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Bei der Bürgerversammlung in Schleching hatten nur wenige Bürger Fragen – Bürgermeister Loferer informierte

Hundekot, Geschwindigkeitsbegrenzung und Mobilfunk

Schleching – Bürgermeister Josef Loferer informierte auf der gut besuchten Schlechinger Bürgerversammlung über interessante Zahlen. Er freute sich über eine stabile Bevölkerungsentwicklung, bei der erstmals wieder mehr Geburten...

Foto: Symbolbild, pixabay

Er freute sich über eine stabile Bevölkerungsentwicklung, bei der erstmals wieder mehr Geburten (17) als Sterbefälle (15) zu verzeichnen sind. Insgesamt hat Schleching 2315 Einwohner. Auch im Bauwesen tat sich einiges: Es wurden zwölf Bebauungsplanverfahren, die Änderung eines Flächennutzungsplans und 33 Bauanträge bearbeitet.

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Für ein Gebirgsdorf mit begrenzter Tallage und hochwertigen Naturräumen, Überschwemmungsflächen und aktiver Landwirtschaft ist die demografische Entwicklung im Hinblick auf steigende Grundstückspreise eine Herausforderung. Die Gemeinde will Familien und Alleinstehenden erschwinglichen Wohnraum bieten und älteren Bürgern barrierefreies Wohnen ermöglichen. In diesem Zusammenhang freute sich Josef Loferer, dass aktuell das Einheimischenmodell von der Bundesregierung positiv bewertet wird.

In der Entwicklung einer aktiven Baulandpolitik sah Loferer einen wichtigen Zukunftsaspekt für Schleching. Ziel ist es darum, den bereits eingeschlagenen Weg der »Innenentwicklung vor Außenentwicklung«, also Baulücken und Leerstandsrisiken erfassen und Bauland für Einheimische schaffen, konsequent weiterzuführen. Für die sichtbare Vitalität des Dorfs führte Loferer drei Beispiele an, wo Altbestand erworben und mit erheblichen Kosten saniert wird: Das sind in Ettenhausen das ehemalige Hotel Edelweiß und in Raiten das Mesnerhäusl und der alte Gasthof Post.

Alpbachsteg soll im Frühsommer fertig sein

Bei der Dorferneuerung geht es langsam dem Ende zu, wie Loferer weiter ausführte. Noch ist der Alpbachsteg in Arbeit, er soll im Frühsommer fertig sein. Bereits fertig sind die E-Ladesäule und der Carport für das Bürger-E-Mobil. Zum Thema »Flurbereinigung« kündigte der Bürgermeister an, dass es im Vorfeld schriftliche Einladungen zu einer Teilnehmerversammlung und einem Anhörungstermin geben wird. Im Bereich Straßensanierung ist die Erschließung des Gasteigwegs im südlichen Teilabschnitt abgeschlossen.

Bei den gemeindlichen Einrichtungen waren die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs und sichere Arbeitskleidung für die Freiwillige Feuerwehr nötig. Loferer wies darauf hin, dass die Anforderungen an die Floriansjünger immer höher werden. Darum zollte er ihnen viel Respekt.

Beim Tourismus ist eine erfreuliche Entwicklung zu vermerken mit einem Plus von knapp vier Prozent bei den Übernachtungen (84 025) und gut sieben Prozent bei der Gästezahl (15 500). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist leicht gesunken auf 5,43 Tage; 2015 waren es 5,60 Tage.

Ein neues Konzept für den touristischen Zusammenschluss – mit der Zusammenführung von bisher vier auf eine zentrale Tourist-Information mit Außenstellen – wurde gemeinsam mit Marquartstein, Staudach-Egerndach und Unterwössen erarbeitet. In einem ersten Schritt gab es einen gemeinsamen Internetauftritt und ein gemeinsames Gastgeberverzeichnis 2017. Loferer sah darin eine wichtige Entwicklung für die Zukunft, da die Gemeinden zusammen stärker auftreten könnten.

Die Haushaltslage stellte Loferer mit grafischen Darstellungen übersichtlich dar. Der Schuldenstand zum Jahresende 2016 betrug pro Einwohner 210 Euro und damit insgesamt 373 700 Euro, bedingt durch das Förderdarlehen für das zukunftsweisende Projekt »Wohnen im Alter«. Kämmerer Gerhard Pfeiffer, der 1965 seine Lehre im Rathaus begann, ist nach 51 Amtsjahren und vier Bürgermeistern in den Ruhestand gegangen, sein Nachfolger Wolfgang Cerweny wurde vorgestellt.

Bei einem kurzen Ausblick berichtete Josef Loferer über die Umsetzung der neuen Wasserversorgung in Wagrain und den Notverbund in Raiten. Für das Bergsteigerdorf ist im Juli eine Siegelübergabe auf der Priener Hütte geplant, bis dahin laufen die Vorbereitungen für den Internetauftritt und eine entsprechende Broschüre gemeinsam mit dem Deutschen Alpenverein. Auch der Schmugglerweg/Klobenstein ist in der Planung; erforderlich ist noch die Förderzusage, bevor 2018 die Umsetzung erfolgen kann.

Neues Buswartehäuschen vor dem Dorfladen

Heuer wird noch ein Buswartehäuschen mit Plakatwand gebaut, die Genehmigungen hierfür sind erteilt und die Ausschreibung läuft. Der Standort im Obstanger vor dem Dorfladen sei optimal, so Loferer, auch durch die Nähe zu den Arztpraxen und dem »Wohnen im Alter«-Projekt.

In der abschließenden Fragerunde sprachen mehrere Bürger die nicht ordnungsgemäße Entsorgung von Hundekot an. Der Bürgermeister appellierte an die Hundebesitzer, die angebotenen Stellen mit Hundetüten zu nutzen und diese dann ordnungsgemäß in den entsprechenden Behältnissen zu entsorgen. Die benutzten Tüten einfach in die Landschaft zu legen, sei ein rücksichtsloses Verhalten.

Auf die Frage von Herbert Häger, »ob es beim Mobilfunk etwas Neues gibt«, konnte der Bürgermeister keine positive Antwort geben. Er meinte, das sei ein Dauerthema, für das die Verwaltung ständig bei den zuständigen Stellen interveniere. Jakob Riedlsperger wünschte sich im Rahmen der Sanierung der Kampenwandstraße mehr Straßenleuchten. Loferer versprach, das zu prüfen.

Peter Follin sprach dann das Thema »Geschwindigkeitsbegrenzung an Kreuzungen an. Der Bürgermeister verwies darauf, dass er seit neun Jahren dafür plädiere, aber in dieser langen Zeit immer nur Absagen von den Behörden erhalten habe. Trotzdem sei dieses Thema für den Gemeinderat nicht vom Tisch.

Auch um die Bitte von Konrad Rappl, die für die Bienen und Hummeln so wichtigen Akazienbäume am Achendamm zu erhalten, will sich Loferer kümmern und nachfragen, damit sie nicht auch der Rodungsaktion des Wasserwirtschaftsamts zum Hochwasserschutz entlang der Ache zum Opfer fallen. wun