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Hundekot, Traktoren und Zebrastreifen

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Grabenstätt – Während es auf der Bürgerversammlung in Erlstätt keine einzige Wortmeldung aus der Dorfgemeinschaft gab, brachten auf der Bürgerversammlung im Gasthof Grabenstätter Hof in Grabenstätt nach dem eineinhalbstündigen Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Georg Schützinger einige Bürger ihre Wünsche, Sorgen und Kritikpunkte an. Zudem gab es drei schriftliche Eingaben.


Sieglinde von Malek-Podjaski beschwerte sich schriftlich über einige ihr nicht namentlich bekannte Landwirte, die mit ihren schweren Maschinen viel zu schnell durch Grabenstätt fahren und gerade bei nasser Witterung die Hauptstraße und die benachbarten Bürgersteige, privaten Hofeinfahrten und sogar die Kirchenmauer erheblich verschmutzen würden. »Die Gemeinde kann hier letztlich nur als Vermittler auftreten und den Verursacher zum Säubern auffordern«, doch dafür müsste man diesen auf frischer Tat ertappen, gab Schützinger zu bedenken.

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Bessere Beleuchtung an Bushaltestelle gefordert

Gerald Schenk machte sich in seiner schriftlichen Eingabe für eine bessere Beleuchtung an der Bushaltestelle in Marwang stark. Gerade jetzt im Herbst seien die Lichtverhältnisse morgens und abends so schlecht, dass es nicht ungefährlich sei. »Wir werden die Ausleuchtung in diesem Bereich begutachten und eine Lösung finden«, versprach Schützinger und erinnerte an die angedachte Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf effizientere LED-Technik.

In der dritten und letzten schriftlichen Eingabe beschwerte sich Hannes Wiesmüller über die vielen uneinsichtigen Hundebesitzer, die den Hundekot einfach liegen lassen würden. Unterstützung bekam er auf der Bürgerversammlung von Karl-Heinz Hille, der sich darüber mokierte, dass der Kinderspielplatz in Winkl zunehmend zu einem Spielplatz für Hunde verkomme. Schützinger machte deutlich, dass die gemeindlichen Spielplätze allesamt mit Verbotsschildern versehen seien, auf denen sich auch ein durchgestrichenes Hundesymbol befinde.

Es sei eine »Riesensauerei«, in welchem Zustand sich immer wieder »unsere wunderbare Kneippanlage« befinde, kritisierte Norbert Lohwieser und verwies auf Zigarettenkippen und anderen Müll, der dort einfach liegen gelassen werde.

Michael Geisreiter warf die Frage in den Raum, warum man im Zuge der Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Grabenstätt-Bergen, die gefährliche Kuppe am Karlsperg, die er als »Sprungschanze« bezeichnete, nicht gleich mit weggenommen habe. Schützinger erinnerte daran, dass es solche Überlegungen im Vorfeld gegeben habe. Da ein deutlich tieferes Straßenniveau aber Probleme mit der Entwässerung und Schneeansammlungen im Winter nach sich gezogen hätte, habe man davon Abstand genommen.

Kurt Luft sprach sich erneut für einen Zebrastreifen oder eine Ampel im Bereich der Grabenstätter Tüttenseestraße/Überseestraße aus, da dort nach wie vor viel zu schnell gefahren werde. »Muss wirklich erst etwas passieren, bis man da etwas macht?«, fragte Luft. Man habe dies auf den Verkehrsschauen immer wieder angesprochen, doch in puncto »Kreisstraßen« habe man als Gemeinde »wenig zum Sagen«, erwiderte das Gemeindeoberhaupt. Auch ein entsprechender Antrag sei bei der Unteren Straßenverkehrsbehörde bereits gestellt worden. Dem Antrag müsse allerdings ein Gutachten nachgeschoben werden, für das man schon ein Angebot angefordert habe.

Hochwassergefahr am Pfarrerbachl angemahnt

Siegfried Gärtner mahnte an, dass man die Grabenstätter Hauptstraße auch aus Sicherheitsgründen für den Durchgangsverkehr für zehn bis 15 Minuten komplett sperren sollte, wenn es am Kriegerdenkmal ein Totengedenken gebe. Zudem machte er erneut darauf aufmerksam, dass das Pfarrerbachl bei stärkeren Regenfällen, mit dem Abtransport der Wassermassen überfordert sei und an seinem Anwesen für erhebliche Probleme sorge. »Den Letzten beißen bekanntlich die Hunde«, so Gärtner. Schützinger zufolge befinde sich das ausgearbeitete Hochwasserschutzkonzept für den Grabenstätter Mühlbach und das Pfarrerbachl derzeit zur baufachlichen Stellungnahme im Wasserwirtschaftsamt Traunstein. Zudem habe man Mittel für den Hochwasserschutz in den Haushaltsplan eingestellt und hoffe nun darauf, dass man bald »verschiedene Sachen Zug um Zug angehen« könne.

Kein rascher Ausbau des Radwegs ab der St 2096

Wenig Hoffnung machte der Bürgermeister Johann Wiesmüller, der angefragt hatte, ob zeitnah ein Radweg an der Staatsstraße 2096 zwischen dem Grabenstätter Gewerbegebiet Oberwinkl und der Gemeinde Übersee gebaut werde.

Manfred Peter äußerte seinen Unmut darüber, dass es Bestrebungen gebe, sogenannte »befriedete Gebiete« auszuweisen, in denen »keine Jagd mehr ausgeübt werden darf«. Käme dies so, hätten die darin befindlichen Wälder aufgrund des Wildverbisses keine Chance mehr, sich zu verjüngen, warnte Peter. »Schauen wir, dass wir weiterhin an einem Strang und in dieselbe Richtung ziehen, dann können wir auch in Zukunft viel bewegen«, resümierte Schützinger. mmü

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