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Hundekot und Müll – täglicher Ärger für Bauhof

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Bauhofleiter Richard Fischbacher zeigt hier die Container, die Woche für Woche voll werden mit Müll, den gedankenlose Menschen in die falschen Behälter werfen oder auch in Wald und Flur deponieren. (Foto: H. Eder)

Waging am See. Nicht nur die Bauern jammern von Jahr zu Jahr mehr über immer noch mehr Hundekot, auch der gemeindliche Bauhof sieht dies zunehmend als Problem – und das, obwohl in den vergangenen Jahren 14 Stationen mit Tüten für den Hundedreck aufgestellt worden sind. An ihnen kann man kostenlos Tüten holen und die vollen Tüten hier auch einwerfen.


In Waging kann man, wie Bauhofleiter Richard Fischbacher anhand einer Karte aufzeigt, »wirklich schön die Kurve gehen«, also quer durch den Ort spazieren, und trifft in regelmäßigen Abständen immer wieder auf diese weißen Metallgestelle mit Tütenspender und Abfalleimer. Dennoch treffe man entlang der Wege auf Wiesen eher immer noch mehr Hundekot an, beklagt er sich.

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Eine der meistverschmutzten Stellen sei der Mühlberger Weg – also ausgerechnet das Wegerl vom Kindergarten in Richtung Friedhof, das viele kleine Kinder nutzen. »Wenn da eins in den Dreck reinsteigt, dann stinkt die ganze Umgebung.« Fischbacher zeigt auf Fotos, wie sich ein Häuflein an das andere reiht und versteht die Leute nicht: »Dann nehm ich die Tüte halt mal mit heim«, meint er und appelliert an das Verständnis der schwarzen Schafe unter den Hundehaltern.

Aber mit dem Verständnis sei es nicht weit her. »Dafür zahl ich doch Hundesteuer«, müsse er sich immer mal anhören, wenn er jemanden auf die Umweltverschmutzung anspricht. Und dann gibt es auch besonders raffinierte Hundebesitzer, die den Dreck ihrer Vierbeiner zunächst in einer Tüte aufsammeln, um diese dann samt Plastik in eine Wiese zu werfen. Die Bauern haben ihre »Freude« dran – spätestens, wenn gemäht wird. Allerdings ist es für die Bauern auch ohne Plastiktüte schlimm genug, denn die Kühe fressen das Gras nicht, und wenn doch, laufen sie Gefahr, zu erkranken und ihre Kälber tot zu gebären. Aber anscheinend lässt sich gegen die Unvernunft mancher Hundehalter nichts machen, und davon, dass auf allen Bürgerversammlungen drüber geschimpft wird, ist auch nichts besser geworden.

Dabei hat die Gemeinde inzwischen 13 solcher »Dog Stationen« aufgestellt, um es den Hundehaltern so einfach wie möglich zu machen: in Waging am Mühlberger Weg, in Wildenhofen, an der Tennishalle, am Kinderspielplatz in der Strandbadallee, im Kurpark, in Kammering, in der Alten Römersiedlung, an der Geppinger Straße und an der Postkellerstraße, in Tettenhausen am Seebad, in Richtung Gut Horn, am Kirchplatz und am Seeleitenweg. Eine 14. wird am Fischinger Weg aufgestellt, wenn dort fertig geteert ist.

Knapp 10 000 Euro hat die Gemeinde in den letzten Jahren dafür ausgegeben, rechnet Fischbacher vor und würde sich wünschen, dass diese Ausgabe von den Hundehaltern auch honoriert würde. Aber auch, wenn das sicherlich insgesamt durchaus der Fall ist, gibt es halt nach wie vor und offenbar mit eher steigender Tendenz solche, denen völlig egal ist, welche Spuren ihre Hunde hinterlassen. Zu den Anschaffungskosten kommen die Kosten für die Tüten dazu und der Aufwand für das Nachfüllen der Tüten und Entleeren der Eimer.

Richtig unangenehm wird es für die Bauhofmitarbeiter, wenn an den besonders geschätzten Wegrändern gemäht wird, vor allem wenn die »Schnürlsense« im Einsatz ist: »Dann hast das Zeug im Mund drin und überall«, so Fischbacher. Und gemäht wird mindestens 13 Mal im Jahr, durchschnittlich alle zwei Wochen.

Genauso ärgern den Bauhofleiter Wertstoffe, die konsequent in die falschen Behälter geworfen werden. Da liegen dann volle Plastiktüten im Grüngut- oder Blechcontainer, Tetrapak-Tüten finden sich im Papiercontainer, und manche machen sich erst gar nicht die Mühe, ihren Abfall in die Container zu werfen, sondern lassen die Schachteln oder Tüten einfach davor stehen. »So schlimm, wie es jetzt ist«, sagt Fischbacher, »war es noch nie«. Fast täglich falle ein Fahrzeug voller falsch deponierter Abfälle an, das dann auf Kosten der Gemeinde entsorgt werden müsse. he