moment«. Ihn beeindruckte vor allem, dass beim Einmarsch der Traunsteiner plötzlich das Fenster des Arbeitszimmers von Papst Benedikt aufging. »Das war einzigartig«, sagte er. »Für mich ist das ein ganz besonderer Tag«, ergänzte Hermann Steinmaßl. »Ich war ihm schließlich sehr verbunden.« Auch deshalb sei es für ihn selbstverständlich gewesen, dass er nach Rom gereist war. »Es war unser bayerischer Papst«, sagt er stolz, »und das bleibt er auch.«

Den Fischerring – das Zeichen des Papstes – wird Papst Benedikt XVI. am heutigen Donnerstag abgeben müssen. Doch einen guten Ersatz hätte er schon, denn 2011 verlieh Steinmaßl ihm den Ehrenring des Landkreises Traunstein. »Daran habe ich auch schon gedacht«, sagt Steinmaßl. »Vielleicht hat dieser Ring ja jetzt einen besonderen Wert.« SB