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Hummeln verdienen große Aufmerksamkeit

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Beate Sachs brachte es bei der Eröffnung der Ausstellung »Hummeln – Bienen im Pelz« auf den Punkt: »Kriegt die Umwelt die Kurve nicht, zerstören wir am Ende unsere Lebensgrundlage.«

Unterwössen – Mit eindringlichen Worten eröffnete Hermann Eschenbeck eine Ausstellung des Bunds Naturschutz im Wössner Gemeindesaal über ein besonderes Insekt, die »Hummeln – Bienen im Pelz«.


In aller Einzigartigkeit stehe sie gerade für die Vielfalt der Natur und ihre Herausforderungen in einer belasteten Umwelt. Es kann nicht gehen, dass Hummeln fliegen, sagt die Physik seit 1930 über Jahrzehnte: zu schwer, zu kleine Flügel. Die Hummel weiß nichts davon, lässt ihre gelenkigen Flügel 200-mal in der Sekunde schlagen und fliegt dahin. Hermann Eschenbeck sah darin einen der spannenden Aspekte der Ausstellung, einen Aspekt, der für die Vielfalt der Insektenwelt steht. Er ist der Vorstand der Ortsgruppe Achental im Bund Naturschutz. Eschenbeck warnt, weil es in einigen deutschen Regionen 80 Prozent weniger Insekten als noch vor 30 Jahren gibt.

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»Wir sind zu unaufmerksam«, findet Eschenbeck. »Der Umweltschutz hat es nicht einmal in den jetzigen Bundestagswahlkampf geschafft.« Die Ortsgruppe Achental im Bund Naturschutz möchte das Thema Insektensterben verstärkt unter die Leute bringen, sagte er.

Hummeln verdienen die ganz große Aufmerksamkeit, findet neben Eschenbeck auch zweite Vorsitzende Beate Sachs. Sie sieht die Hummel als Musterbeispiel für die Insektenwelt. Dem Insekt gelinge es, Pflanzen besser als die Biene zu bestäuben. Überhaupt, so Sachs, bedürfe es der Vielfalt an Insekten, um über den Sommer alle Pflanzen zu bestäuben. Nur die ununterbrochene Bestäubung bringe den Ernteerfolg. Fehle eine Insektenart in der Region, bringe dies der einen Frucht den Minderertrag um ein Drittel, die andere wird nicht mehr bestäubt. Das Fazit von Beate Sachs: »Kriegt die Umwelt die Kurve nicht, zerstören wir am Ende unsere Lebensgrundlage.«

»Ein kleines Pflänzchen wird ein großes, Sie wissen es«, fand zweiter Bürgermeister Barthl Irlinger im Gruß der Gemeinde. Mit einer Ausstellung den Anstoß geben, in kleinen Schritten ein Bewusstsein schaffen, das sei ein langer, guter Weg, meinte er.

Die Ausstellung ist bis Dienstag täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Höhepunkt ist der Vortrag der Diplom-Biologin Beate Rutkowski am Montag um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. lukk