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Hundebesitzer fordern mehr Hundetoiletten

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Gaby Aicher und ihre Mitstreiter fordern Oberbürgermeister Manfred Kösterke zum Handeln auf – in Traunstein soll es ihrer Meinung nach mehr Hundetoiletten geben. Dazu übergab die Traunsteinerin einen Brief für den Stadtrat. (Foto: Hinterseer)

Traunstein. Hundebesitzerin Gaby Aicher aus Traunstein wurde nach den vermehrten Giftköderanschlägen auf Hunde (wir berichteten) aktiv: Aus Angst um ihren eigenen Vierbeiner startete sie eine Aktion, um Tierhassern keine Angriffsfläche mehr zu geben.


Gaby Aicher bemängelt schon lange fehlende Hundetoiletten in Traunstein. Einzelne Bitten an die Stadt wurden, wie sie sagt, ignoriert. »Jetzt ist es an der Zeit, etwas zu unternehmen«, betont sie, »bereits ein vergifteter Hund ist einer zu viel.« Sie verfasste einen Brief, in dem sie den Stadtrat darum bittet, mehr Hundetoiletten aufstellen zu lassen. Außerdem sammelte sie Unterschriften von anderen Hundehaltern, um dem Brief Nachdruck zu verleihen. An die 30 andere Hundebesitzer konnte Gaby Aicher in kurzer Zeit davon überzeugen, sie bei der Aktion zu unterstützen. Den Brief und die Unterschriften übergab sie nun zusammen mit einigen Mitstreitern Oberbürgermeister Manfred Kösterke.

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Die Traunsteinerin sieht einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen den wenigen Hundetoiletten und den ausgelegten Giftködern: Für sie ist klar, dass die Zahl der Köder verringert werden kann, wenn Hundebesitzer die Möglichkeit bekommen, die Hinterlassenschaften zu entsorgen. »Würde man die Hundesteuer zweckgebunden verwenden, also Toiletten aufstellen, dann würde man Hundehassern die Grundlage entziehen.«

Doch Oberbürgermeister Kösterke musste die Hundefreunde zunächst enttäuschen: »Die Hundesteuer zweckgebunden zu verwenden geht leider nicht.« Steuern würden laut Kösterke in der Regel nicht zweckgebunden verwendet, für solche Sachen gäbe es Gebühren. Dennoch überlegte Kösterke zusammen mit den anwesenden Hundehaltern, an welchen Stellen Hundetoiletten sinnvoll und notwendig wären. Diese sind unter anderem die Spazierwege entlang der Traun sowie die Wege von Seiboldsdorf in Richtung Stadt sowie am Chiemgau-Gymnasium, an der Wartberghöhe, im Bürgerwald, am Viadukt, am Stadtplatz, im Sparzer Wald und am Karl-Theodor-Platz.

»Wir sind es leid, in Leserbriefen und persönlich angegriffen zu werden«, betonen die Hundehalter, »wir regen uns über die Hinterlassenschaften, die nicht mitgenommen werden, ebenfalls auf.« Man könne zudem feststellen, dass Hundetoiletten durchaus genutzt werden: Plätze, an denen welche stehen, sind viel sauberer.

Bis diesbezüglich etwas unternommen werden kann, wird allerdings noch etwas Zeit vergehen. Zunächst muss das Problem von der Stadtverwaltung besprochen werden. Frühestens im nächsten Monat wird es dann dem Stadtrat vorgetragen, teilt die Stadtverwaltung mit. Danach werden die Geldmittel überprüft. »Und dann kommt es darauf an, wie groß der Teiletat ist«, so Kösterke. Eine Hundetoilette kostet in etwa zwischen 80 und mehreren hundert Euro. »Im Prinzip würden uns auch normale Mülleimer reichen«, so Gaby Aicher, »damit man die Tütchen nicht mehr mit sich herumtragen muss.«

Restlos überzeugt, dass tatsächlich etwas geschehen wird ist Gaby Aicher nach der Übergabe des Briefes aber noch nicht: »Zufrieden bin ich erst, wenn ich Ergebnisse sehe«, betont sie, »aber wenigstens der Anfang ist schon gemacht.« ch